Was macht eigentlich ein Terrorist zu Ostern?

Verweilen. Aber nicht bleiben
Was macht eigentlich ein Terrorist zu Ostern? Ich fürchte, er kommt dort gar nicht an. Er bleibt beim Karfreitag stehen, ohne jedoch am Kreuz zu verweilen. Denn das Kreuz setzt zu viel voraus. Empathie zum Beispiel. Ein Terrorist blickt nicht auf den Gekreuzigten, das hält er nicht aus. Der ist zu stark für ihn.
Ein Terrorist steht am Rand und betrachtet die Szenerie, weidet sich am Chaos, das er hervorbringt. Hauptsache Blut. Hauptsache Tod. Hauptsache Aufmerksamkeit. Für Terroristen das Größte. Der Karfreitag ist das Ostern des Bösen.
Es sind bedrohliche Zeiten, in denen wir leben, wenn nicht einmal mehr eine Gruppe junger Männer zu ihrem Fußballspiel fahren kann.
Was ist eigentlich noch sicher? Dass übermorgen Ostern ist! Dass damit der Karfreitag das Ende vom Ende ist. Und Ostern ein Anfang. Es geht weiter! Und dass wir in dieser Gewissheit vom Kreuz her stets eine Antwort auf den Terror parat haben: Liebe.
Der Text ist von Josef Bordat die Überschrift wurde von mir abgeändert das Original siehe den Link unten. https://jobo72.wordpress.com/2017/04/14/verweilen-aber-nicht-bleiben

Veröffentlicht unter Ostern

Moderne Gesellschaften sind funktional nicht mehr auf Religion angewiesen.

Die NZZ zitiert den Religionssoziologen Jörg Stolz: „Moderne Gesellschaften sind funktional nicht mehr auf Religion angewiesen.“ Der Wohlfahrtsstaat garantiert materielle Sicherheit, die höhere Bildung greift die Glaubensfundamente an, der medizinische Fortschritt verschafft Heilung. Die Gesellschaft ist überzeugt, dass man den Herausforderungen mit Wissenschaft und Technik begegnet und Beten nicht viel nützt. Ähnliches ergab eine Internetumfrage unter rund 200 000 Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, durchgeführt in zehn europäischen Ländern inklusive der Schweiz. 85 Prozent der jungen Erwachsenen sagen, sie können ohne Gott glücklich sein.
Die Wissenschaft beschreibt Religion als System von Praktiken, mit denen Menschen versuchen, Gefahr und Not zu bewältigen und zu verstehen: In der Hungersnot wird dem Wettergott geopfert; in Kriegen wird Bewahrung erhofft, bei Krankheit und Tod wird etwas Grösseres um Heilung und Erlösung angefleht. Nachdem zumindest hierzulande der Hunger technisch-industriell beseitigt ist und die Regierungen demokratisch austariert sind, bleibt als letzte grosse Angst noch der Tod. Kindisch verschliessen wir die Augen vor ihm, wir weichen ihm aus. Öffentliche Abdankungen werden seltener. Aber der Tod hat Zeit; er wartet.
Nein, wir brauchen keine Religion. Nicht, wenn wir darunter eine Praxis verstehen, die uns als Gutmenschen in himmlische Sphären hebt, während wir uns an Geld, Gurus und geheimnisvolle Kräfte binden. Wer wissen will, warum er auf diesem Planeten atmet, der muss seine Suche am anderen Ende beginnen – bei Gott, dem Schöpfer. Die Antworten auf unsere Fragen nach Not und Tod, nach Sinn und Ziel liegen bei ihm.
Wie Gott über uns denkt, erfahren wir an Karfreitag und Ostern in grosser Deutlichkeit. Nicht wir steigen zum Himmel auf. Er kommt zu uns herab! Er löst unser Schuldproblem. Er stirbt unseren Tod. Er kommt zurück ins Leben. Er besiegt den Tod. Er streckt uns seine Hand hin. Unser Schicksal trägt den Namen Jesus Christus. Der Apostel Paulus schreibt im Kolosserbrief: „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (…) durch ihn und zu ihm hin ist alles geschaffen.“ Jesus sagt: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Es geht nicht um Religion. Es geht um die Frage, die Jesus an Martha gerichtet hat: „Glaubst du das?“ Rolf Hoeneisen  https://www.facebook.com/rolf.hoeneisen?hc_ref=NEWSFEED&fref=nf

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Lukas 24, 5.6

Als meine älteste Tochter gerade laufen gelernt hatte, war sie plötzlich verschwunden. Die Haustür von meinen Schwiegereltern stand offen, und sie war mit einem Mal weg.
In der Hauptstraße liefen viele Menschen, nur sie war nicht zu sehen. Mit Herzklopfen und allen Phantasien, was passiert sein könnte, die Straße entlang zu laufen und zu suchen – das waren keine leichten Minuten. Zum Glück habe ich meine Tochter dann im Geschäft von Freunden die nicht weit wohnten fröhlich herumlaufend wiedergefunden. Die Erleichterung war groß. Freude über ein quicklebendiges Kind.
Diese Art zu suchen hat sehr viel mit Liebe zu tun. Es geht nicht darum, vielleicht etwas oder jemanden zu finden; ich muss diesen Menschen finden! Er bedeutet mir so viel.
Mit Liebe haben sich auch die Frauen auf den Weg zum Grab Jesu gemacht, von denen das Evangelium erzählt. Sie suchten Jesus, von dem sie so viel empfangen hatten an geistlicher Stärkung und göttlicher Liebe. Sie wollten seinen Leichnam einbalsamieren, weil bei der Bestattung vor dem Sabbat dazu keine Zeit mehr gewesen war. Ein letzter Liebesdienst. Doch er ist nicht da. Das Grab ist leer. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden,“ wird ihnen gesagt.
In dieser Frage des Engels liegt eine gehörige Portion Ironie. Einen Lebenden bei den Toten suchen, das ist so verrückt wie einen Fußballhasser im Stadion zu suchen. Das ergibt keinen Sinn.
So entlarvt diese Frage den Kleinglauben, der Gott nichts zutraut; der Jesus auf der Seite des Todes sieht und nicht auf der Seite des Lebens. Aber wo der Glaube klein ist, da hilft die Liebe weiter. Die Frauen erinnern sich an Jesus, was er gesagt und getan hat. Sie erinnern sich, dass er sein Leiden vorausgesehen hat, und dass er von seiner Auferstehung gesprochen hat. Und diese Erinnerungen teilen sie mit den anderen Jüngern.

Ist Ostern das Gegenteil von Western?

Ja, natürlich – was denn sonst?
Ein Western ist Mythos, Ostern Geschichte. Revolverhelden, die nie aus dem Sattel fallen; Indianer, die ständig auf dem Kriegspfad sind; Kopfgeldjäger, die die Gesetzlosen mittels Steckbrief jagen … gute Unterhaltung, aber unterm Strich bleibt: Western sind unglaublich.
Ein Grab, das leer ist; Engel, die verkündigen: „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden“ und Augenzeugen, die für ihre Botschaft ihr Leben hingeben. Ostern ist unglaublich, aber wahr.
Wie hätten die ersten Christen in Jerusalem nach Ostermontag die Auferstehung von Jesus predigen können, wenn ihre Gegner ihnen das Grab mit dem Leichnam hätten zeigen können? Das wäre die reinste Lachnummer gewesen. Aber sie konnten auf ein leeres Grab verweisen und glaubhaft von einem lebendigen Jesus erzählen, der ihnen als Auferstandener begegnet war. Jesus lebt und sein Versprechen gilt noch heute:
Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. (Die Bibel: Johannesevangelium 11,25+26)
„Spiel mir das Lied vom Tod“ kennt jeder. Aber: Kennst du die Botschaft des Lebens? http://darumostern.de/artikel/ist-ostern-das-gegenteil-von-western

Veröffentlicht unter Ostern

Stephen Hawkings Gottesproblem

„Die Zeit begann mit der Entstehung des Universums. Wenn es also vorher keine Zeit gab, konnte es auch keinen Schöpfer geben, der ein bestimmtes Ereignis verursacht hat, da dies ohne Zeit nicht möglich ist. Es gibt also keinen Gott.“(Stephen Hawking)
Tut mir leid, Mister Hawking, aber bei all Ihrer Genialität machen Sie doch immer den gleichen gewaltigen Denkfehler. Ich bin 14 Jahre alt und so etwas wie ein „Astrophysikfreak“, weshalb ich immer wieder auf derartige Aussagen stoße. Und weil Physik und Religion sich eben nicht ausschließen, versuche ich jetzt zu erklären, warum Stephen Hawking genial, aber nicht genial genug ist. Sein Problem ist der Verstand, weil dieser es nicht zulässt, dass Hawking über den Rand eben dieses Verstandes hinausdenkt. Er hält alles für berechenbar. Aber Gott kann man nicht berechnen, weil unser Verstand ihn gar nicht erfassen kann. Hawking begründet weiterhin: „Die Natur lässt nichts Übernatürliches zu, weil sie ausschließlich nach den Naturgesetzen funktioniert“.
Warum sollte Gott sich kleiner machen, als er ist? Sich in Formeln und Zahlen quetschen, die ihn nicht annähernd erfassen können? Und das Wichtigste: Warum sollte Gott an Raum und Zeit gebunden sein, wenn er eben diese erschaffen hat? Warum sollte ein Universum unter genau richtigen Bedingen einfach zufällig entstehen? Will man auf all diese Fragen eine annähernd sinnvolle Antwort geben, kommt man um die Existenz eines Gottes eigentlich gar nicht mehr herum. Gott ist notwendig, um dem Leben einen Sinn zu geben, denn ohne Gott ist das Leben sinnlos, nichts hat Konsequenzen, ob man lügt, stiehlt oder sogar mordet. Alles in der Natur verfällt früher oder später ins Chaos, nur wir Menschen folgen Regeln, Gesetzen und einer Moral.
Warum sollten wir all das benötigen, wenn unser Handeln keine Folgen hätte? Aber weil mir eine solche Erklärung für die kurze Begegnung auf dem Gang zu lang ist, entgegne ich meistens nur: „Und was ist Religion für dich? Glauben oder Verstand?“
Zur Autorin: Laetitia Jennißen ist 14 Jahre jung und kommt aus Deutschland. Sie ist Mitglied bei der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. In ihrer Freizeit versucht sie, wissenschaftliche Theorien zu hinterfragen und selbst welche aufzustellen. Sie sieht sich als ein „Astrophysikfreak“.
Der Beitrag erscheint im Rahmen des Jugend-Schreibwettbewerbs von kath.net.
Mehr Infos unter: http://www.kath.net/news/59054

7. These: Gegen die Demontage der Schrift.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gottes Wort geschrieben wurde zum Heile des Menschen. Das eine, heilige Wort Gottes hat sich in der Christenheit als das Wort Gottes mit Vollmacht erwiesen. Die Heilige Schrift als Ganzes ist das eine, unteilbare und irrtumslose Gotteswort.
Der Apostel schreibt:»lch bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas davon tut von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott abtun seinen Anteil vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben steht.« (Offenbarung Joh. 22,18-19)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als ob der sündige, fehlende und irrende Mensch aus seinem Urteil neben dieses eine Wort Gottes noch andere Worte hinzufügen oder aus diesem einen Wort Gottes wegnehmen könne, so wie es ihm beliebt.
Luther bekennt:»Daran liegt Gott am meisten, daß sein heiliges Wort einzig in der Christenheit ohne allen Zusatz der Menschenlehre bleibe. Aber das Wort kann nicht bleiben, es sei denn, dass man Christus als den alleinigen Bauherrn ansehe und ihn allein den Namen haben lasse. Wo der nicht ist, da ist keine Einigkeit und muß auch ein Babel daraus werden«..  »Gottes Wort ist wie ein starker Strom, dem man durch keinerlei Gewalt wehren kann; es bewirkt wie die Natur, daß es die Gläubigen selig macht. Aber die Ungläubigen verdammt es und zerschmettert sie; und das darum, weil der Herr dieses Wortes die göttliche Weisheit, Macht und Gerechtigkeit ist. Darum ist es über alles, was wir haben und sind.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 96 – 97
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4063
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4070&preview=true
http://bibelkreis-muenchen.de/?p=4102&preview=true

Wenn wir nun also bedenken, zu welchem Zweck er (Gott) die Nahrungsmittel geschaffen hat

Wenn wir nun also bedenken, zu welchem Zweck er die Nahrungsmittel geschaffen hat, so werden wir finden, daß er damit nicht bloß für unsere Notdurft sorgen wollte, sondern auch für unser Ergötzen und unsere Freude! So hatte er bei unseren Kleidern außer der Notdurft auch anmutiges Aussehen und Anständigkeit als Zweck im Auge. Kräuter, Bäume und Früchte sollen uns nicht nur mancherlei Nutzen bringen, sondern sie sollen auch freundlich anzusehen sein und seinen Wohlgeruch haben. Wäre das nicht wahr, so könnte es der Prophet nicht zu den Wohltaten Gottes rechnen, daß „der Wein des Menschen Herz erfreut“ und daß „seine Gestalt schön werde vom Öl“ (Ps.104,15). Dann könnte uns die Schrift auch nicht immer wieder zum Lobpreis seiner Güte daran erinnern, daß er selbst solches alles den Menschen gegeben hat! Auch die natürlichen Gaben der Dinge selbst zeigen uns ausreichend, wozu und wieweit man sie genießen darf. Hat doch der Herr die Blumen mit solcher Lieblichkeit geziert, daß sie sich unseren Augen ganz von selber aufdrängt, hat er ihnen doch so süßen Duft verliehen, daß unser Geruchssinn davon erfaßt wird – wie sollte es dann ein Verbrechen sein, wenn solche Schönheit unser Auge, solcher liebliche Duft unsere Nase berührte? Wie, hat er denn nicht die Farben so unterschieden, daß die eine anmutiger ist als die andere? Wie, hat er nicht Gold und Silber, Elfenbein und Marmorstein solche Schönheit geschenkt, daß sie dadurch vor anderen Metallen und Steinen kostbar werden? Hat er nicht überhaupt viele Dinge über den notwendigen Gebrauch hinaus kostbar für uns gemacht?  Institutio III 10,2

Veröffentlicht unter Zitate

Tragischer Irrtum

„Eine Menge unbedeutender Menschen halten sich für große Geister und starke Seelen, nur weil sie den christlichen Glauben verachten.”
Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (Französischer Philosoph, 1715-1747)

Gottes Rettung, das Werk des dreieinigen Gottes

Worin besteht Gottes Rettung?
Die Rettung im Neuen Testament hat drei Zeitformen: Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Sie ist eine Rettung
– von der Schuld der Sünde (der Gesichtspunkt der Vergangenheit: Das Muss der Bestrafung ist aufgehoben)
– von ihrer Macht (der Gesichtspunkt der Gegenwart: Die Sünde herrscht nicht mehr über uns)
– von ihrem Dasein (der Gesichtspunkt der Zukunft: Die Sünde wird eines Tages nur noch eine unangenehme Erinnerung sein)
Die Rettung ist also ein fortlaufender Vorgang, der zur Zeit noch nicht abgeschlossen ist. Doch die Christen sind von Folgendem errettet:
– Vom Zorn Gott (von der Vergeltung des Gerichts, Röm 5,9; 1Thess 1,10)
– Vom ewigen Tod (Rom 6,21+23)
– Von der Herrschaft der Sünde (Röm 6,14+18)
– Vom Leben in der Furcht (Röm 8,15)
– Von uns beherrschenden ungöttlichen und unmoralischen Gewohnheiten (Tit 2,11-3,6)
Die Rettung durch den Dreieinigen Gott
Der Vater, der alles geplant hat (siehe Röm 8,28-30; Eph 3,9-11) sandte zuerst seinen Sohn und dann den Heiligen Geist in die Welt, damit sie seine Rettungsabsichten ausführten (sieh Joh 3,17; 6,38-40; 14,26; 16,7-15; Röm 8,26). Der Sohn, dessen Wesen und Freude es ist, immer den Willen des Vaters zu tun (siehe Joh 4,35; 5,19; 6,38; 8,29), wurde Mensch, um für uns zu sterben, für uns aufzuerstehen, für uns zu regieren und eines Tages für uns wiederzukommen, um uns zu dem Ort der glücklichen Ruhe zu holen, den er für uns vorbereitet hat (siehe Joh 10,14-18; 14,2+18-23). In der Zwischenzeit lässt er uns von seinem Thron Gnade und Hilfe zukommen (siehe Hebr 4,14-16, 7,25). Der Heilige Geist, der sich selbst im Hintergrund haltende göttliche Bevollmächtigte, der die Schöpfung zuwege brachte und der nun die neue Schöpfung bewirkt (Joh 3,3-8), ist seit Pfingsten am Werk, indem er den Gläubigen ihre Anzahlung auf das himmlische Leben und das Leben mit ihrem Retter verleiht (siehe Röm 8,23; Eph 1,13). Zusätzlich verändert der Heilige Geist zunehmend die Gläubigen in das Bild Christi hinein (siehe 2Kor 3,18).
Die Rettung ist also die dreifache Handlung des dreieinigen Gottes. Genauso wie die gegenseitige Liebe und Ehrerbietung als die Tätigkeit des Drei-in-Einem offenbart wird (siehe Joh 3,35; 5,20; 14,31; 16,14; 17,1+4), wird die Liebe zur und die Verehrung der Dreieinigkeit die ewige Berufung derjenigen, die der Drei-in-Einem errettet hat -, was schon jetzt beginnt. Ein Kennzeichen der Erretteten besteht deshalb darin, dass sie sich selbst unablässig der Anbetung hingeben, und sie möchten das buchstäblich immer und ewig so fortsetzen.
J. I. Packer. Heiligkeit. One Way: Wuppertal/Wittenberg, 1992. S. 62+64-65.

Warum sich jeder mit Friedrich Nietzsche befassen sollte

Friedrich Nietzsche ist der Philosoph, der mich persönlich schon am längsten beschäftigt. Nun kann man meine Überschrift kritisieren und sagen, dass ich mein Steckenpferd doch bitte nicht jedem aufdrängen sollte. Meine Gründe für die Aussage sind vielfältiger als das auf den ersten Moment erscheint. Nietzsche hat Christen und Nichtchristen, besonders auch selbsternannten Atheisten, sehr viel zu sagen. Doch gibt es auch Missverständnisse über ihn, die man nur lösen kann, wenn man sich direkt mit ihm und seinen Werken befasst. Außerdem hat seine Theologie und Philosophie eine Wirkungsgeschichte, die das wahre Wesen des Atheismus aufzeigt.
Am bekanntesten ist wohl Nietzsches Rede vom Tode Gottes in der Fröhlichen Wissenschaft. Nietzsche war nie stolz darauf, dass er endlich diesen Gott umgebracht hat. Manchmal wird das ein wenig so dargestellt. Im Sinne von: Endlich ist die Menschheit weit genug evolviert, um ohne Gott auszukommen. Nietzsche hat sich nie so geäußert. Er hat vielmehr festgestellt, dass es in den Kirchen viel Heuchelei gibt, dass Menschen predigen, die selbst gar nicht so glauben, was sie da erzählen, und so weiter. Unter dem Einfluss von Darwins Evolutionslehre hat er gedacht, dass der Mensch irgendwann diesen Gott nicht mehr braucht, und Nietzsche selbst sah seine Lebensaufgabe darin, herauszufinden, wie der Mensch ohne Gott leben kann; welche Werte er auch ohne Glauben tatsächlich noch vertreten kann.
Nietzsches Leben und Werk zeigt den schrecklichen Einfluss, den die liberale Theologie auf einen jungen Menschen haben kann. Als er David Friedrich Strauß‘ „Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet“ in der gekürzten, einbändigen Ausgabe las, verlor der junge, fromme Pietist seinen Glauben. Strauß wollte den historischen Jesus in den Evangelien finden – und am Ende fand er ihn nicht, sondern brachte auch noch seine Leser vom Glauben ab. Wir sollten uns an das Schicksal von Nietzsche erinnern, wenn wir uns historisch-kritischen Theologen wie Siegfried Zimmer und anderen öffnen.
Nietzsches Werk zeigt aber auch, wie ein echter Atheist zu denken und leben hat, wenn er denn bereit ist, kompromisslos mit Haut und Haaren seinen Atheismus zu bedenken und zu leben. Er muss im Zuge der Evolutionslehre vom Überleben des Stärkeren ausgehen und alle Hilfe dem Schwächeren gegenüber ablehnen. Warum? Weil sich dann nur die starken Gene weiter fortpflanzen. Die Neuen Atheisten sind allesamt Heuchler, die meinen, dass Atheismus auch Humanität beinhalten könne. Nietzsche zeigt sehr deutlich auf, dass das ein Widerspruch in sich selbst ist.
Nietzsches Werk macht aber auch sichtbar, dass es selbst in einer atheistischen Welt ein Metanarrativ, also eine übergeordnete Weltgeschichte und eine klare Weltanschauung braucht. Deshalb schrieb Nietzsche den Zarathustra. Dieser sollte als Bibel für die gottlose Zeit gebraucht werden. Er merkte, dass der Mensch nicht ohne Geschichte und ohne ein Staunen über seine Umwelt leben kann. Hierin zeigt sich Nietzsche aber auch wieder als unauthentisch und kompromissbereit. Für Christen sollte dies ein Grund sein, die biblische Heilsgeschichte und Weltanschauung ernst zu nehmen und daran aufzuzeigen, dass es die bestmögliche Art und Weise ist, die Realität zu betrachten.
Gerade auch die Wirkungsgeschichte von Nietzsches Werk sollte spätestens jeden denkenden Menschen überzeugen, dass der echte Atheismus eine gefährliche Ideologie ist, die besonders auch nicht mit dem Gewissen des Menschen vereinbar ist. Zahlreiche hohe Persönlichkeiten des Nationalsozialismus und der verschiedenen Kommunismen waren stark von Nietzsche beeinflusst. Wenn man dieser Tatsache ehrlich ins Auge schaut und sich fragt, was wir von Nietzsche lernen können, dann könnte ein möglicher Gedanke folgender sein: „Nie wieder Atheismus!“ Eingestellt von Jonas Erne http://jonaserne.blogspot.de/2017/02/warum-sich-jeder-mit-friedrich.html