Prinzipien der Bergpredigt?

Das gegenwärtige Klima des Glaubens wirkt keine himmlische Gesinnung unter den Menschen; vielmehr hat es den Glauben verweltlicht und fleischlichen Werten von Menschen sein Siegel aufgedrückt. Es verherrlicht Erfolg und lässt fleißig die Zeugnisse von Schauspielern, Sportlern, Politikern und wichtigen Personen aller Art drucken, ganz gleich was für einen Ruf sie haben… Massenweise werden Bücher verfasst, um zu zeigen, dass Jesus ein ganz normaler Typ und das Christentum die weise Anwendung höchster psychologischer Gesetze ist.
Alle heiligen Prinzipien der Bergpredigt wurden in ihr Gegenteil verkehrt. Nicht die Sanftmütigen werden gesegnet, sondern die, die sich selbst wichtig nehmen; nicht die Trauernden werden gesegnet, sondern die lächeln und lächeln und lächeln. Es sind nicht die Armen im Geist, die Gott liebt, sondern diejenigen, die von der säkularen Presse angepriesen werden. Es werden nicht diejenigen gesättigt, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, sondern diejenigen, die nach Bekanntheit gieren.
Wenn ich lediglich die nichtevangelikalen Kirchen so beurteilen würde, dann wäre das alles nicht so schockierend. Tatsache ist jedoch, dass die bekanntesten Evangeliumsgemeinden von diesem Verfall in ein Anti-Evangelium betroffen sind. In einem gewissen Maße ist das evangelikale Christentum heute nur noch dem Namen nach schriftgemäß. Es hat den Namen, dass es lebt, aber es ist tot. A. W. Tozer, The Price of Neglect, 1991, S.100-101.
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Glück und Reichtum

Eigentlich stellt man sich unter Glück Reichtum, ein sorgenfreies Leben, einen angemessenen Lebensstandard und freundliche Behandlung vor. Aber Jesus sprengt diese Vorstellungen. Die Eigenschaften, für die Jesus Glückseligkeit als Belohnung verspricht, verblüffen uns. Es sind Erfahrungen, die wir gewöhnlich ängstlich meiden. In einer Zeit, in der die Betonung auf der religiösen Aktivität liegt, erscheint es uns seltsam, daß Jesus den passiven Eigenschaften so hohen Wert beimisst. Jede Seligpreisung beginnt im Originaltext mit dem Ausruf: O Glückseligkeit!“ „O Glückseligkeit der Armen im Geiste!“ „Glückselig“ bezeichnet eine tiefe Freude, die nicht von den ständig wechselnden Lebensumständen abhängt, sondern das Geheimnis der Freude in sich selbst birgt. Man könnte auch übersetzen mit „in höchstem Maße glücklich, beneidenswert sein, beglückwünscht werden. O. Sanders

Salzkraft

Wenn man viele Christen in ihrer oft weichen und femininen und süßlichen Art sieht, möchte man meinen, daß sie doch den Ehrgeiz hätten, der Honigseim der Welt zu sein. Sie versüßen und verzuckern die Bitternis des Schicksals durch eine allzu billige Vorstellung vom lieben Gott. Sie erweichen die Härte der Schuld durch eine fast beängstigende Kindschaftsromantik. Sie haben die Hölle wegretuschiert und sehen nur den Himmel offen. Sie stecken vor Teufel und Anfechtung den Kopf in den Sand und haben das ewige und verkrampfte Lächeln einer gespielten Weltüberwindung auf ihren Zügen. Weiterlesen

Feindesliebe

Nicht selten ist zu hören, der Gott des Alten Testaments sei ein unbarmherziger, grausamer Gott. Der Gott des Neuen Testaments dagegen ein Gott der Liebe, sogar der Feindesliebe. Dieser Vorwurf kommt nicht nur von ausgesprochenen Atheisten oder erklärten Gegnern des Christentums, nein, auch unter Christen ist diese Meinung zuweilen unterschwellig vorhanden. Man zitiert die Bergpredigt und meint dort zu lesen, daß das Alte Testament durchaus Hass auf Feinde toleriere. Kann das wirklich sein?
Abgeleitet wird dieses Denken aus den Antithesen der Bergpredigt: Töten, Ehebruch, Ehescheidung, Schwören, Wiedervergeltung und Feindesliebe.
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. Mt5,43-48
Christus konfrontiert hier jedoch nicht den alten mit dem neuen Bund, sondern natürliches Denken mit dem göttlichen Gebot, menschliche Gerechtigkeit mit der Gerechtigkeit Gottes. Christus tadelt die Pharisäer und Schriftgelehrten vielmehr dahingehend, daß sie menschliche Überlieferungen – ihre eigene Gerechtigkeit (Röm 10,3) – über die Gebote, das Wort Gottes gestellt haben. Gott ist jedoch derselbe.
Zu definieren wäre zudem der Begriff “Liebe”. Dieser Begriff hat durchaus eine gewisse Bedeutungsbandbreite. Heute und in der westlichen Kultur allgemein, wird darunter zumeist ein romantisches Gefühl verstanden. Die Bibel definiert “Liebe” jedoch etwas völlig anderes:
Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. 1Joh.3,18
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 1.Kor13,4-7
Feindesliebe meint demnach keine Gefühle, wie beispielsweise die Zuneigung oder Vertrautheit zu seiner Frau, Familie oder Freunde. Gemeint ist vielmehr eine grundsätzliche Haltung, Einstellung und Verhalten. Wenn wir z.B. mitbekommen, daß ein Feind einen Nachteil oder Schaden erleidet, wir ihn darauf aufmerksam machen sollen, so dass er den Nachteil nicht erleidet. Wenn also ein unbequemer Kollege/Chef/Nachbar beisplw. Geld verliert und wir das mitbekommen, wir ihm das Geld aufheben und geben. Unzählige Beispiele denkbar…
Nie etwas tun, was unseren Feinden schadet, keine Rache üben. Wir sind also keinesfalls primär gefordert Feinde inniglich zu lieben. Feindesliebe bedeutet, das wir ihn dennoch respektieren, weil er ein Geschöpf Gottes ist. Genau diese Fordeung Gottes bestand schon im Alten Testament.
Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, sollst du sie ihm auf jeden Fall zurückbringen. 2Mo23,4
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten. Spr25,21-22
Das meint Feindesliebe. Klar und deutlich geht aus Gottes Wort hervor, das Gottes Verhalten (bis zum Gericht), keinen Unterschied zwischen Gläubigen und Gottlosen macht. Er läßt die Sonne scheinen und es regnen für alle Menschen. Genauso sollen sich Seine Kinder verhalten. “Feindesliebe” üben, vollkommen sein wie Gott vollkommen ist. Wir sollen uns nicht rächen, keine Vergeltung üben, Schaden abwenden, sondern Gutes an jedermann tun.
Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Gal 6,10
Schließlich und endlich sollte uns bewußt sein, das Gott uns durch Christus mit sich versöhnt hat, als wir noch Feinde waren!
Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Röm5,10
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