Apostelgeschichte 2:41a.42-47, Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich an einem kalten Wintertage recht nahe zusammen, um sich durch die gegenseitige Wärme vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wenn nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, sodass sie zwischen beiden Leiden hin- und hergeworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.
Der Erfinder dieser Fabel, der Philosoph Arthur Schopenhauer, war ein großer Pessimist und scharfer Kritiker von Kultur und Gesellschaft. Was soll diese Fabel bedeuten? Schopenhauer selbst hat dazu geschrieben: Wie die Stachelschweine, so treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Inneren entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab. Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden und bei welcher ein Beisammensein bestehen kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte.
Welch ein Gegensatz dazu der Text in der Apostelgeschichte, in dem das Leben der frühesten Gemeinde beschrieben wird, derjenigen, die nach der Pfingstpredigt des Petrus „das Wort annahmen und sich taufen ließen“ (Apg 2,41a).
Und dieser Text lautet (Apg 2,42-47):
(42) Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
(43) Es kam aber Furcht über ihre Seelen, und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
(44) Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.
(45) Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.
(46) Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.
(47) und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
Zwei Geschichten, zwei Bilder: hier die Gesellschaft, wie sie der kritische Philosoph wahrnimmt, dort die Gemeinde in ihren Anfängen, wie sie in der Apostelgeschichte erzählt wird.
Hier der raue Winter, der die Stachelschweine zusammentreibt: die Menschen auf der Flucht vor sich selbst, vor ihrer inneren Leere und Monotonie, auf der Suche nach etwas, das ihrem Leben Sinn und Richtung gibt – dort die ersten Anhänger Jesu, die sich in der Stadt Jerusalem im Tempel und in Häusern treffen: die erste Gemeinde, die nach den unglaublichen Ereignissen des Todes, der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu zusammenkommt und ein so nie gekanntes, so nie erfahrenes Miteinander erlebt;
hier die spitzen Stacheln, die widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler der anderen, unersättlich in ihrem Egoismus, abstoßend in ihrer Selbstbezogenheit und Eitelkeit – dort jene, die gläubig geworden sind, und zusammen halten und alle Dinge gemeinsam haben, die ihre eigenen Güter und ihre Habe verkaufen und sie so verteilen, wie es für den einzelnen nötig ist;
hier schließlich die Sitte und Höflichkeit, um überhaupt miteinander auskommen zu können, der freundlich distanzierte Umgang, um sich nur ja nicht zu nahe zu kommen – dort das gemeinsame Essen und Trinken, die tiefe Freude aneinander, das Glück geteilter Zeit und in allem und über allem: der Lobpreis und Ehre für Gott.

Das Abendmahl

Das Abendmahl ist   durch Jesus Christus eingesetzt worden in der Nacht, da Er verraten wurde. Die Synoptiker berichten darüber in Mt 26,26-30; Mk 14,22-26; Lk 22,19-20. Johannes erwähnt das Mahl nicht. Manche meinen zwar, in Joh 6 einen Hinweis auf das Abendmahl zu finden. Dieser Abschnitt hat aber keine Beziehung zum Abendmahl. Die Symbole, auch Elemente oder Zeichen genannt, sind Brot und Wein. Beide werden von allen Teilnehmern genommen. Interessant sind dabei die Worte Jesu. Beim Brot sagt er nur: „Nehmet, esset!“ – aber beim Kelch: „Trinket alle daraus!“

Mt 26,27 „Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;“
Mk 14,23 „Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus.“ Weiterlesen