1.Petrus 2,14 oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.

Das Oberhaupt kann seine Macht Statthaltern übertragen, die dann gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter, zur Belobigung aber derer, die Gutes tun. Von dieser Aufgabe her erhält die Obrigkeit ihre Daseinsberechtigung. Keine Obrigkeit kann auf die Dauer existieren, wenn sie dem Bösen freie Entfaltung läßt. Sie muß in ihrem eigenen Interesse so handeln, daß sie die Übeltäter bestraft und die, die Gutes tun, belobigt. Damit aber dient sie dem welterhaltenden Willen Gottes, ob sie es weiß und will oder nicht. Daher sieht die Bibel in der Obrigkeit und in ihrer Aufgabe eine göttliche Schöpfungsordnung zum Wohl des Menschen. Gesandt zur Bestrafung der Übeltäter, zur Belobigung aber derer, die Gutes tun, das zeigt nicht nur die Aufgabe, sondern auch die Grenze der obrigkeitlichen Macht. Wenn die Obrigkeit Böses gut nennt und Gutes böse (Norm dafür ist Gottes Wort), wenn sie Anspruch auf Kontrolle von Gewissen und Glauben erhebt, gilt das Wort Jesu: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Mt 22, 21). Der Christ wird sich der Aufforderung der Obrigkeit, Gutes zu tun, unterordnen, denn Gutes tun ist auch sein Anliegen. So ist die Basis zu einem positiven Verhalten der Christen gegenüber der Obrigkeit gegeben. In der Aufgabe der Obrigkeit, Gutes zu belobigen, das heißt öffentlich anzuerkennen, liegt eine echte Chance der Christen, denn sie wollen ja Gutes tun.
Nur wenn die Regierung versucht, einen Christen zu etwas zu zwingen, was dem biblischen Gesetz Gottes widerspricht, sollte er Gehorsam verweigern (vgl. Apg 4,18-20; 5,28.29; Tit 1,6; 3,1.2).

1. Petrus 2,13 Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten

Im Bereich der Ehe und Familie kann ein Christ davon ausgehen, daß sein Partner und die anderen Glieder der Familie in der Regel seinen Glauben und seine Wertvorstellungen teilen. In Gesellschaft und Staat ist dies aber nicht selbstverständlich. Von Anfang haben sich Christen in Gesellschaften und Staaten vorgefunden, die den christlichen Glauben und seine ethischen Werte nicht in allem teilten. Im Gegensatz zum Islam strebt der christliche Glaube nicht die Aufrichtung eines Staatswesens an, in dem eine ausdrückliche christliche Verfassung oder Gesetzgebung aufgerichtet wird, die für alle verbindlich ist. Grundsätzlich erkennt ein Christ die staatliche Autorität als einen Ordnungs- und Schutzfaktor an, die das äußere Unrecht in der Welt verhindern und notfalls strafen soll. Auch wenn Nichtchristen die Staatsgeschäfte führen, haben sie ihre Bevollmächtigung letztendlich von Gott erhalten. Wenn die Staatsmacht eindeutig gegen Gottes Willen und Gebot verstößt, muß der Christ Gottes Weisungen folgen und Widerspruch leisten. Ein gewaltsamen Widerstand gegen ein Unrechtsregime kennt das Neue Testament aber nicht. Einem Christen ist es grundsätzlich nicht verwehrt, aktiv politische Verantwortung als Beamter, Soldat oder ähnliches zu übernehmen. Allerdings sollte ihm klar sein, daß er – mehr als in anderen Berufen – in schwere Gewissenskonflikte geraten kann. Christen werden nicht auf eine bestimmte Staatsform festgelegt. Gut ist es aber, wenn die Regierung Recht und Gerechtigkeit achtet und das Werk Gottes nicht hindert. Die Gemeinde als solche hat kein direktes politisches Mandat. Sie ermutigt aber ihre Glieder verantwortlich zu handeln. Der Petrusbrief möchte uns Christen motivieren, Vorbild eines guten Lebens zu sein. Dazu gehört auch, dass wir die, die über uns regieren, grundsätzlich anerkennen. „Ehrt den König!“ – so sagt unser Abschnitt. Eingeschlossen in diesen Appell ist jede menschliche Regierung. Heute ist das z.B.: Bürgermeister und Gemeinderat, Landtag, Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung, aber auch Organe wie Finanzamt, Polizei, Gerichte und andere Behörden. Der Petrusbrief fordert Ehrerbietung nicht deshalb, weil die Regierenden immer gute Arbeit machen. Das tun sie nämlich nicht unbedingt. Immer wieder hören wir von unglaublichen Skandalen. Sondern er fordert Ehrerbietung, weil jede Regierung mit ihren Behörden einen gottgewollten Auftrag hat: dem Unrecht wehren, Frieden bewahren, Gerechtigkeit durchsetzen und Sicherheit fördern. Dankbarkeit und Fürbitte für alle, die sich dieser Aufgabe stellen, muss an erster Stelle kommen. Erst an zweiter Stelle dann freilich auch konstruktive Kritik.
Petrus mahnt seine Leser, der Obrigkeit zu gehorchen und aller menschlichen Ordnung untertan zu sein. Das griechische Wort ktisis („Gründung“), von dem sich Ordnung ableitet, findet sich im Neuen Testament immer in Verbindung mit Gottes schöpferischem Handeln (vgl. Röm 1,20.25; 8,39; 2Kor 5,17; Gal 6,15; Kol 1,15.23; 2Petr 3,4). (Die zweite lexikalische Bedeutung, die ktisis im Allgemeinen zugedacht wird, ist „Akt des Erschaffens“ oder „Schöpfung“.) Gott hat alle Grundlagen der menschlichen Gesellschaft erschaffen – Arbeit, Familie und Regierung. Petrus sagte nicht, dass die Gesellschaft einen menschlichen Ursprung hat, sondern benannte vielmehr ihre Funktion und ihren Handlungsbereich, die sich auf den Menschen beziehen. Die Absicht des Apostels war es somit, Unterordnung unter alle menschliche Ordnung zu befehlen, weil jede von ihnen von Gott bestimmt wurde. Gläubige ordnen sich staatlichen Autoritäten, Arbeitgebern (2,18; Eph 6,5; Kol 3,22) und in der Familie unter (Eph 5,21 – 6,2).
Es ist bemerkenswert, daß es nicht heißt: Unterwerft euch „jedem Menschen“. Wir sollen die Menschen nicht losgelöst von Gott sehen, sondern wissen: jeder Mensch ist Geschöpf, hat seinen Platz und Stand vom Schöpfer angewiesen bekommen. Damit hat jedes menschliches Geschöpf eine vom Schöpfer verliehene Würde erhalten. Indem wir jeden Menschen als Geschöpf achten, respektieren wir den Schöpfer. Um des Herrn willen ordnen wir uns jedem menschlichen Geschöpf unter. So fordert dieser Vers Unterordnung um des Herrn willen und bewahrt dadurch vor falscher Unterordnung, vor bedingungslosem und verantwortungslosem Gehorsam. „um des Herrn willen“ Das sind nicht bloß äußerlich aufgeklebte Formeln. Sie sollen vielmehr andeuten, daß das Leben der Christen auch in den konkreten Ordnungen und Bezügen der Welt dem Herrn Jesus Christus unterstellt ist.
Dietrich Bonhoeffer sagt in diesem Zusammenhang „Es ist einfach in dieser Welt so eingerichtet, daß die grundsätzliche Achtung der letzten Gesetze und Rechte des Lebens zugleich der Selbsterhaltung am dienlichsten ist.“ (Aus „Widerstand und Ergebung“ unter der Überschrift „Immanente Gerechtigkeit“).
Uwe Holmer 1.Petrusbrief
http://www.weltanschauung-selk.homepage.t-online.de/downloads/03Biethik.pdf
http://www.glauben-und-fragen.de/_data/_modules/Kurzandacht/T2_23_n_Trinitatis.php

Meine innere Überzeugung zeigt sich im Alltag.

„und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.“ 1. Petrus 2,12 Luth.1984
Viel beredter als Worte ist das Zeugnis guter Werke, die mit Freude getan werden und die eine gute Arbeitsqualität aufweisen. Menschen mit Beredsamkeit und Argumentationsgeschick können in einem Wortstreit mit einem Gläubigen scheinbar gewinnen. Sie können seine Überzeugungen widerlegen und seine Botschaft verspotten, doch können sie die Anziehungskraft eines christlichen Lebens, das in der Gemeinschaft mit Gott gelebt wird, nicht bestreiten.
Es ist nicht immer leicht und dennoch werden besonders Christen immer wieder dazu aufgerufen: Ein anständiges und rechtschaffenes Leben zu führen. Wobei darunter nicht zu verstehen ist, dass man seinen Müll sorgsam trennt und jeden Samstag die Strasse kehrt. Was aber ist nun gemeint? Weiterlesen

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,
Parallelvers
Ps 39,13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter.
Christen können ihre Pflichten aus 3 Perspektiven betrachten: 1.) als Pilger (V. 11.12); 2.) als Bürger (V. 13-17); und 3.) als Knechte (V. 18-20). In V. 21-25 zeigt Petrus, wie Christus ein Vorbild gegeben hat, indem er inmitten seiner feindseligen Umgebung ein vollkommenes Leben führte. Weiterlesen

1. Petrus 2,10 die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).

Das „einst“ und das „nun aber“ stehen in gewaltigem Gegensatz einander gegenüber. Sie waren vorher kein Volk. Es gab eine Zeit in ihrem Leben, in der sie nicht begnadigt waren (wörtlich: ohne Erbarmen), sondern unter dem Zorn Gottes (Röm.1,18 ff) und daher preisgegeben an die Verderbensmächte. Als Ungläubige kannten sie das Erbarmen von Christus nicht – sie waren einst „nicht ein Volk“, jetzt aber waren sie ein Volk Gottes geworden, weil sie Barmherzigkeit empfangen hatten. Barmherzigkeit ist gleichbedeutend mit Erbarmen und beinhaltet im Kern, dass Gott Mitgefühl mit der elenden Lage von Sündern hat und sie vor der gerechten Strafe für ihre Sünden rettet. Es rettet die Gläubigen vor dem Gericht in der Hölle und schenkt ihnen ein ewiges Erbteil im Himmel 1,4; Ps 37,18.
Jetzt wendet Petrus diese Worte des Propheten über Israel (vgl. Hos 2,25) auf die Gemeinde an – bestehend aus Judenchristen und Heidenchristen (vgl. Röm 9,22-26). „nicht ein Volk…. nun aber Gottes Volk“ Das griech. Wort, das hier mit „Volk“ (laos) wiedergegeben ist steht in LXX in erster Linie für Israel. Auch an dieser Stelle bezieht Petrus einen Begriff aus dem AT auf die Gemeinde. Er zieht Hos 1,6,9,10 und 2,23 (nach LXX) heran. Im urspr. Zusammenhang ging es um die Wiederannahme Israels durch Gott, nachdem es zunächst verworfen worden war. Petrus interpretiert (wie Paulus. Rom 9.25 f.) diese Passage aus Hosea jedoch als gleichzeitige Aufnahme der erwählten Heiden in das Gottesvolk. Gottes Gnade kommt Juden und Heiden unverdientermaßen zu, und so besteht eine wesentliche Kontinuität zwischen dem atl. Israel und der ntl. Gemeinde.
Auffällig ist, daß 1 Petr in all seinen ekklesiologischen Aussagen die Bezeichnung Kirche meidet und die Christenheit konsequent als „Volk Gottes“ darstellt. Dadurch will er den universalen Charakter des durch Jesus Christus geschenkten göttlichen Heils herausstellen und zugleich dem Selbstbewußtsein der im ganzen römischen Reich verbreiteten Christen als universale neue Gemeinschaft religiösen Charakters Ausdruck geben. Weder die Heiden noch die Juden sind das eine wahre Volk Gottes: Dies sind die Christen allein. Ihnen
allein ist daher die endgültige Zukunft in der voll erlösten Welt von Gott zugesagt. Insofern sind sie die Vorhut der erlösten Menschheit.

1.Petrus 2,9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;

Petrus schließt diesen Abschnitt seines seelsorgerlichen Schreibens mit einer eindringlichen Mahnung an seine Leser, den Weg der Heiligung in die Praxis umzusetzen.
Im Gegensatz zu den Ungehorsamen konzentriert sich Petrus auf die Gläubigen mit den Worten „Ihr aber“.
Hinter diesen Kennzeichnungen der christlichen Gemeinde als „auserwähltes Geschlecht“, „heiliges Volk“ und „Volk des Eigentums“ stehen atl. Gottesworte an Israel (vgl. 2. Mo 19,5f.; Jes 43,20f. 5. Mose 7,6-9). Der Titel „auserwähltes Geschlecht“, der ursprünglich nur Israel gebührte, gilt nun den Heidenchristen ebenso wie den Judenchristen. Die Gemeinde des neuen Bundes tritt also mit in die Stellung Israels ein. Allerdings tritt sie nicht an Israels Stelle, denn das atl. Gottesvolk ist von Gott nicht verworfen, sondern bis zum Ende der Zeit zurückgestellt. Wir sind ein -gepfropfte Zweige am Baum Israel (so drückt es Paulus aus, vgl. Röm 11,17.25f.).
Israel wird das Privileg, Gottes heiliges Volk zu sein, erst wieder genießen, wenn es sich am Ende im Glauben zum Messias hinwendet (vgl. Hes 36,25-31; Röm 11,24.26). Es ist heilsgeschichtlich bedeutsam, daß für die Berufung zur Gemeinde de Neuen Bundes nun nicht mehr Volkzugehörigkeit entscheidet, sondern Glaube! Nun, im Kirchenzeitalter, werden die Gläubigen als königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums bezeichnet. Petrus gebraucht für die Christen den Begriff „heilige Priesterschaft“ (1. Petr 2,5) und „königliche Priesterschaft“ (1. Petr 2,9; vgl. Offb 1,6). Königlich ist sie, weil sie der Königsherrschaft Gottes angehört und auf sie hin lebt. Trotz Bedrängnis und Verachtung ist sie dennoch königlich frei, weil sie gebunden ist an Gott.
Das neue Gottesvolk steht im Dienst seines Herrn: „… dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten.“ Christen sind Zeugen ihres Herrn und rufen vor den Menschen die „Wohltaten“ ihres Herrn einladend aus. Das griechische Wort „Wohltaten« kann mit „Herrlichkeit, Stärke, Machttat“ wiedergegeben werden. Dahinter steht Jesaja 43,21, Israel soll Gottes Ruhm verkündigen. Und diese „Machttat“ Gottes gipfelt eben darin, dass er uns „berufen hat von der Finsternis“. „Finsternis“ ist der Zustand des „alten“ Menschen, ist der „Schatten des Todes“ (vgl. Ps 107,10; Jes 42,7; Jes 58,10; Jes 60,2; Mt 4,16; Lk 1,79; Joh 1,5; Joh 8,12; 2. Kor 4,6; Eph 5,8; Kol 1,13; 1. Thess 5,4; 1. Joh 2,8.11).
Das grie Wort für Eigentum kann auch „Erhaltung“ und „Erwerbung“ bedeuten. Gemeint ist ein Eigentum, das Gott selbst für sich erworben hat. Niemand anderes kann Besitzanspruch auf dieses Volk erheben als allein Gott. Auch nicht für sich selbst ist dieses Volk da, sondern nur für Gott (vgl. Tit 2, 14). „Jesus Christus, der sich selbst für uns [Christen] hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen“ (Tit 2,13-14; vgl. Apg 20,28; 1Kor 6,20).
Gottes Plan in der Erwählung der Gläubigen zu seinem Volk ist es, daß sie verkündigen … die Wohltaten dessen, der sie berufen hat. Statt „Wohltaten“ könnte man auch „hervorragende Eigenschaften“, „außergewöhnliche Qualitäten“ oder „Tugenden“ (aretos; das Wort taucht nur viermal im Neuen Testament auf; Phil 4,8; 1. Petr 2,9;

2. Petr 1,3.5) schreiben. Die alte LÜ hat „Tugend“, aber das ist zu moralisch. Die rev. LÜ hat „Wohltat“, das ist richtig, wenn wir es nicht auf das Gebiet des äußeren Lebens beschränken, sondern als machtvolle Heilstat verstehen.
Die priesterlichen Gläubigen sollen so leben, daß das Wesen ihres himmlischen Vaters in ihrer Lebensführung zum Ausdruck kommt. Sie sollen die Herrlichkeit und Gnade Gottes bezeugen, der sie von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat. Petrus
von der Finsternis“ Die ganze Geschichte hindurch kannte die unerlöste Welt zwei Arten von Dunkelheit: in geistiger und in moralischer Hinsicht. Geistige Dunkelheit ist Unwissenheit – die Unfähigkeit, die Wahrheit zu sehen und zu kennen. Moralische Dunkelheit hingegen ist Unmoral – die Unfähigkeit, das Richtige zu erkennen und zu tun (Ps 58,4; Jer 17,9; Röm 8,7-8; 1Kor 2,14; Eph 4,17-19). Die Finsternis, die Petrus hier meint, fällt in die zweite Kategorie – der sündige Zustand der Ungläubigen, die in der geistlichen Dunkelheit des Teufels, des Fürsten der Finsternis, gefangen sind (Eph 2,1-2; 2Tim 2,25- 26; 1Jo 5,19). Eine solche Dunkelheit ist durchdringend und tief greifend (Ps 143,2; Pred 7,20; Jes 53,6; Röm 3,9-12).
Hier ist vom Licht als von einem Bereich gesprochen, nämlich dem der Nähe Gottes. Licht ist sein Kleid (Ps 104, 2), sein Reich ist von Licht geprägt, und er wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann (1 Tim 6, 16). Ja, sein Licht ist so intensiv, daß man ihm nicht ohne weiteres nahen kann: „Wer ist unter uns, der bei ewiger Glut wohnen kann“ (Jes 33, 14)?

1. Petrus 2,8 ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Psalm 118,22; Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind.

Man kann über Jesus nicht zur Tagesordnung übergehen und an ihm vorbei Zukunft bauen. Wer ihm begegnet, wird durch die Begegnung auf alle Fälle verändert: Er wird sehend, „lebendiger Stein, oder stößt sich an ihm wie ein Blinder und kommt zu Fall, d.h. er verfehlt seinen Schöpfer und Erlöser und damit seine Bestimmung.
„Stein des Anstoßes“ meint einen Steinblock, gegen den man anrennt und an dem man sich Schaden holt. Das wird unterstrichen durch den Ausdruck Fels, der zu Fall bringt“. Der Stein, den die Bauenden verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden, und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses. Ob der kostbare Eckstein dem Menschen Kostbarkeit ist oder Anstoß zum Fallen wird, das kommt nicht schicksalhaft über ihn, sondern hat seine Ursache im Glauben oder im Ungehorsam gegenüber dem „Wort“.
Nun verschiebt sich das Bild ein wenig von Christus als dem Prüfstein und Eckstein zum Stein des Anstoßes.
Mit Psalm 118,22 beschreibt Petrus noch einmal die Ausstoßung und Verurteilung Jesu durch die Führer Israels. Sie hielten sich für „Bauleute, wollten Gottes Herrschaft in Israel bauen, aber Jesus passte nicht in ihren frommen, so eigensüchtigen Bauplan. Deshalb haben sie ihn „verworfen“. „Hinweg mit ihm, kreuziget ihn!“, schrie damals die aufgehetzte Volksmenge vor dem Richterstuhl des Pilatus. Gott aber hat durch Kreuz, Leiden, Sterben und Auferstehung den Sohn zum kostbaren »Eckstein«, zum Ersten der neuen Schöpfung gemacht.
Während nach Jes. 8,14 Israel an Gott selbst zu Fall kommt, wenn es in seiner Politik nicht mit Gott rechnet, stolpert der Unglaube nun über Christus.
“wozu sie auch bestimmt sind“ –, weil sie dem Evangelium nicht glauben und gehorchen. Gott bestimmt Menschen nicht aktiv zum Unglauben; aber er verhängt das Gericht über jeden Ungläubigen (Joh 3,18.36; 8,24; 2Thes 1,6-9; Hebr 3,19; 4,11). Gott richtet Ungläubige als eine Folge ihrer mangelnden Liebe zu ihm, ihres Ungehorsams gegenüber seinem Wort und ihrer Weigerung, an ihn zu glauben. Paulus schrieb den Korinthern: „Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei verflucht!“ (1Kor 16,22).
Hier wird sowohl die freie Gnadenwahl Gottes als auch die Verantwortung des Menschen aufgezeigt. Die Menschen sind verdammt ( nehmen Anstoß«), „weil sie dem Wort nicht glauben“. Doch auch dieser Ungehorsam vollzieht sich nicht außerhalb des souveränen göttlichen Willens (Rom 9,14-24). 2,9 f. Durch seine Sprache, die er hier gebraucht indem er Begriffe, die im AT auf Israel bezogen waren, auf die Gemeinde anwendet stellt Petrus beide als das eine Gottesvolk vor.

1. Petrus 2,7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist,

Hier haben wir zuerst einen Zuspruch: „Für euch, die ihr glaubt, ist er kostbar.“ Für den, der Jesus Christus ganz vertraut, ist er der höchste Wert, das Beste, was ich im Leben gewinnen kann.
Hinsichtlich Christus kann es keinen neutralen Standpunkt geben. Den Pharisäern sagte Jesus: „Wer nicht mit mir ist, ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut“ (Mt 12,30). Somit gibt es nur zwei Gruppen hier, die Glaubenden und die Ungehorsamen, die die Wahrheit verschmähen. Dies schmettert die falschen Argumente des „nicht-glauben-Könnens“ ab. Unglaube ist Ungehorsam dem Ruf der frohen Botschaft gegenüber, es ist eine Sache der persönlichen Entscheidung. Diejenigen, die die Vergeltung des kommenden Herrn kennen lernen werden, sind die, „die dem Evangelium nicht gehorcht haben“. Dem Glaubenden ist Christus kostbar. Noch mehr, denn dieser Vers lautet: „Euch nun, die ihr glaubt, ist die Kostbarkeit“.
Der grie. Text enthält in V. 6 (timios = kostbar) und V. 7 (timae = Kostbarkeit) den gleichen Wortstamm. Das sollte auch in der Übersetzung zum Ausdruck kommen, denn V.7 nimmt das in V.6 zitierte als Gotteswort auf und wendet es auf die Empfänger an Das grie. timae heißt: Wert, Ehre, Ehrenstellung. hier am besten Kostbarkeit entsprechend dem „kostbar in V. 6. V. 6 sprach vom kostbaren Eckstein, und V. 7 f macht deutlich: den Gläubigen wird das Kostbare, die Ehre dieses Ecksteins zuteil, die Ungläubigen aber haben gerade den verworfen, den Gott zum Eckstein gemacht hat.
Damit ist der Gekreuzigte für sie zu einem Stein geworden, an dem sie sich stoßen, und zu einem Felsen, über den sie stolpern. So hat also der gleiche Stein ganz entgegengesetzte Wirkung, je nachdem die Menschen sich im Glauben oder Unglauben ihm stellen.

1. Petrus 2,6 Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“

Der Schreiber kehrt zum Thema, „Christus als Eckstein“ zurück und entwickelt es weiter. Dies tut er mit einer frei aus Jes 28,16 zitierten Stelle. Dort wird berichtet, daß die Obersten dem Volk von Jerusalem Rettung schaffen wollten dadurch, daß sie mit dem Tode und mit der Lüge einen Bund machten. Und die Führer Israels, die dem Gericht Gottes frech entgehen wollten. Sie meinten, sie hätten sich abgesichert, sogar gegenüber dem Tod, und könnten so ungestraft die Armen ausbeuten. Dem setzt Gott sein Rettungshandeln entgegen. Die Wortwahl sowie das Bild vom festgegründeten Eckstein drückt das souveräne, machtvolle Handeln Gottes so massiv aus, daß man spürt: wer das nicht respektiert, wer sich dem widersetzt, steht gegen Gottes entschiedenen Willen und wird daran zugrunde gehen. Schon im Judentum wurden diese Worte auf den Messias gedeutet. Die Apostel sahen in ihnen das Ostergeschehen geweissagt.
Durch Siehe soll die Aufmerksamkeit geweckt werden: Achtung! Hier geschieht etwas, was niemand ohne Schaden übergeht. Im Ostergeschehen ist Gott dem Verwerfungsurteil der Menschen entgegengetreten, hat das Urteil der Menschen korrigiert und ein Heil geschaffen, das der ganzen Welt gilt.
Während die von Menschen gebauten Tempel verschwinden, steht hier etwas, was alle Zeit überdauert. Hier wurde dieser große Stein in Zion gelegt. Der geographische Hinweis erstreckt sich auf Jerusalem in dem Abschnitt aus Jesaja (28,14). Zion ist der Bereich des neuen Bundes der Gnade in Gegensatz zum alten Bunde des Gesetzes vom Berg Sinai (Hebr 12,22-24). Dieser Stein ist der „Haupteckstein“. In Jes 28 wird von einem Grundstein gesprochen. Wir können ihn den „Eckstein des Fundamentes“ nennen. Es ist der Stein, der zwei Wände miteinander verband und von dem alle Messungen vorgenommen wurden. So ist es auch mit Christus, dem „Haupteckstein“. Er verbindet den alten und den neuen Bund in sich selbst. Er bringt in einer Verbindung Juden und Heiden zusammen (Eph 2,14-16) Die Kirche ist errichtet auf den Propheten und den Aposteln, die durch den entscheidenden Eckstein – Christus – zusammen gehalten werden ( Eph.2,20 ).
“wer an ihn glaubt“ In der hebr. Grundsprache haben die Worte „glauben“ und „gründen“ die gleiche Sprachwurzel: aman. Daran wird deutlich, daß Glauben nicht nur mit den Gedanken geschieht, sondern mit dem ganzen Leben. Weil es um die zeitliche und ewige Existenz geht, ist die Zusage so wichtig; Wer sich auf den von Gott gesetzten Eckstein „gründet“, ihm sich anvertraut, der wird nicht zuschanden.
Das Wort zuschanden meint, in seinem Vertrauen missbraucht worden zu sein oder seine Hoffnung auf jemanden gesetzt zu haben, der sie zunichte gemacht hat. Menschen, die ernsthaft an Christus als ihren Herrn und Heiland glauben, werden von ihm niemals enttäuscht (Röm 10,11-13; vgl. Jer 17,7-8).

1. Petrus 2,5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

Ehe die Leser nun an das Paradoxon eines „lebendigen Steines“ gewöhnt werden, führt der Text sie in die doppelte Metapher ein, nämlich daß sie selbst „lebendige Steine“ sind.
Wenn Sünder im Glauben zu Christus, dem „lebendigen Stein“, kommen, werden auch sie lebendige Steine; wenn jemand an Christus glaubt, dann teilt er dessen Leben (vgl. Joh 17,21.23; 2Kor 3,18; Eph 4,15-16; 1Jo 3,2). Lebendige Steine zu sein, bedeutet, dass die Gläubigen das ewige Leben Christi haben. Sie sind mit ihm verbunden, was ihr erstes geistliches Privileg ist. Sie verehren ihn nicht nur, sind ihm gehorsam und beten zu ihm; sie sind mit ihm als Steine in einem geistlichen Haus verbunden, dessen Eckstein er ist. Christen werden Teilhaber des göttlichen Wesens: Kol 3,3-4; vgl. Gal 2,20. Der Brennpunkt jeder Baureihe und die Perspektive jedes Winkels in diesem herrlichen Gebäude lenken das Augenmerk immer auf Christus hin.
Dieser Vergleich führt uns zu dem ersten geistlichen Vorrecht, dessen sich die Christen erfreuen: die Einheit mit Christus selbst. Das macht das Christentum einmalig unter den Religionen. Von Buddhisten heißt es nicht, sie seien in Buddha; Muslime sind nicht in Mohammed oder gar in Allah; Konfuzianer sind nicht in Konfuzius. Nur die Christen sind mit Christus vereint und empfangen ihr geistliches Leben von dem Gegenstand ihrer Verehrung. Weiterlesen