4. These: Gegen das Christusbild von unten.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der auf diese Welt kam und in menschliche Gestalt einging, um die Sünde und den Tod zu überwinden, die Feindschaft des Menschen gegen Gott zu sühnen und seiner erwählten Gemeinde den Frieden Gottes zu bringen.
Der Apostel Johannes schreibt:» der ist ein Lügner, wenn nicht der, der da leugnet, dass Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.« (l.Joh. 4,22-24)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als sei Jesus nur ein Mensch, der die Nähe Gottes gelebt, durchgetragen und dadurch ein Bild der Nachahmung aufgerichtet habe als Repräsentation göttlicher Gegenwart. Dieses Bild von Christus, »das uns gleich sei« zerstört die Möglichkeit der Wiedergeburt, die nur als das Sein in Christus, im Leben und im Sterben, im Gekreuzigten und leibhaft Auferstandenen erfahren werden kann.
Luther bekennt:»Der Glaube versöhnt nicht an sich, sondern er ergreift und erlanget die Versöhnung, welche Christus für uns getan hat.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 95

3. These: Gegen die billige Gnade eines »lieben Gottes.«

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gott als ein Gott der Gerechtigkeit die Rache vollstreckt gegen jede Feindschaft, die sich seiner Ordnung und seinem Gebot entgegenstellt.
Der Apostel schreibt:»Denn wir kennen den, der gesagt hat: Die Rache ist mein, ich will vergelten, und abermals: Der Herr wird sein Volk richten. Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zufallen.« (Hebr. 10,30-31)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre von der billigen Gnade des lieben Gottes, der ohne Recht und Rache für die Gerechtigkeit das Tun einer Menschheit begleitet, die er ausnahmslos, ohne Glaube, Liebe und Hoffnung in ihr zu erwecken, mit dem Mantel der Liebe bedecken würde. Ein solches »Gottesbild« widerspricht der Realität und forciert den Atheismus bei allen, die das Grauen dieser Welt gesehen und erlebt haben.
Luther bekennt.» Siehst du das Bild des Gekreuzigten und wie er sein Blut vergießt, so sieh das als ein Bild an, das dich billig erschrecke, so daß dein Herz spreche: Oh weh, ist meine Sünde und der Zorn Gottes über mich so groß!«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 94-95

 

2. These: Gegen den verstandenen Gott der mündigen Gesellschaft.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gott ein allmächtiger Gott ist, den menschlicher Verstand und menschliches Gefühl nicht erfassen und ergründen kann. Das wahre Vertrauen in Gott gründet sich nicht auf eine Berechenbarkeit Gottes, sondern auf ein Vertrauen, das alle Möglichkeiten des Verstehens überschreitet.
Der Apostel Paulus schreibt:», lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren?« (Rom. 9,20-21)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als müsse und könne nach den Maßstäben von Mündigkeit und Humanität ein der Gesellschaft akzeptables Gottesbild aufgerichtet werden, als könne und müsse, je nach dem Urteil von Zeit und Zeitgeist, ein neuer oder anderer Weg zu Gott gesucht werden, als der eine, den der dreieinige Gott in der Bibel geoffenbart hat.
Luther bekennt:»Die Vernunft kann ihr Licht hochhalten und rühmen, auch klug in weltlichen, vergänglichen Sachen damit sein, aber sie klettere beileibe damit nicht hinauf in den Himmel, oder man frage sie ja nicht um Rat in Sachen, die die Seligkeit belangen. Denn da ist die Weltunvernunft ganz starr-blind, bleibt auch in der Finsternis, leuchtet und scheint in Ewigkeit nicht. Aber das einzige Licht ist Christus allein: Er kann und will raten und helfen.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 94-95

Zehn Thesen wider den Verrat an der Reformation

  1. These: Gegen das Gerede von der Mündigkeit des Menschen.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß der Mensch ganz und gar Sünder ist, also in der Feindschaft gegen Gott lebt, ja, daß er Gott und seinen Nächsten nicht liebt, sondern haßt.

Der Apostel Paulus schreibt :y>Devm es ist hier kein Unterschied: Sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.« (Rom. 3,23-24)

Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, der Mensch sei aus sich gut und könne aus sich selbst Maßstäbe der Erkenntnis des Guten und des Bösen aufstellen, die Wahrheit erkennen und die Ordnung dieser Welt durch eine Verantwortung vor sich selbst oder der Ge­sellschaft festlegen.

Luther bekennt:» Wenn der Mensch die Größe der Sünde fühlte, würde er keinen Augenblick länger leben, solche Gewalt hat die Sünde… Daraus geht hervor, daß wir die wahre Bestimmung der Sünde nicht verstehen, sondern allein die Schattenbilder und Rät­selworte.«

Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 93