Überwindung des Todes heißt Auferstehung

Wie wir mit dem Sterben fertigwerden, ist uns wichtiger, als wie wir den Tod besiegen. Sokrates überwand das Sterben. Christus überwand den Tod als ἔσχατος ἐχθρὸς (1. Kor 15, 26; Anm.: „der letzte Feind“). Mit dem Sterben fertig werden bedeutet noch nicht mit dem Tod fertig werden. Die Überwindung des Sterbens ist im Bereich menschlicher Möglichkeiten, die Überwindung des Todes heißt Auferstehung. Bonhoeffer 27. März 1944

Die Auferstehung

„Die Auferstehung lässt sich gerade deshalb akzeptieren, weil wir in einem modernen Zeitalter leben, im Zeitalter der Einsteinschen Relativität und der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation. Für uns ist im Gegensatz zur Newtonschen Epoche das Universum kein sicheres, voraussagbares Spielfeld, in dem wir alle Regeln kennen. Seit Einstein hat kein moderner Mensch das Recht mehr, die Möglichkeit von Ereignissen aufgrund von ihm bekannten „natürlichen Grenzen“ auszuschließen.“ (John W. Montgomery)

Die Auferstehung Jesu

Die Auferstehung Jesu aus der Sicht eines Historikers

„Ist Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube eine Illusion…dann seid ihr noch in euren Sünden…dann laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ So schrieb Paulus an die Christen in Korinth (1.Korinther 15,14.17.32).

Ohne die Auferstehung Jesu gäbe es keinen christlichen Glauben. Ohne die Auferstehung Jesu gäbe es keine christliche Hoffnung, auch nicht auf die Vergebung unserer Sünden. Was kann ein (Alt-)Historiker über diese Auferstehung sagen? Kann er überhaupt etwas dazu sagen? Sollte er überhaupt etwas dazu sagen? Schließlich ist das Ganze doch eine Glaubenssache – oder nicht? Beruht der christliche Glaube etwa auf (fragwürdigen?) historischen Behauptungen? Den Schreibern des Neuen Testaments und den ersten Christen war die historische Frage wichtig, deshalb ist später der Name von Pontius Pilatus als einziger Name neben dem von Jesus Christus ins Glaubensbekenntnis aufgenommen worden. „Gekreuzigt unter Pontius Pilatus“, d.h. nicht irgendwann, irgendwo, irgendwie, sondern in der Zeit der Statthalterschaft von Pilatus in Judäa (26-36 n.Chr.). Weiterlesen

Warum Ostern gefeiert wird

Ostern ist das älteste christliche Fest. Es hat zentrale Bedeutung, weil Jesus in dieser Zeit von den Toten auferweckt wird und aufersteht. Die Feier seiner Auferstehung ist der Höhepunkt der Ostertage. Der Ostertag überforderte zunächst die ersten Christen. Die Enttäuschung von Petrus, Johannes, Jakobus war bodenlos, die Frustration grenzenlos und die Angst machte haltlos. Zum Osterjubel gab es zunächst überhaupt keinen Grund. Sie konnten Jesus noch nicht den sehen, der auferstanden war, sondern nur den, der sie hatte sitzen lassen. Nicht Auferstehung hiess ihre Devise, sondern Aufstehen und Abhauen.

Osterbotschaft – kein Betrug

Die Jünger konnten und wollten sich mit dem Scheitern ihrer Hoffnungen nicht abfinden und haben das grösste Täuschungsmanöver der Weltgeschichte in Szene gesetzt, sagen manche Kritiker. Diese Behauptung ist unwahrscheinlich: Die Jünger Jesu, die ihn nach seinem Tod schon verlassen und verleugnet hatten, haben sich durch diese Botschaft von der Auferstehung ungeheuren Unannehmlichkeiten ausgesetzt, die in einigen Fällen im Märtyrertod gipfelten. Dafür lohnt kein Betrug. Die Osterberichte in der Bibel wirken gerade darin sehr authentisch, weil sie von dem Zweifel und der fehlenden Bereitschaft der ehemaligen Jünger berichten, die Tatsache anzuerkennen, dass Jesus wieder unter ihnen war. Schliesslich war er gekreuzigt worden und in der schlimmsten Stunde seines Lebens hatten sie ihn alleingelassen. Jesus hatte alle Not, sich gegenüber der Skepsis der Jünger durchzusetzen. Sie waren bereit, alles möglich zu akzeptieren: dass es sich um einen Geist oder einen Gärtner handele, oder dass Jesu Leichnam gestohlen worden sei, nur das eine nicht, dass ihr Meister von den Toten auferstanden war. Es bestand also keinerlei Bereitschaft zum Betrug. Mit Ostern bekam das Hoffen der ersten Christen ein sicheres Fundament und viel Grund zur Freude. Deshalb kann Ostern durch nichts ersetzt werden. Wenn es darum geht, wie der Tod überwunden wird, ist Ostern ohne Vergleich und ohne Entsprechung. Hauskreis-Thema