Die Zehn Gebote – ein Programm der Dankbarkeit

Für gerettete Sünder sind die Zehn Gebote ein Programm der Dankbarkeit, eine Instruktion, um Gott zu ehren, ihm zu gefallen und ihn zu verherrlichen; eine Autobahn zur heiligen Freude des Gehorsams.
J. I. Packer. Keeping the Ten Commandments. Crossway: Wheaton, 2007. Pos. 150.

Die 10 Gebote

Nachdem Gott sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hatte. War es nun unbedingt erforderlich, dass Er ihnen genaue Anweisungen gab, damit sie ein richtiges Leben führen konnten. Diese Anweisungen sind in dem mosaischen Bund enthalten.

Der Bund mit Mose bestand aus den 10 Geboten und den Satzungen, die eigentlich eine Auslegung der Gebote waren. Diese Satzungen bezogen sich auf moralische, zivilrechtliche und zeremonielle Angelegenheiten. Es wird öfters die Frage gestellt – welchen Sinn oder welche Absicht haben die 10 Gebote oder das Gesetz? Die Antwort dazu gliedert sich in drei Teile:

  1. Das Gesetz wurde nicht gegeben, um den Menschen zu retten
    Aus Röm.3,20 geht klar hervor, dass kein Mensch durch das Einhalten des Gesetzes gerechtfertigt wird. Gal.3,10-13 zeigt, dass man das ganze Gesetz halten muss, wenn man durch das Gesetz leben will. Wenn man dies nicht tut, dann wird das Gesetz einen Fluch über einen bringen. Jak.2,10  wiederholt diese Wahrheit. Es ist unmöglich, dass der Mensch das ganze Gesetz halten kann. Das Gesetz kann nicht retten.
  2. Das Gesetz wurde nicht gegeben, um dem Christen zu zeigen wie er leben soll
    Römer 8,1-4
    zeigt, dass „das Gesetz des Geistes“ den Gläubigen von dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ (d. h. dem mosaischen Gesetz) befreit hat. In diesem Zeitalter der Gnade sollten die Gläubigen vom Geiste geführt werden und nicht durch den Buchstaben gezwungen werden. Wenn wir vom Geiste geführt werden, dann erfüllen wir automatisch die Forderungen des mosaischen Gesetzes. Dies ist aber ganz anders, als wenn man unter dem Gesetz ist und es erfüllen muss!
  3. Das Gesetz wurde gegeben, um Sünde zu offenbaren
    …“Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde…..“ (Römer 3,20)
    Gott gab das Gesetz, um Sünde zu „definieren“ und um den Unterschied zwischen dem Gesetz und Seiner Gnade klar zu offenbaren  (Römer 5,20). Man kann das Gesetz nicht erfüllen, aber Seine Gnade kann man als Geschenk annehmen.
    In diesem Sinn ist das Gesetz heute noch aktuell, um verlorenen Menschen ihre Bedürftigkeit nach einem Erretter zu offenbaren.

Es gibt verschiedene Methoden, die 10 Gebote oder das Gesetz einzuteilen

Die unterschiedlichen Einteilungen der 10 Gebote

JUDENTUM NACH JOSEPHUS
(Protestanten –
griechisch-orthodoxe Kirche)
NACH AUGUSTINUS
(Lutheraner –
römisch-katholische Kirche)
TAFEL 1
1) „der Herr dein Gott..“ (20,2)
2) andere Götter, Bilder (20,3-6)
3) der Name Gottes
4) Sabbath
5) Eltern

TAFEL 2
6) Mord
7) Ehebruch
8) Diebstahl
9) falsches Zeugnis
10) Begehren

TAFEL 1
1) andere Götter (20,2-3)
2) Bilder (20,4 – 6)
3) der Name Gottes
4) SabbathTAFEL 2
5) Eltern
6) Mord
7) Ehebruch
8) Diebstahl
9) falsches Zeugnis
10) Begehren
TAFEL 1
1) andere Götter, Bilder (20,2-6)
2) der Name Gottes
3) Sabbath

TAFEL 2
4) Eltern
5) Mord
6) Ehebruch
7) Diebstahl
8) falsches Zeugnis
9) Begehren von Haus
10) Begehren von Besitz oder Frau

Wie aus Karte 26 ersichtlich ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die 10 Gebote zu unterteilen. Die logischste Enteilung ist die Ordnung nach Josephus, welcher alle Verpflichtungen Gott gegenüber auf der einen Tafel und alle Verpflichtungen den Menschen gegenüber auf der anderen Tafel festlegt. Vielleicht hat der Herr Jesus auch eine ähnliche Einteilung im Sinne gehabt, als Er Seine Zusammenfassung der 10 Gebote in Lukas 10,27-28 festsetzte.

Die Zusammenfassung der 10 Gebote durch Jesus Christus

VERPFLICHTUNG GOTT GEGENÜBER VERPFLICHTUNG DEN
MENSCHEN GEGENÜBER
GEBOTE 1-4      GEBOTE 5-10
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit
deinem ganzen Verstande…
und deinen Nächsten wie dich selbst“.

Die Schlussfolgerungen von dieser Zusammenfassung sind zweifach:

  1. Die Grundlage des Gesetzes ist LIEBE. Als der Herr Jesus für das Neue Testament ein neues Gebot gab, deutete er auch auf diese Grundlage hin, und zwar in Johannes 13,34-35 ….. „dass ihr einander liebet……“
  2. Die richtige Beziehung zu den Menschen kann erst zustande kommen, nachdem die richtige Beziehung zu Gott hergestellt worden ist.

Die Satzungen, wie bereits erwähnt wurde, waren eine weitere Auslegung der Gebote. Die Absicht Gottes war es, Sein Volk zu heiligen. Wenn Israel die 10 Gebote und die Satzungen als Grundlage für ihr Leben gelten lassen hätte, dann wäre es ein ganz anderes Volk als die Nationen rund um Israel gewesen. Einige Beispiele von moralischen Gesetzen zeigen dieses Prinzip.

In Kanaan und Ägypten waren folgende Praktiken üblich; Israel hingegen wurde klar davor gewarnt, solche Dinge zu tun:

Kanaan
sexuelle Ausschweifungen
Tempelprostitution
Kinderopfer
Israel
Gesetze zum Schutze der Frau,
der Mutter und des Kindes
Ägypten
Heirat zwischen Bruder und Schwester
Götzenopferfleisch als Speise

Gesetz, welches solche Blutschande verbot
Gesetze, welche die Ernährung des Volkes
genau regelten

Die Israeliten waren Sklaven in Ägypten. Gott erinnerte sie auch daran, als Er durch die Satzungen zu einer fairen Behandlung der Sklaven in Israel ermahnte. Diese Barmherzigkeit und Fairness stand im vollkommenen Gegensatz zu den Völkern rund um Israel.