Trump ist blöd

Ich muss schon sagen, dass es mich ärgert, wenn die großen deutschen Medien mich andauernd für dumm verkaufen wollen. Anders kann ich mir diese endlose mediale Litanei nicht erklären mit der uns eingehämmert wird: „Trump ist blöd!“ – „Trump ist blöd!“ Jeden Tag gibt es eine neue Nachricht, was der gute Mann wieder angestellt hat. Angesichts dieser Unfähigkeit scheint es fast wie ein Wunder, dass die USA nicht schon lange im Chaos untergegangen ist oder gar die übrige Welt in massiven Kriegswirren verwickelt wurde. Aber wahrscheinlich liegt das an den noch nachwirkenden positiven Energien der letzten Amtszeit von Obama!?
Jedem, der mir in der Seelsorge oder einfach im alltäglichen Smalltalk so viel Negatives über eine Person auftischt, würde ich mit gutem Grund misstrauen. Deshalb wundert es umso mehr, dass die großen deutschen Medien, die ständig ihre Unabhängigkeit und Differenziertheit vor sich hertragen, diesen Grundsatz journalistischer Arbeit so sträflich vernachlässigen. Es gibt keinen Menschen, der so ausschließlich blöd ist, wie Trump uns jeden Tag vorgestellt wird. Und es gibt auch keinen Präsidenten, der so heldenhaft positiv ist, wie uns Obama im Rückblick mystifiziert wird.
Ein echter journalistischer Leckerbissen wäre in der momentanen Situation doch eine Dokumentation oder ein Leitartikel, der klar benennt, was Trump im vergangenen halben Jahr richtig und vorbildlich gemacht hat. Und selbst, wenn man Trumps Politik grundsätzlich ablehnt, würde man als objektiver Beobachter schnell fündig werden. Offensichtlich ist vielen deutschen Medienschaffenden ihre private politische Überzeugung jedoch weit wichtiger, als ihre journalistische Objektivität.
Gerade jüngst hat sich das wieder deutlich gezeigt, anlässlich der Berichterstattung über die rechten Ausschreitungen im amerikanischen Charlottesville. Eigentlich niemand in der großen Politik kann sich mit den Parolen der dort demonstrierenden Nationalisten identifizieren. Mit Argusaugen jedoch verfolgten deutsche Journalisten, wie heftig sich Präsident Trump von den rechten Spinnern distanzierte. Ein „Es gibt linke Extremisten und es gibt rechte Extremisten!“ war ihnen natürlich viel zu wenig. Denn wenn es um rechte Gewalt geht, dann ist das eine Katastrophe, dann steht die Demokratie kurz vor dem Kollaps. Linke Extremisten hingegen sind lediglich irregeführte Weltverbesserer oder „engagierte Bürger“. Die von deutschen Medien erwartete absolute Verteufelung rechter Gruppen aber ist in der Realität einseitig und unrealistisch.
Gerade weil in Deutschland noch vor wenigen Tagen linke Terroristen auf sich aufmerksam gemacht haben, als sie ganze Stadtteile von Hamburg verwüsteten, Sachschaden in Millionenhöhe verursachten und rund 300 Polizisten so attackierten, dass diese ärztlich behandelt werden mussten, wirkt die momentane Pauschalkritik an Trump so seltsam. Der halbherzige Protest gegen diese gefährlichen linken Extremisten war hierzulande schnell verraucht. Keine öffentlichkeitswirksamen Programme zum Ausstieg aus linkem Terrormilieu wurden auf den Weg gebracht. Wichtige Politiker der Grünen und der Linken hatten die Terroristen sogar in Schutz genommen und verteidigt. – Wenn Journalisten wirklich mit gleichem Maßstab messen würden, dann hätten sie bei deutschen Politikern viel mehr auf einer pauschalen Verurteilung linker Terroristen bestanden, wie eben jetzt bei Präsident Trump.
Letztlich sind alle Spitzenpolitiker gleichermaßen selbstverliebt und machthungrig, auch wenn sie in Interview natürlich genau das Gegenteil behaupten. Da sollte man sich auch bei seiner Lieblingspartei keine Illusionen machen. Als Christen können wir froh sein, wenn Politiker uns vor Verbrechen schützen und auch sonst einen friedlichen Rahmen gewährleisten, in dem wir unseren Glauben ausleben und verbreiten können.
„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2, 1f.)  Michael Kotsch

Trump macht Angst

Dass im Wahlkampf nicht gerade sanft und sachlich miteinander umgegangen wird, daran ist man zwischenzeitlich gewöhnt. Die massiven Ausfälle und Beschimpfungen mit denen der amerikanische Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump immer wieder von sich reden macht, lassen einige dann aber doch erschrecken. Selbst viele amerikanische Evangelikale, sonst klassische Republikaner- Wähler, gehen auf Distanz zu dem polemischen Polterer.
Wirklich praktikable Vorschläge kommen von dem Milliardär auch nur selten. Vor allem macht er stattdessen deutlich wogegen er ist, nämlich gegen so fast alles, was derzeit politisch momentan so entschieden wird. Vor allem wird Trump von seinen Anhängern geliebt, weil er Präsident Obama gnadenlos kritisiert, weil er auf amerikanisches Nationalbewusstsein pocht und weil er sich für eine konservative Ethik ausspricht, insbesondre bei der Sexualmoral. Doch ob das reicht, um die mächtigste Nation der Welt zu führen, das dürfte mehr als fraglich sein.
Wenn Trump wider Erwarten jedoch Präsident der USA werden sollte, und er auch nur einen kleinen Teil von dem umsetzt, was er jetzt seinen Wählern angekündigt hat, dann dürfte es weltweit vor allem deutlich mehr Konflikte und Konfrontationen geben.
Zwischenzeitlich gehen selbst einflussreiche Republikaner wie Senator John McCain und der Präsidentschaftskandidat Mitt Romney auf Distanz zu Trump. Sie scheinen zu ahnen, dass Trump als republikanischer Präsident wahrscheinlich nicht nur seinem Land, sondern auch der eigenen Partei schweren Schaden zufügen dürfte.
Der Republikaner Mitt Romney: „Donald Trump ist ein Schwindler und Betrüger. Seine Versprechen sind so wertlos wie ein Abschluss an der Trump-Universität.“ Trump fehle das Urteilsvermögen eines stabilen und umsichtigen Staatsmannes, kritisierte Romney. Er missbrauche die Ängste der Bürger und mache Muslime und Einwanderer aus Mexiko zu Sündenböcken. Er befürworte Folter und wolle die Freiheit der Presse einschränken. Auch sei er als notorischer Angeber und Provokateur charakterlich ungeeignet für das Präsidentenamt.
Mit seiner protektionistischen Wirtschaftspolitik werde Trump Amerika in Handelskriege verwickeln und in eine Rezession stürzen, warnte Romney. Seine Außenpolitik werde Amerika und die Welt unsicherer machen. Anders als von Trump behauptet, sei dieser kein Unternehmer-Genie. Es gäbe da eine lange Liste von gescheiterten Geschäftsprojekte: von der Trump-Universität über Trump-Airline bis zum Trump-Steak.
Christen hoffen auf einen konservativeren, amerikanischen Präsidenten, der biblische Werte stützt, gleichzeitig aber auch an die Bedürftigen und Schwachen denkt, der sich mit vernünftigen Mitteln für den Frieden in der Welt engagiert und sich der verfolgten Christen annimmt. Es sollte aber auch ein Mann sein, dessen Persönlichkeit und Auftreten christlichen Werten entspricht. Einen bloßen Demagogen können Gläubige kaum unterstützen.
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