Beten

Vom Beten reden wir. Über   das Beten wissen wir einiges. Zum Beten haben wir aber auch   immer wieder Fragen. Wir kennen die Schwierigkeiten, sich ausreichend Zeit zum Beten zu nehmen. Professor Hallesby ermutigt, vom Beten alles zu erwarten, denn vom Beten leben wir, vom   Beten lebt das Reich Gottes. Er gibt uns in einer hilfreichen Art Einblicke in das Wesen des Betens, in verschiedene Formen und Inhalte und verschweigt auch nicht die Schwierigkeiten, Kämpfe und Rätsel des Betens. Das Buch ermutigt, die wichtigste Arbeit im Reich Gottes – das Beten – ernst zu nehmen, durch Übung und Ausdauer täglich dieses »Instrument« für die   Gewinnung von Mitarbeitern, zur Stärkung und Hilfe für Leiter und Verantwortliche, für die Gemeinde und für Ungläubige einzusetzen. Denn »Gebetsarbeit kann durch keine andere Arbeit im Reich Gottes ersetzt werden«. Dieses Buch, das 1954 zum ersten Mal in Deutsch aufgelegt wurde, darf unter die »Klassiker des Glaubens« eingereiht werden. Bis heute ist es hochaktuell und wertvoll für jeden. Aus den vielen nachdenkenswerten und zum Praktizieren einladenden Aussagen und Beispielen möchte ich als Appetitanreger einige Sätze zitieren: »Beten bedeutet nichts anderes, als sich in die Sonne der Gnade legen, die Not seiner Seele und seines Leibes in diesem heiligen Licht ausbreiten, das mit seinen wundertuenden Kräften alle Bakterien der Sünde entkräftet.« Ole Hallesby: Vom Beten R. Brockhaus-Verlag, 128 Seiten, 7,90 Euro (zurzeit leider vergriffen; ich empfehlen jedoch, das Buch antiquarisch zu suchen!)

Alles unter Christi Herrschaft

Manche Menschen trennen zwischen geistlichen und weltlichen, religiösen und säkularen, heiligen und profanen Dingen. Man könnte diese Einstellung eine „Spiritualität des geteilten Lebens“, eine „divided-life spirituality“ nennen. Dazu ein simples Beispiel aus dem L’Abri in Massachusetts. Jemand fragte mich, was geistlicher sei, zu beten oder Geschirr zu spülen. Für ihn lag es auf der Hand, daß Beten die geistlichere Aktivität ist. Denn man betet im Geist zu Gott, der Geist ist. Abwaschen tut man dagegen mit den Händen und nicht mit dem Geist. Es ist keine spezifisch religiöse Tätigkeit. Bei dieser Frage wurde mir klar, daß man so nicht unterscheiden kann. Bezeichnet man das eine als „geistlich“ und das andere als „weltlich“, wird man dem christlichen Gedanken nicht gerecht. Denn manchmal ist es geistlicher, Geschirr zu spülen, beispielsweise, wenn man damit an der Reihe ist. Die Entschuldigung „Ich muß aber beten“ wäre vor Gott falsch und deshalb ungeistlich. Ich möchte mich gegen diese „Spiritualität des geteilten Lebens“ aussprechen, die dazu neigt, das Leben in Bereiche aufzuteilen. Angemessener ist es, das gesamte Leben als geistlich anzusehen, mit Ausnahme dessen, was eindeutig als Sünde bezeichnet werden kann. Abgesehen davon gibt es keine Kriterien, mit denen wir prinzipiell geistliche von ungeistlichen Tätigkeiten unterscheiden können. Weiterlesen