Ein sehr großer Teil der modernen Erweckungsbewegung war mehr ein Fluch als ein Segen

Zitat

“Ein sehr großer Teil der modernen Erweckungsbewegung war mehr ein Fluch als ein Segen, denn es hat Tausende zu einer Art Frieden geführt bevor sie ihr Elend erkannten; der verlorene Sohn wird mit dem Vaterhaus versöhnt ohne dass man ihn lehrt zu sagen: “Vater, ich habe gesündigt.” Wie kann der geheilt werden, der nicht krank ist, oder der mit dem Brot des Lebens gesättigt der nicht hungrig ist? Das traditionelle Verständnis von Sünde wird verachtet… Alles in dieser Zeit ist oberflächlich… Deshalb springen die Menschen in die Religion hinein und springen dann wieder heraus. Ohne Demut kamen sie zur Kirche, ohne Demut blieben sie dort, und ohne Demut gehen sie wieder hinaus.” Spurgeon zum Thema Erweckung
C.H. Spurgeon, 1882

Merkmale einer Erweckung

Wenn ich die Merkmale einer Erweckung beschreiben sollte, würde ich vor allem folgende nennen:
Eine ungewöhnliche Sehnsucht, das Wort Gottes zu hören; dazu eine ungewöhnliche Bereitschaft, über die entscheidenden Belange meines Lebens zu reden und mit mir reden zu lassen.
Die ungewöhnlich klare Erkenntnis der eigenen Sünde und der persönlichen Unwürdigkeit verbunden mit der Bereitschaft, gemeinsam mit anderen um Vergebung und Heilung zu bitten.
Tiefe Dankbarkeit für das Sühnopfer Christi und frohe Lebensübergabe an ihn als persönlichen Erlöser.
Persönliche Weihe und Bündnis mit Gott im Geist der Gnade, begleitet von konkreten Veränderungen der Verhaltensweisen und Gewohnheiten.
Große Freude am persönlichen und gemeinsamen Gebet und an allen Geboten Gottes.
Ein ungewöhnliches Gespür für die Nähe Gottes, verbunden mit der Freude im Heiligen Geist und überströmendem Dank.
Verstärkter Eifer der Liebe und vertieftes Verständnis für die Einheit unten den Christen.
Ernsthafte Besorgnis um die Rettung anderer Menschen und mutiges Reden von der Gnade Gottes in seinem Sohn, Jesus Christus. Charles H. Spurgeon (unterwegs notiert) Nr.11

Erweckliche Verkündigung

Das Wort .Erweckung“ umfasst das Erwecken und das Erwachen. „Erwecken“ bezeichnet den Vorgang, wenn ein Mensch durch ein Wort aufgeweckt wird. „Erwachen“ meint den Vorgang von innen her, vom Menschen, der nun wach wird und das Licht des Tages sieht. In dem Bibeltext Eph 5.14 sind beide Seiten vereinigt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Darin sind alle Seiten der „Erweckung“ enthalten:
1. Der Schläfer ist geistlich tot. Er liegt wie Lazarus im Grab und stinkt. Das weiß er aber nicht. Er fühlt sich subjektiv wohl, wie ein Schlafender, der seinen Traum für die Wirklichkeit hält.
2. Das entscheidende Wort, das ihn wach macht, kommt nicht aus ihm. Er muss es hören. Es muss ihm gesagt werden. Der Weckruf kommt in der Christusverkündigung an ihn. Die rüttelt ihn auf. Denn sie bezeugt ihm  Gottes Gericht über seine Sünde. Es sagt ihm, in welcher gefährlichen Lage er sich befindet Er ist in der Gefahr, geistlich weiter zu schlafen und in der Hölle aufzuwachen Es bezeugt ihm aber auch, dass Gott sein Gericht im Kreuzestod Jesu vollzogen hat und nun jeder Vergebung und Leben empfangt, der sie dort sucht.
3. Das Wort des Evangeliums hat Leben schaffende Kraft. Nicht unsere Rhetorik. Das Wort Gottes ist der gute Same, der den Hörer wach macht und Leben aus Gott in ihn pflanzt. Dann steht er auf und beginnt ein neues Leben im Licht des Ostertages Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, und er ruft Menschen aus dem geistlichen und ewigen Tod zum Leben.
4. Geben wir also dieses Wort reichlich und treu weiter und erwarten wir, dass der Herr selbst sich zu diesem Zeugnis stellt.
Erweckung ist also nicht die Pflege eines christlichen Hobbys zusätzlich zu anderen. In diesem genannten Sinn ist „Erweckung“ das Lebenswunder, das sich seit Ostern und Pfingsten immer wieder vollzieht und darum das Zentrale der christlichen Botschaft. Lassen wir uns in diesem Sinne immer wieder aufwecken?

Was heißt das für unsere Verkündigung?
• Sie sollte „erwecklich“ sein, also nicht einschläfernd, sondern aufweckend zu einem frohen Glauben an
Jesus Christus.
• Wir haben nicht die Aufgabe, den Hörer zu unterhalten, sondern offen über den Ernst seiner Lage ohne Christus zu reden, ohne uns dafür zu entschuldigen.
• Wir Verkündiger brauchen immer wieder die Buße und Reinigung, damit wir dem Herrn nicht im Wege stehen. Dr. Manfred Dreytza