Eine kleine Typologie des Atheisten

Bitte erst die Einleitung lesen. Wir wollen ja keine Verletzten!
Apologetik gehört zu meinen Lieblingsspielen. Und dazu kam es nicht ganz freiwillig. Bereits in der Schule wurde ich mit diversen Argumenten, bis hin zu Beleidigungen konfrontiert. Ich ging auf eine Schule in der Stadt mit ausschließlich gut situierten Mitschülern aus Elternhäusern, die sich wahnsinnig gebildet vorkamen, und diese waren der Meinung, dass ich DRINGEND über die schrecklichen Begleiterscheinungen von Religion und besonders Katholizismus aufgeklärt werden müsse.
Ich bringe auf diesem Gebiet also eine gewisse Übung mit. Im Laufe der Zeit lernte ich, dass Angriff eine der besten Verteidigungen ist, da sich die meisten Kritiker als Vertreter eines gesellschaftlichen Consens und paradoxerweise zeitgleich unheimlich subversiv fühlten. Einerseits dachten sie, ihr Standpunkt sei für einen intelligenten Menschen sofort logisch ersichtlich und der einzig Vernünftige, andererseits hielten sie sich für unfassbar originell. Es kommt in jedem Fall überraschend für sie, wenn man sich über sie lustig macht.
Ich bin mit einem Haufen überzeugter und zufriedener Atheisten befreundet, denen es nie einfiel, mich auf diese widerwärtige Art und Weise anzugehen. Ich habe auch nie versucht, sie zu missionieren. Das ist schließlich ihre Sache. Die hier dargestellten Tpen von atheistischen Nervensägen sind jene Leute, die ihrerseits die Gläubigen nicht in Frieden lassen können. Die denken, sie müssten mich aus irgendeiner Unmündigkeit und aus den Krallen des Vatikan retten.
Die Typen von Atheisten kennen heißt: bereits vorbereitet sein, auf das, was kommt ;) Also zieht Euch warm an, denn das hier sind die definitiv furchteinflößendsten Exemplare unter ihnen: Weiterlesen

Wer Gott nur braucht, der kennt ihn nicht – Von Ferkeln, Kühen, Toleranz und Nützlichkeit

„Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“ Das ist die „Moral“ eines Kinderbuches, das als „atheistische Kinderbibel“ in Kreisen des missionarischen Atheismus Kultstatus genießt und vom Verfasser schon mal selbst in aller Bescheidenheit als „weltweit einzigartig“ bezeichnet wird: „Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel“  (http://www.schmidt-salomon.de/ferkel.htm – die Behauptung der Einzigartigkeit findet sich dort unter dem FAQ-Link).
Man könnte eine Menge dazu sagen, manche haben das auch schon getan. Dass der Jude dort natürlich mal wieder eine Hakennase hat, dass die Vertreter der Religionen Judentum, Christentum und Islam ständig geifernde Sprüche absondern und hässliche Fratzengesichter haben ist nur das eine und lässt mich fragen, wie die genannte Seite eigentlich ausgerechnet zu der Behauptung kommt, das Buch sei „liebevoll (sic!) illustriert“? Atheisten tragen gerne die Behauptung vor sich her, sie würden zur Toleranz erziehen und unterstellen religiösen Eltern gerne das Gegenteil. Diese Behauptung wird durch dieses Buch bestimmt nicht untermauert …
Am wichtigsten finde ich aber die Auseinandersetzung mit dem genannten letzten Satz des Buches: „Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“  Ich habe Atheisten erlebt, die darob in Verzückung geraten, wenn sie diese Worte zitieren, weil sie sie so furchtbar genial finden. Dabei sind sie völlig nichtssagend. In der Zeit, in der die Menschen keine Autos kannten, brauchte auch keiner eines. Tiere, die keine Beine haben – wie Fische zum Beispiel, brauchen auch keine. Jedes Lebewesen kann nur etwas nur brauchen, also benötigen und / oder benutzen (oder auf die Idee kommen, es zu brauchen), wenn es das, was es evtl. brauchen könnte auch gibt und wenn es davon weiß, es also kennt. „Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“ ist also eine nahezu tautologische Banalität. Das ist das eine.
Das andere ist allerdings eine sich daran anschließende Kritik, die sich nicht nur Atheisten, sondern auch viele fromme Christen gefallen lassen müssen: Dass nämlich oft Nützlichkeit und Wahrheit verwechselt oder in einen Topf geworden werden. Meister Eckhart sagt völlig zu Recht:
„Etliche Leute wollen Gott mit Augen schauen, so, wie sie eine Kuh betrachten, und wollen Gott genauso minnen, wie sie eine Kuh liebhaben. Die Kuh, die minnest du um die Milch und um den Käs’, um deinen eigenen Nutz. So tun alle jene Leute, die Gott minnen um auswendigen Reichtums oder um einwendigen Trostes willen. Solche Leute minnen Gott nicht auf rechte Weise, sondern sie minnen ihren eigenen Nutzen. Und wahrlich, solches Minnen wird dir zum Hindernis auf dem Weg zur allernächsten Wahrheit.“ (zit. nach: http://www.evlka.de/extern/rinteln/choralschola/zu_Meister_Eckhart.htm)
Wir können den Schlusssatz des Ferkelbuches also umformulieren und ihn – in Anlehnung an Eckarts Kuh-Diktum – sowohl Christen wie Atheisten ins Stammbuch schreiben: „Wer Gott nur braucht, der kennt ihn nicht“
http://kraftwort.wordpress.com/2011/05/21/wer-gott-nur-braucht-der-kennt-ihn-nicht-von-ferkeln-kuhen-toleranz-und-nutzlichkeit/

Bemerkungen zu drei atheistischen Argumenten gegen den Gottesglauben

Das geistige Klima der vergangenen Jahre wurde oft mit dem Ausdruck ,postmodern‘ gekennzeichnet. Damit war der prinzipielle Abschied von Weltanschauungssystemen und absoluten Wahrheiten gemeint, gepaart mit einer damit einhergehenden Toleranz, die es dem Einzelnen selber überlässt, seine ganz persönlichen Wertvorstellungen und Glaubensinhalte zu wählen.
Im Hinblick auf das Christentum hat dieses Klima einerseits zum Niedergang der Autorität der, Institution Kirche‘ geführt, zugleich aber einen Freiraum des Subjektivismus eröffnet, in welchem auch der Glaube des Individuums kreativ und ungebremst gedeihen kann. Der alte Gegensatz zwischen Glaube und Unglaube schien überwunden, zumindest seines Konfliktpotentials entkernt. Denn ‚jeder glaubt schließlich irgendetwas‘. Der damit verbundene Traum eines toleranten multikulturellen Zeitalters ist jedoch schwieriger zu verwirklichen als anfänglich gedacht. Und so hat sich, vor allem unter dem Eindruck der Stosskraft des Islam, für den viele junge Moslems offenbar zu sterben bereit sind, der von manchen schon tot geglaubte Atheismus wieder zu Wort gemeldet. Religion und Gottesglaube seien inkompatibel mit Toleranz, Freiheit und Demokratie; diese könnten sich vielmehr nur unter Voraussetzungen des Atheismus entfalten.
In der sich hier und da wieder abzeichnenden Theismus-Atheismus-Debatte tauchen einige Argumente gegen den Gottesglauben auf, die ich kurz beleuchten möchte. Manche Einwände richten sich gegen den Gottesglauben im Allgemeinen (Theismus), andere machen nur Sinn im Hinblick auf den christlichen Glauben. Im Wesentlichen sind es drei Argumente, die in mannigfachen Variationen vorgebracht werden. Weiterlesen

Der letzte Hort für Atheismus-Argumente scheint die Psychologie zu sein.

Der letzte Hort für Atheismus-Argumente scheint die Psychologie zu sein. Denn irgendwie haben die Leute den Eindruck, die Psychologie habe den lieben Gott als so eine Art kleinen Mann im Ohr entlarvt, den man bei Bedarf mit guter Psychologie wegmachen könne. Kronzeuge ist Sigmund Freud (1856-1939), der in seinen religionskritischen Schriften gute Argumente geliefert habe. Doch wer diese Schriften kennt, der weiß, dass sie bloß einige wolkige Spekulationen auf der Basis spärlicher und längst überholter paläontologischer Literatur enthalten. Gewiss sind aber auch C. G. Jung und Victor Frankl, die sich ausdrücklich gegen den Atheismus Sigmund Freuds wandten, mit ihrer bild- und wortreichen psychologischen Beschwörung des Religiösen intellektuell nicht wirklich anregend. Da sehnt man sich nach der bildlosen Nüchternheit Freuds zurück. Die Psychologie jedenfalls ist für die Frage, ob Gott existiert oder nicht, nicht ergiebig. Oder etwa doch? Weiterlesen

Existiert Gott? – Ein Gespräch beim Friseur

Ein Mann lässt sich seine Haare schneiden und seinen Bart trimmen. Der Friseur spricht während seiner Arbeit mit dem Kunden über viele Dinge, wie Friseure es so tun. Auch das Thema Gott wird berührt.
„Ich glaube nicht, dass Gott existiert!“, meint der Friseur.
„Warum?“ fragt der Kunde.
„Sie müssen nur auf die Straße gehen. Wenn Gott existierte, gäbe es dann so viele kranke Leute? Würde es so viele Kinder geben, die verlassen wurden? Würde es so viel Leid und Schmerzen geben? Gäbe es einen Gott, würde er alle diese Dinge nicht zulassen!“
Der Kunde antwortet nicht. Schließlich sind die Haare geschnitten. Der Bart ist gestutzt und der Friseur entlohnt.
Auf der Straße begegnet der Kunde einem Mann mit langen, schmutzigen Haaren und ungepflegtem Bart. Er geht zurück und sagt zum Friseur: „Friseure existieren nicht! Es gibt keine Friseure!“
„Wie kommen Sie darauf? Ich habe ich Ihnen doch gerade eben die Haare geschnitten und den Bart getrimmt!“
Der Kunde wiederholt: „Friseure existieren nicht, denn wenn sie existierten, gäbe es nicht so viele Menschen mit schmutzigem, langem, ungepflegtem Haar und ungetrimmtem Bart. Sehen Sie jenen Mann auf der Straße? Gäbe es Sie, würden Sie so etwas nicht zulassen!“
„Ach was! Ich existiere! Nur – die Leute kommen nicht zu mir!“
Der Kunde erwidert: „Eben! Auch Gott existiert. Nur kommen die Menschen nicht zu ihm und suchen ihn nicht. Auch deswegen gibt es so viel Schmerz und Leid in der Welt.“
(Autor unbekannt)

Geschichte des Atheismus: Ein Zeitalter der Umwälzungen

Die Geschichte des Atheismus verlässt die klassische Ära der Griechen und Römer und kommt in einer Welt an, die man das christliche Abendland nennt. Die christliche Kirche hält die Gesellschaft zusammen und obwohl verschiedene Strömungen aufkommen, vermitteln sie dem Volk den Glauben an Gott.
Das 18. Jahrhundert wird allgemein als eines der umwälzendsten und dynamischsten Perioden der Geschichte angesehen. Es war eine Zeit voller ungetrübtem Fortschrittsdenken. Revolution hing in der Luft. Zum ersten Mal, so dachte man, könne man es schaffen, die Fehler der Vergangenheit nicht mehr zu wiederholen. Vorne lag eine schöne neue Welt. Es gab unter den Revoluzzern wenig Zweifel darüber, was das Hindernis für den menschlichen Fortschritt war.
Die Kirche, die mit ihren Dogmen die Menschen unterdrückte hielt den Fortschritt auf. Noch dazu arbeitete sie mit den korrupten Monarchien zusammen, die das Volk verhungern ließen. Sie verlor immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung. Vor allem in Frankreich war das der Fall, wo sich der ganze Zorn in der berühmten Revolution entladen sollte. Die Kritik an der Macht der Kirche richtete sich schnell auch an den christlichen Glauben, auf dem die Kirche basierte. In Nordamerika wurden Kirche und Staat getrennt. Viele sehen darin den Grund, weshalb Amerika zum wichtigsten christlichen Land auf der Welt wurde. Denn wo keine korrupte Kirche zu kritisieren war, stellten sich auch atheistische Ideen als unfruchtbar heraus.Zunächst wollen wir jedoch nach Großbritannien schauen.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten britische Intellektuelle die Nase voll von instituionalisierter Religion. Der englische Bürgerkrieg (1642-49) hatte zu einer Vorherrschaft von einem für England sehr untypischen religiösen Extremismus geführt. Der Puritaner Oliver Cromwell schwang sich an die Macht, ließ Weihnachten verbieten und sogar ‚plum pudding‘, eine kulinarische Besonderheit auf der Insel, die nicht gerade als ein Paradies für Feinschmecker angesehen wird.
Denker schrieben sich die Finger wund um eine derartige Diktatur in Zukunft zu verhindern. Seit dieser kurzen Zeit ohne König haben sich die Engländer geschworen, nie wieder die Monarchie aufzugeben aus Angst vor radikalen Kräften. Als ein König sich offen römisch-katholisch zeigte wurde er vertrieben und durch den toleranten protestantischen William III, Prince of Orange ersetzt. Der Philosoph John Locke schrieb als Antwort auf diese turbulente Zeit in England seine Letters Concerning Toleration, in denen er für Glaubens- und Gewissensfreiheit eintrat. Es sollte nicht mehr eine bestimmte Religion bevorzugt werden, das hatte er aus der Zeit des Fanatismus und der Intoleranz gelernt. Die Kritik in England war zwar schon gegen gewisse Aspekte des christlichen Glaubens gerichtet, aber noch nicht offen atheistisch. Man machte sich lustig über die Kirche aber kritisierte nicht den christlichen Glauben an sich. Das war zu einem großen Teil auch die Folge der großen politischen Freiheit, welche die Engländer seit ihrer Glorious Revolution (1688) genossen.
Das wichtigste Bollwerk gegen die Ausbreitung atheistischer Gedanken war allerdings der sogenannte Pietismus, der im 18. Jahrhundert vor allem in England enormen Einfluss hatte. Diese Bewegung hatte seinen Ursprung in Deutschland. In den lutherischen deutschen Gebieten waren Viele von den langweiligen theologischen Diskussionen der Scholastiker, enttäuscht. Schriftsteller wie Philip Jacob Spener betonten die persönliche Komponente des Glaubens. Auf den britischen Inseln kamen diese Gedankenin den 1730ern massiv durch die Predigten und Lieder von John und Charles Wesley in Umlauf. Die Entscheidung des Individuums wurde betont. Die Kirche war nicht mehr notwendig für das Seelenheil. Das menschliche Herz wird das Tor zum Himmel. Die Kirche ist wichtig für Lehre und Unterweisung, aber sie verwaltet nicht mehr die Rettung der Seelen. Die Kirche von England war erbost über die Freiluftprediger, die ihren Einfluss schmälerten.
Der Pietismus machte es möglich, die Kirche als Institution zu kritisieren und gleichzeitig den christlichen Glauben zu leben. Er schuf die Verbindung zwischen Glaube und dem individuellen subjektiven Bewusstsein. Ein Glaube, der lebendig ist und den man erfährt ist schwierig zu kritisieren. Leute kritisiern selten etwas, was ihnen etwas bedeutet.
Anders entwickelten sich die Dinge in Frankreich. Während der Pietismus den protestantischen Christen half, den Kopf mit dem Herzen zu verbinden, sah es in diesem römisch-katholischem Land ganz anders aus. Pietismus oder etwas ähnliches konnte dort keinen Fuß fassen. Ansätze wurden von den Jesuiten unterdrückt. Die Französische Revolution stieß die Vormacht der Kirche schließlich um. Radikale atheistische Ideen fanden im Frankreich des 18. Jahrhunderts den geeigneten Nährboden ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Die Folgen waren dramatisch und schufen ein goldenes Zeitalter für den Atheismus.
Conrad

Atheismus

Atheismus ist in neuer Zeit im Allgemein die Leugnung dessen, was man für den christlichen Gottesbegriff hielt, die Leugnung eines allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde, der diese Schöpfung weiter in Händen hält und am Jüngsten Tag über die Menschen Gericht halten wird, bei dem er die Guten von den Bösen unterscheiden wird, den Guten das Paradies, den Bösen die Hölle zuweisend. Gehen wir in die Begriffsgeschichte zurück, stoßen wir jedoch auf verwirrende Phänomene. So lautet der Vorwurf gegen die Christen, die sich ja der Verehrung der Staatsgötter und vor allem des vergöttlichten Kaisers widersetzten: Auch Sokrates, der in seiner existenziellen Tiefe das burleske Gewimmel im griechischen Götterhimmel nicht wirklich ernst nehmen konnte und als Philosoph auf dem Weg zum Glauben an einen einzigen Gott war, starb unter der Anklage des Atheismus. Wollte man mit unserem heutigen, weitgehend christlich geprägten Gottesbegriff die Frühzeiten der Menschheit sondieren, würde man eine beeindruckende Fülle von Atheismus finden. Denn wie sollte man damals Gott schon so sehen, wie wir ihn heute sehen? Andererseits bezeugt die gesamte Menschheitsgeschichte eine bunte Überfülle an Götter und Gottesglauben. Man muss also aufpassen, dass man nicht durch Begriffsmanipulation geistigen Imperialismus betreibt und so das Reich des Atheismus oder des Gottesglaubens unsachgemäß weit ausdehnt. Manfred Lütz Gott eine kleine Geschichte des Größten Seite44+45