Das Leben des Pilatus

Über die Zeit vor seinem Wirken, seine Herkunft, Familie etc., ist nicht viel bekannt. Man kennt nicht einmal seinen Vornamen. Das „Pontius“ in seinem Namen ist ein sogenannter „nomen gentile“, also ein Geschlechtsname. Dieser nomen gentile weist darauf hin, dass Pilatus aus dem samnitischen Geschlecht stammt. Der Beiname „Pilatus“ wird verschieden interpretiert. Die Spanne reicht von „der Haarige“, über „Hut der Freiheit“ bis „der Speerträger“. Eine weitere Sache, die wir über Pilatus wissen, ist, dass er dem Ritterstand angehörte. Es war üblich, dass der Prokurator von Judäa aus dem Ritterstand kam, so wie wahrscheinlich auch alle anderen Prokuratoren. Darüber hinaus wissen wir noch, dass er verheiratet war (Mt 27,19). Bei einigen apokryphen Schriften und Kirchenvätern werden verschiedene Namen gehandelt, die alle nicht gesichert sind.

Die Zeit in Judäa

Er war der fünfte Statthalter der Provinz Judäa. Er trat die Nachfolge des Valerus Gratus an. Sowohl Pilatus als auch Gratus waren Schützlinge des mächtigen Sejan. Dieser vertrat eine Politik der Strenge gegen die Juden, was sich auch auf die Art der Herrschaft der beiden Prokuratoren auswirkte. Pilatus wurden zuweilen sogar antisemitische Züge angekreidet. Datiert wird seine Regierungszeit auf 27 – 37 n. Chr.20. Durch sein Handeln zog er sich immer wieder den Zorn der Juden auf sich, sei es nun, um zu provozieren, oder teilweise aus Unwissenheit. Er galt als bestechlich und gewalttätig. Hier eine Darstellung der gröbsten Skandale während der Amtszeit des Pilatus. Weiterlesen

Die Auferstehung Jesu

Die Auferstehung Jesu aus der Sicht eines Historikers

„Ist Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube eine Illusion…dann seid ihr noch in euren Sünden…dann laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ So schrieb Paulus an die Christen in Korinth (1.Korinther 15,14.17.32).

Ohne die Auferstehung Jesu gäbe es keinen christlichen Glauben. Ohne die Auferstehung Jesu gäbe es keine christliche Hoffnung, auch nicht auf die Vergebung unserer Sünden. Was kann ein (Alt-)Historiker über diese Auferstehung sagen? Kann er überhaupt etwas dazu sagen? Sollte er überhaupt etwas dazu sagen? Schließlich ist das Ganze doch eine Glaubenssache – oder nicht? Beruht der christliche Glaube etwa auf (fragwürdigen?) historischen Behauptungen? Den Schreibern des Neuen Testaments und den ersten Christen war die historische Frage wichtig, deshalb ist später der Name von Pontius Pilatus als einziger Name neben dem von Jesus Christus ins Glaubensbekenntnis aufgenommen worden. „Gekreuzigt unter Pontius Pilatus“, d.h. nicht irgendwann, irgendwo, irgendwie, sondern in der Zeit der Statthalterschaft von Pilatus in Judäa (26-36 n.Chr.). Weiterlesen