1Petrus 1,2 die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden!

In Vers 1 haben wir die irdische Stellung der Gläubigen, an die Petrus schreibt, gesehen, in Vers 2 sehen wir nun ihre geistliche.
Mit diesen Worten legt Petrus das theologische Fundament für sein seelsorgerliches Schreiben. Gott der Vater hat die Adressaten in seiner Gnade erwählt, und „Gott der Geist“ hat sie durch das sühnende Blut „ausersehen“ „Ausersehen“ bedeutet soviel wie „sorgen für“, „achten auf“. Derselbe Begriff ist in 1. Petr 1,20 für Christus gebraucht, der bereits vor der Schöpfung der Welt vom Vater „ausersehen“ wurde. Doch der Vater kannte nicht nur die Zukunft seines Sohnes; er kannte ihn selbst ganz und gar. So wie Christus hat Gott auch alle die „ausersehen“, auf die er (aus Gnade, nicht wegen ihrer Verdienste) geblickt hat. Einst konnte sich allerdings nur das Volk Israel als „auserwählt“ betrachten und diesen Ehrentitel für sich in Anspruch nehmen. Es ist nicht verwunderlich, daß diejenigen, die von Gott ausersehen wurden, Fremdlinge (parepidemois; das Wort drückt sowohl eine fremde Nationalität als auch das Vorübergehende der weltlichen Zugehörigkeit der Christen aus; vgl. 1. Petr 2,11) in der Welt sind. Weiterlesen

1 Petrus 1,1 ein Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien,

Der Schreiber Petrus eröffnet den Brief entsprechend der Gepflogenheit seiner Zeit mit seiner Signatur. So nennt er seinen Dienstnamen gleich am Anfang dieses Briefes und weist damit weg von seiner Person und hin auf seinen Dienstauftrag. Seine Vollmacht ist nicht in ihm selbst begründet, sondern eben in dem Dienst, zu dem ihn Jesus Christus selbst berufen hat. Das kommt auch deutlichst in der knappen Beifügung zum Ausdruck: „ein Apostel Jesu Christi“. Jesus Christus selbst hat ihn zum Apostel berufen (vgl. Mk 3,14; Apg 1,2). „Petrus“ ist sein Dienstauftrag, „Apostel« seine Dienstbezeichnung“. „Apostel“ ist ein einmaliges, unwiederholbares Amt, gemeindegründend (vgl. Eph 2,20), in das Jesus seine zwölf Jünger berufen hatte (vgl. Mt 10,2; Mk 3,14. Petrus schreibt diesen Brief in seiner ganzen apostolischen Vollmacht. Die Signatur Petrus kalkuliert im voraus eine breitere Zuhörerschaft als nur jüdische Gläubige. Dies wird vielleicht durch seine Anspielungen auf die Leser, d.h. auf solche, deren Vergangenheit als „eure Unwissenheit“ (1,14) bezeichnet wird, gestützt. Zu dieser Zeit waren sie „nicht ein Volk“ (2,10), sondern übten heidnische Praktiken aus, von denen sie nun befreit worden waren (4,3.4), durch ihre Bekehrung sind sie Kinder Abrahams „geworden“
Schon in den ersten tröstenden und ermutigenden Worten des Briefes kommt die zutiefst seelsorgerliche Intention des ganzen Schreibens zum Ausdruck. Gott hat die Christen nicht nach den Gesetzen des Zufalls oder nach menschlichem Ermessen zu seinen Auserwählten (vgl. 1. Petr 2,9) gemacht, sondern nach seiner souveränen, unbedingten Gnadenwahl. Die Erwählung ist Teil seines vorherbestimmten Planes. Sie gründet sich nicht auf das Verdienst derer, die erwählt sind, sondern allein auf die Gnade und Liebe Gottes, die ihnen von Anbeginn der Welt an galten. Weiterlesen

1. Petrus 1,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.

Die große Ehre für die Propheten, Weissagungen aussprechen oder niederschreiben zu dürfen, machte es nicht unnötig oder nutzlos, diese Weissagungen ernsthaft zu untersuchen, damit sie etwas verständen von dem, was sie aus der Fülle Gottes hatten mitteilen dürfen. Ganz offensichtlich verstanden sie folgendes nicht: Die Identität der Person, die als Messias kommen würde. Die „Zeit“ seines Kommens. Sie wurden vom Geist Gottes inspiriert, um „die Leiden“ des Messias und „die Herrlichkeiten danach“ vorherzusagen. Doch sie verstanden nicht, daß diese beiden Vorgänge mindestens 1900 Jahre auseinander liegen würden. Wie man es oft dargestellt hat, sahen sie zwei Bergspitzen 1. Golgatha, wo Jesus gelitten hat, und 2. den Ölberg, auf dem er in Herrlichkeit wiederkehren wird. Doch sie konnten nicht das Tal dazwischen sehen, d.h., das gegenwärtige Zeitalter der Gnade, in dem wir uns befinden. Weiterlesen

Ein Gebet um Hoffnung, die größer ist als alles Leid

Herr, alle Worte von Hoffnung und neuem Mut sind so leer, wenn
tief in uns Verzweiflung herrscht. Wenn wir voller Empörung und
Verbitterung stecken, erscheinen uns solche Worte bedeutungslos.
Wenn wir aber in unseren Herzen aufgeräumt haben, hören wir mit
neuen Ohren, Dann widerstehen wir diesen Worten nicht mehr,
sondern wissen sie plötzlich zu schätzen, und wir danken dir für sie.
Gib uns ein Maß an Gnade, das deckungsgleich mit dem Umfang
unserer Probleme ist Gib uns eine Hoffnung und ein Sinnbewusstsein,
das über unseren Schmerz hinausreicht. Und gib uns
immer wieder die Bestätigung, dass wir nicht allein sind und
dass dein Plan nicht im Sande verlaufen ist, auch wenn unser Schmerz zunimmt.
Hilf uns, wenn es uns zurzeit gut geht, ein Herz für die zu
haben, denen es nicht so gut geht. Gib uns ein Wort der Ermutigung
für die: die in einer Welt des Kummers leben.
Um uns nie vergessen, dass jedes Stolpern auf dieser steinigen
Wanderung von der Erde zum Himmel ein Hinweis darauf ist, dass
wir auf dem richtigen Weg sind.
Darum bitte ich in dem Namen dessen, der von Schmerzen und
Krankheit gezeichnet war.
Amen
Charles R. Swindoll Zeit der Hoffnung: Hoffnung ist der feste Glaube, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, Asslar: Projetktion J, 1996.