9. These: Gegen die Schwärmerei der Allversöhnung und gegen die sogenannte Verchristlichung dieser Welt.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß diese Schöpfung Gottes eine gefallene Schöpfung ist und daß die Menschheit in der Feindschaft gegen Gott lebt. Aus diesen hat Gott etliche durch Christus zu seiner Gemeinde erwählt und erlöst. Diese Gemeinde ist in, aber nicht von der Welt. Sie ist ein Licht in der Welt, aber sie erlöst diese Welt nicht. Das Reich Gottes und das Reich der Welt, Licht und Finsternis bleiben geschieden, bis Christus wiederkommt und eine neue Erde und einen neuen Himmel schaffen wird.
Christus spricht:»Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dieser Welt.« (Joh. 18,36)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als ob das Reich der Welt Reich Gottes werden, diese ganze Welt vor der Wiederkunft Christi erlöst werden könnte. Die Welt kann nur durch die allgemeine Gnade Gottes vor ihrer Katastrophe bewahrt werden, sie kann nur leben nach dem Maßstab des Gesetzes, der vergeltenden Gerechtigkeit Gottes, die für alle Menschen gilt. Eine irrende Kirche ist es, die nur das Evangelium predigt und dieser Welt das Gebot, das Gesetz Gottes vorenthält.
Luther bekennt:»Diese Welt läßt niemals von ihrer Art. Der Satan ist der Welt Fürst, durch ihn läßt sie sich zu allem Bösen verleiten. Denn sie ist das Reich der Finsternis, welches notwendig das Licht hassen muß (Joh. 1). Und folglich verachtet sie die Prediger des göttlichen Worts, verfolgt sie, schreit sie für Narren aus und tötet sie endlich als nichtswürdige Menschen«.. . »Die Erde besteht noch immer um der Kirche willen in der Welt fort, sonst würden Himmel und Erde in einem Augenblick in Flammen aufgehen, denn die Welt ist nicht ein Weizenkorn wert, zumal sie voll Gotteslästerung und gottlosen Wesens ist. Weil aber die Kirche mitten unter den Gottlosen lebt, so läßt es Gott um der Kirche willen geschehen, daß auch die Gottlosen die allgemeinen Güter und Gaben dieses Lebens genießen und alles, was die Welt hat, das hat sie um der Kirche willen.«
10. These: Gegen die Verweltlichung der Kirche.
Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß die Kirche nicht Welt und die Welt nicht Kirche werden kann. Die Kirche lebt vom Regiment ihres Herrn, der im Himmel ist, der zwar viele berufen, aber nur wenige auserwählt hat. Die Verweltlichung der Kirche, ihre »Vergesellschaftung« verfälscht das Evangelium zur Ideologie des Antichrist.
Christus spricht:»Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer, die ihn finden.« (Matth. 7,13-14)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als ob Kirche in die Welt und Welt in die Kirche aufgehen, weltliches Regiment geistlich und geistliches Regiment weltlich werden könnten. Die Kirche des breiten Weges ist die Kirche des Antichrist, die Kirche des schmalen Weges ist die Kirche der Wahrheit.
Luther bekennt:»Christi Reich auf Erden ist nicht ein weltlich Reich, es besteht auch nicht darin, wie man hier auf Erden esse, trinke, haushalte, des Leibes warte, dazu in der Notdurft des Lebens geordnet und vorhanden sein müsse, sondern er hat ein solch geistlich Reich geordnet, daß man darin göttliche ewige Güter suchen und finden soll, und dasselbe auch so bestellt, daß es mit Gottes Wort, Sakramenten, Kraft und Gaben des Heiligen Geistes reichlich versorgt ist und bleibt und gar nichts mangelt an dem, was fürs ewige Leben und dessen Erhaltung dient. Darum läßt er die Welt in ihrem Regiment ihre Notdurft und Vorrat haben, hinnehmen und sich damit reichlich versorgen, aber seinen Christen befiehlt er, ihre Gabe und Trost nicht auf das Zeitliche zu setzen, sondern nach Gottes Reich zu trachten, woran sie ewig genug haben und reich sein sollen.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite  98
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4070&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4102&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4124&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4151&preview=true

 

 

8. These: Gegen die Kritik an der Heiligen Schrift.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß das Wort Gottes unfehlbar ist in allen seinen Aussagen über das Heil der Menschen und die Wirklichkeit dieser Welt. Das Gerede vom fehlbaren Worte Gottes ist ein Widerspruch in sich und Empörung der Ehre des Menschen gegen die Ehre Gottes.
Christus spricht.»Ich nehme nicht die Ehre von Menschen, aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? Aber die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, suchet ihr nicht.« (Joh. 5,41-44)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als könnte es Autoritäten geben, die über der Schrift stehen, die Maßstäbe aufrichten könnten, nach denen die Gültigkeit des Gotteswortes sich auszuweisen hätte. In diesem Versuch einer sogenannten »historischen Kritik« waltet der Versuch, den Machtwillen, die Ehre des Menschen hochmütig gegen die Ehre Gottes zu setzen.
Luther bekennt:» Wenn euch jemand antastet und sagt: Man muß der Väter Auslegung haben, die Schrift ist dunkel, sollt ihr antworten: Das ist nicht wahr. Es ist auf Erden kein klareres Buch geschrieben als die Heilige Schrift; sie ist gegenüber anderen Büchern wie die Sonne im Vergleich mit jedem anderen Licht. Sie reden so nur deshalb, damit sie uns von der Schrift wegführen und sich selbst zu Meistern über uns erheben, daß wir ihren Traumpredigten glauben sollen. Es ist eine greuliche, große Schmach und Lästerung wider die Heilige Schrift und die ganze Christenheit, wenn man sagt, daß die Heilige Schrift finster und nicht so klar sei, daß sie jeder verstehen kann, seinen Glauben zu lehren und zu beweisen«. »Das ist die gefährliche Art der Lüge, daß man die Heilige Schrift durch falsche Auslegung zum Betrug mißbraucht, um durch deren hohes Ansehen die Lüge um so glaubwürdiger zu machen. So stützen sich denn alle Irrlehrer nicht immer nur auf die Vernunft (freilich fangen sie bei ihr an und stellen erst fest, welcher Weg der rechte zu sein scheint), sondern sie berufen sich auch auf die Schrift, um sie dann nach ihrem Ermessen auszulegen.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 96 – 97
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4070&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4102&preview=true 28.02.17
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4124&preview=true 30.03.17

 

7. These: Gegen die Demontage der Schrift.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gottes Wort geschrieben wurde zum Heile des Menschen. Das eine, heilige Wort Gottes hat sich in der Christenheit als das Wort Gottes mit Vollmacht erwiesen. Die Heilige Schrift als Ganzes ist das eine, unteilbare und irrtumslose Gotteswort.
Der Apostel schreibt:»lch bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas davon tut von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott abtun seinen Anteil vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben steht.« (Offenbarung Joh. 22,18-19)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als ob der sündige, fehlende und irrende Mensch aus seinem Urteil neben dieses eine Wort Gottes noch andere Worte hinzufügen oder aus diesem einen Wort Gottes wegnehmen könne, so wie es ihm beliebt.
Luther bekennt:»Daran liegt Gott am meisten, daß sein heiliges Wort einzig in der Christenheit ohne allen Zusatz der Menschenlehre bleibe. Aber das Wort kann nicht bleiben, es sei denn, dass man Christus als den alleinigen Bauherrn ansehe und ihn allein den Namen haben lasse. Wo der nicht ist, da ist keine Einigkeit und muß auch ein Babel daraus werden«..  »Gottes Wort ist wie ein starker Strom, dem man durch keinerlei Gewalt wehren kann; es bewirkt wie die Natur, daß es die Gläubigen selig macht. Aber die Ungläubigen verdammt es und zerschmettert sie; und das darum, weil der Herr dieses Wortes die göttliche Weisheit, Macht und Gerechtigkeit ist. Darum ist es über alles, was wir haben und sind.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 96 – 97
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4070&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4102&preview=true

6. These: Gegen die »wortlose« Religion.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß die Begegnung mit Gott ein Hören auf den Ruf, also auf das Wort Gottes ist. Die Offenbarung Gottes geschieht durch das Wort, der Weg zum Heil beginnt mit dem Hören dieses Wortes, und der Geist lebt im Gehorsam unter dem Wort, so wie es in der Heiligen Schrift geschrieben steht.
Christus spricht.»Wer von Gott ist, der hört Gottes Wort; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.« (Joh. 8,47)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als könne der Mensch ohne das Wort, aus der »Tiefe« seines Daseins, durch Meditation, Emotion oder Spekulation Gott ergründen, erleben oder erfühlen. In diesem Unternehmen des sündigen Menschen, aus sich selbst Gott zu erfahren, wird die Begegnung mit Gott nicht nur verfehlt, sondern in sträflicher Weise eine irrige Gotteserfahrung als Ideologie stabilisiert.
Luther bekennt:»Das ist die Art des Wortes Gottes, daß es uns Dinge vorträgt, die unseren Verstand übersteigen. Wenn es Vergebung der Sünden verheißt, verheißt es unmögliche Dinge, die man nicht denken kann und daran man ganz verzweifelt. Deswegen kann sich der Glaube auf nichts anderes als auf das Wort gründen: Wenn er das Wort fahren läßt und denkt, die Sache reimt und schickt sich nicht, so fällt er alsbald und ist verloren.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 96 – 97