Alles unter Christi Herrschaft

Manche Menschen trennen zwischen geistlichen und weltlichen, religiösen und säkularen, heiligen und profanen Dingen. Man könnte diese Einstellung eine „Spiritualität des geteilten Lebens“, eine „divided-life spirituality“ nennen. Dazu ein simples Beispiel aus dem L’Abri in Massachusetts. Jemand fragte mich, was geistlicher sei, zu beten oder Geschirr zu spülen. Für ihn lag es auf der Hand, daß Beten die geistlichere Aktivität ist. Denn man betet im Geist zu Gott, der Geist ist. Abwaschen tut man dagegen mit den Händen und nicht mit dem Geist. Es ist keine spezifisch religiöse Tätigkeit. Bei dieser Frage wurde mir klar, daß man so nicht unterscheiden kann. Bezeichnet man das eine als „geistlich“ und das andere als „weltlich“, wird man dem christlichen Gedanken nicht gerecht. Denn manchmal ist es geistlicher, Geschirr zu spülen, beispielsweise, wenn man damit an der Reihe ist. Die Entschuldigung „Ich muß aber beten“ wäre vor Gott falsch und deshalb ungeistlich. Ich möchte mich gegen diese „Spiritualität des geteilten Lebens“ aussprechen, die dazu neigt, das Leben in Bereiche aufzuteilen. Angemessener ist es, das gesamte Leben als geistlich anzusehen, mit Ausnahme dessen, was eindeutig als Sünde bezeichnet werden kann. Abgesehen davon gibt es keine Kriterien, mit denen wir prinzipiell geistliche von ungeistlichen Tätigkeiten unterscheiden können. Weiterlesen