Mondfinsternis

Wort und Wissens Foto.
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Ein faszinierendes Naturschauspiel: Mondfinsternis vom 21. Januar
Mond- und Sonnenfinsternisse sind relativ selten, weil sich Erd- und Mondbahn nicht genau in einer Ebene befinden. Nur ab und zu stehen Erde, Mond und Sonne bei Neumond oder Vollmond genau genug in einer Ebene. Dann kommt es zu einer Sonnen- oder Mondfinsternis. Der Erdschatten ist mehr als groß genug, um den ganzen Mond abzudunkeln. Bei totalen Sonnenfinsternissen reicht die relative Größe des Mondes meist knapp aus, um die Sonne gerade noch komplett zu bedecken. Im Durchschnitt sind die relativen Größen von Sonne und Mond aus unserer Perspektive fast völlig identisch – nur ein großer Zufall? (Wegen der elliptischen Bahnen schwanken die relativen Größen.)
Die beiden Bilder wurden uns freundlicherweise von Winfried Borlinghaus zur Verfügung gestellt. Wort und Wissen Beitrag.
 

Der Geist ist da!

Ein Christ kann darum niemals entscheiden, ob er an der Gemeinde mitbauen will oder nicht; er kann nur entscheiden, ob er an Christus glauben will oder nicht. Gehört er zu Christus, dann gehört er zur Gemeinde, und er wird befähigt, an der Gemeinde mitzutun! Der Christ wird in die Gemeinde ‚hineingebaut’, ‚und baut die Gemeinde mit auf’. Das ist keine Entscheidung, die ein Christ fällt, sondern diese Entscheidung wurde durch Christus über ihn gefällt. Anders formuliert: Bau der Gemeinde ist Wille unseres Herrn. Die Ströme des Lebens sind längst über die Gemeinde beschlossen, das Leben müssen wir nicht in die Gemeinde tragen, das Leben ist wirklich da, der Heilige Geist ist gegenwärtig, den müssen wir nicht erst machen! Und wenn wir ihn herabflehen, dann nur insofern, als wir beten: „Nun laß uns, Herr, die wir in dieser Geschichte, in dieser Situation leben, auch teilhaben an Deinem Geist, der längst Deiner Gemeinde verheißen ist.“ Es gäbe doch keine Gemeinde, es gäbe doch keinen Glauben, es gäbe doch keinen Trost, es gäbe doch keine Hoffnung, wenn der Geist Gottes nicht jetzt und hier in der Gemeinde herrschen und regieren würde. Es gäbe doch kein Verständnis des Evangeliums, wenn der Geist nicht jetzt unter uns herrschen würde. Klaus Vollmer, Die Gemeinde kennt keine Stars (Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 44–45)

Ins Herz gemeißelt

„So also stehen die Dinge: der Glaube der Christen darf sich nicht auf menschliches Zeugnis gründen, nicht auf schwankende Meinungen stützen, noch sich durch Autorität von Menschen absichern, sondern er muss uns mit dem Finger des lebendigen Gottes ins Herz gemeißelt sein, damit ihn kein Irrtum mit seiner Verblendung auslöschen kann.“ (Johannes Calvin, 1509-1564)
Zweifellos ist es ermutigend, wenn Archäologen die historische Zuverlässigkeit einer biblischen Aussage bestätigen oder wenn bedeutende Gelehrte ihr Vertrauen in die Aussagen Gottes bekennen. Der Blick in die Schönheiten der Natur kann einen ebenso tiefen Eindruck hinterlassen, wie der mitreißende Lebensbericht eines Menschen, der aus Gottlosigkeit und Eigensucht umgekehrt ist, um ein neues Leben mit Gott zu beginnen. Auch selbst erfahrene Wunder oder überraschende Gebetserhörungen festigen den Glauben, zumindest eine Zeitlang. Natürlich ist auch der Zuspruch anderer Christen ganz angenehm, weil er den Eindruck vermittelt, mit seiner Auffassung nicht ganz alleine dazustehen.
Am Ende aber braucht es die ganz persönliche Beziehung zu Gott, die langjährige Erfahrung seiner Nähe, das Reden des Heiligen Geistes im eigenen Innern, dass auch bei Leiden oder in Phasen des Zweifels eine Sicherheit des Glaubens vermittelt, die über alle rationalen Argumente oder spirituellen Gefühle hinausgeht. Diese Gewissheit kann man weder lernen noch erzeugen, sie muss dem Christen von Gott geschenkt werden.
„Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu!“ (Philipper 4,7) Michael Kotsch

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Das christliche Leben ist …

„Das christliche Leben ist in allen Bereichen – Intellekt und Ethik, Frömmigkeit und Beziehung, nach oben gerichtete Anbetung und nach Aussen gerichtetem Zeugnis – übernatürlich; nur der Geist kann es initiieren und erhalten.
Ohne ihn gibt es also nicht nur keine lebendigen Gläubigen und keine lebendigen Gemeinden, sondern überhaupt keine Gemeinden.“ J.I. Packer

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Nashville Erklärung – Für Meinungsfreiheit bei Gender- Fragen

Gegenwärtig wird in den Niederlanden heftig um die sogenannte „Nashville Erklärung“ gestritten. Diese 2017 in den USA verabschiedete Stellungnahme zu Fragen von Ehe und Sexualität wurde vor kurzem ins Niederländische übersetzt und von rund 300 Pfarrern und Politikern unterzeichnet (neben 30 000 Gemeindegliedern). Niederländische und deutsche Prominente laufen seitdem dagegen Sturm, dass sich Christen hier ganz eindeutige hinter ethischen Aussagen der Bibel stellen, die noch bis vor wenigen Jahren gemeinsame Überzeugung aller christlichen Kirchen gewesen waren. Medienvertreter und Politiker bemühen sich, die Aussagen der „Nashville Erklärung“ lächerlich zu machen und sie als Meinungsäußerung religiöser Extremisten zu diffamieren.
Dabei geht es in dem Papier weder um eine gesamtgesellschaftliche Forderung noch um den Versuch, säkular gesinnte Menschen zu zwingen, nach biblischen Maßstäben zu leben. In Übereinstimmung mit jahrhundertelanger christlicher Tradition und im Einklang mit Aussagen der biblischen Autoren wird hier lediglich für eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau in Treue und Liebe plädiert. Viele der heutigen Kritiker haben lange Zeit für sexuelle Meinungsfreiheit gekämpft. Heute fordern dieselben Interessengruppen abweichende Überzeugungen zu verbieten oder unter Strafe zu stellen. So schnell entwickeln sich gesellschaftliche Randgruppen offensichtlich zu Meinungs- Diktatoren des Mainstreams, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.
Die 14 Punkte umfassende „Nashville Erklärung“ umfasst folgende Aussagen: 1. Gott ist für Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, 2. Sexualität hat ihren Platz in der Ehe, 3. Gott hat den Menschen unterschiedlich als Mann und Frau geschaffen, 4. Es tut dem Menschen gut, die von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu beachten, 5. Im Normallfall entspricht das biologische Geschlecht auch dem sozialen, 6. Auch sexuell uneindeutige Menschen verfügen über die ganze Würde als Geschöpfe Gottes, 7. Gender- Ideologie stimmt nicht mit dem Willen des Schöpfers überein, 8. Wer homosexuell empfindet kann als erfüllter Christ leben, 9. Sexuelle Wünsche widersprechen manchmal dem guten Konzept Gottes, 10. Die Befürwortung unbiblischer Modelle von Sexualität ist Sünde, 11. Christen sind verpflichtet auch in sexuellen Fragen wahrhaftig miteinander zu sprechen, 12. Sexuelle Sünden können vergeben werden, 13. Gott kann sexuelle Orientierungen verändern, 14. Sündenvergebung ist für alle Menschen offen, die das wollen.
Christen sollten sich deutlicher und mutiger zu Gottes Aussagen über Sexualität stellen und sich gleichzeitig davor hüten, die Bibel lediglich nach dem jeweils vorherrschenden Zeitgeschmack umzuinterpretieren. Michael Kotsch

 

Erbsünde

„Die Strafe der Erbsünde ist eigentlich, Gott nicht zu erkennen und nichts von ihm zu wissen. Das ist eine schwere Lästerung. Dazu gehört auch, den Nächsten nicht zu kennen, ihn nicht zu achten, ihm alles Mögliche Schlimme anzutun, ihn manchmal sogar zu töten. Zum Dritten ist es eine Folge der Erbsünde, sich selber nicht wirklich zu kennen. Man denkt nur an sich, geht nur den eigenen Wünschen nach. Man sucht nur seinen Vorteil und nimmt dabei Schaden für Andere in Kauf.“ Martin Luther (1483-1546)
Für viele ist die „Erbsünde“ eine ungerechte Sache. Gott verurteilt einen Menschen, obwohl der nichts getan hat, so wird angenommen. Scheinbar muss man dann für die Schuld seiner Vorfahren büßen. In der Realität ist das natürlich nicht so einfach, weil nach Gottes Maßstäben jeder ganz von alleine schuldig wird und das immer wieder. Allerdings sind Menschen zumeist sehr erfindungsreich beim Ausdenken von Entschuldigungen die das Fehlverhalten erklären sollen oder darauf verweisen, dass die Schuld der anderen immer noch bedeutend größer ist.
Seltsamerweise beschwert sich aber kaum ein Menschen wegen der unverdienten Vorteile, die man seinen Vorfahren zu verdanken hat: das geerbte Haus oder Geld, die vererbten Begabungen, die gute Erziehung und Bildung usw. Dabei hat man doch ganz offensichtlich auch nichts getan, mit dem man diese Dinge verdient hätte.
Aus Luthers Sicht gehören zur Erbsünde nicht nur das eigene Fehlverhalten und die Schuld der Eltern, sondern auch die mangelnde Erkenntnis von Gott, dem Nächsten und sich selbst. Menschen werden heute ohne natürliche Verbindung zu Gott geboren und das hat Auswirkungen. Weil der Mensch Gott nicht kennt, gibt er ihm nicht den Dank und den Gehorsam, der ihm eigentlich zusteht. Man erfindet eigene Maßstäbe für Gut und Böse und wundert sich, dass die dann zu viel Leiden führen. Wie schon Luther es sagt, erkennt der Mensch ohne Gott auch nicht den Wert seines Nächsten. Zumeist sucht er bei ihm nur seinen eigenen Vorteil: Anerkennung, Lob, Spaß, Gemeinschaft, Geschenke, …
Sich selbst und seine eigene Bedeutung übersehen viele ebenso. Lebenslang sind sie auf der Suche nach wirklichem Glück und wirklicher Erfüllung und finden es doch immer nur für wenige Augenblicke, die sie ständig zu wiederholen versuchen. Bevor sie Gott kennenlernen, der alle Sünde ausräumt, wissen sie sich aber nie dauerhaft angekommen und angenommen.
Augustin hat etwas sehr Wichtiges durch sein Bibelstudium erkennen dürfen, das das Wesen dessen, was wir „Erbsünde“ nennen, beschreibt (Sünderzustand als ontologische Prädisposition!):
Sünder sündigen, weil sie Sünder sind. Ursache ist das Sein: non posse non peccare (nennt das Augustin), auf Deutsch: als natürlicher Mensch nicht mehr in der Lage zu sein, nicht zu sündigen, ja, sündigen – als Notwendigkeit – zu müssen.
Genau das finde ich auch in der biblischen Sündenlehre (NT) vor: tot in Sünde als Sein (Eph. 2 u.v.a.). Dagegen kann kein Mensch etwas ausrichten mit menschlichen Mitteln: non posse non peccare ist die Folge. Deshalb: das Heil wird geschenkt sola gratia ! Anders ginge es ja auch gar nicht, hat man erst einmal begriffen, wer der Mensch (die Menschheit) als Sünder geworden ist.
Die Lehre der Gegner des Augustinus nennt man Pelagianismus oder Semi-Pelagianismus. Sie vertreten eine verhängnisvolle soteriologische Irrlehre zum Verhältnis von Gnade und Sünde und der Potenz des Menschen als Sünder. Solche „Pelagianer“ gibt es noch heute, allerdings unter modifizierter Benennung

Chang’e-4

Still kreist die Erde in einem Raum voll mit toter Materie. Kräfte, Abstände, Atmosphäre – alles harmoniert auf verblüffende Weise und ermöglicht Leben. Seien wir realistisch: Das ist ein Wunder!
Am 3. Januar, um 3 Uhr 26, landete die chinesische Sonde Chang’e-4 auf der Rückseite des Mondes in einer von Meteoriteneinschlägen zerfurchten Tiefebene. Über diese „dunkle Seite“ des Mondes wissen wir wenig. Der Mond dreht sich zwar um die eigene Achse, trotzdem sehen wir von der Erde
aus immer nur die eine Seite. Die Rotation des Mondes ist gekoppelt mit seiner Umlaufzeit um die Erde.
Die Ziele der chinesischen Raumfahrtbehörde sind ehrgeizig: In den kommenden Jahren will man auf dem Mond eine bemannte Station aufbauen und gleichzeitig eine Raumstation in den Orbit schicken. Das erste Modul der Station „Tiangong“ soll noch in diesem Jahr in die Umlaufbahn gebracht werden. „Tiangong“ heisst „himmlischer Palast“.
Von der Erde zur Rückseite des Mondes gibt es keine direkte Funkverbindung. Um dort landen zu können, stationierten die Chinesen einen Relais-Satelliten neben dem Mond, der sowohl mit der Erde als auch mit der Sonde kommunizieren kann. Als Armeefunker kenne ich das Relais-Prinzip. Wo Hindernisse der Verbindung im Weg stehen, braucht es eine zwischengeschaltete Relaisstation. Sie lenkt die Wellen vom Sender zum Empfänger um.
Der Blick an den nächtlichen Himmel führt bei vielen Menschen zu metaphysischem Schauern. So dichtete beispielsweise Friedrich Schiller: „Brüder – überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen (…) Ahnest du den Schöpfer, Welt? Such’ ihn überm Sternenzelt!“ Und Nasa-Direktor und Astrophysiker Thomas Zurbuchen, Pfarrerssohn aus Heiligenschwendi BE, sagt, dass Universum lehre, „dass es Wichtigeres gibt als unsere kleinen Leben“.
Der Blick ins Weltall weckt eine Ahnung von der Macht seines Schöpfers. Er selbst scheint unerreichbar im Dunkeln zu sein. Berechnen lässt er sich auf keinen Fall. Der Weg zu Schillers „liebendem Vater“ führt über den Glauben. Jesus Christus ist – man erlaube mir den Vergleich – die „Relaisstation“ zwischen Erde und Himmel. Die Heilige Schrift beschreibt Jesus als den Weg zu Gott, zum Schöpfer, der sich als liebender Vater erweist. Wer im Namen von Jesus betet ist zwar noch nicht im Himmel, aber er vernimmt bereits dessen Melodie. Rolf Hoeneisen Facebook

Selbstüberwindung

Echte und überflüssige Berater, Coachs, Therapeuten oder Gurus geben einem heute fast immer selbe Mantra: „Mach wozu Du List hast!“ oder anders ausgedrückt: „Du weißt am besten, was für Dich gut ist!“ – Natürlich hört sich das ziemlich gut an, denn wer will sich schon von jemand anders sagen lassen, was in einer bestimmten Situation dran ist oder wovon man besser die Finger lassen sollte. Viele Menschen fragen zwar nach der Meinung anderer, suchen in Wirklichkeit aber nur eine begeisterte Zustimmung. – Ok, dann gilt heute also: „Du bist absolut toll! Alles was Du machst und willst ist absolut Hammer!“ – Damit sind die meisten bestens zufrieden und die Freundschaft ist erst einmal garantiert. Nur stimmt dieser Zuspruch eben nicht immer.
Manchmal hat man keinen wirklichen Durchblick. Dann rät einem das Gefühl genau zu der falschen Entscheidung. Oftmals ist das Richtige eben auch mit Mühe, unangenehmer Selbsterkenntnis oder Überwindung der eigenen Trägheit verbunden.
Wahrscheinlich gibt es kaum ein erstrebenswertes Ziel, dass nicht auch etwas kostet. Ohne ein gewisses Maß an Selbstüberwindung bekommt man höchstens kurzfristige Befriedigungen: billige Komplimente bei lauter Musik und Alkohol; relativ schnelle Erfolge beim Zocken am Computer; Angebereien oder billige Witze, Leute abzocken für den eigenen Vorteil usw.
Echt lohnenswerte Ziele kosten Selbstüberwindung: Die Überwindung im Sport nicht aufzugeben, auch wenn die Muskeln schmerzen und die Leistung nur langsam steigt. Die Überwindung sich mit einem neuen Instrument immer wieder zum Üben hinzusetzen, auch wenn ein Musikstück selbst nach 10 Stunden noch nicht konzertreif ist. Die Selbstüberwindung, sich in einer Partnerschaft auf die Eigenarten und Fehler des Anderen einzustellen, auch wenn sie nerven. Die Selbstüberwindung eigene Bequemlichkeit zurückzustellen, um sich Zeit für Gott und für andere Menschen zu nehmen, auch wenn man gerade keinerlei Lust dazu hat. – Gut das Gott Kraft gibt um das Unangenehme tun zu können!
„Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.“ (Epheser 6, 13) Michael Kotsch

Schüler der Schrift

„Niemand kann auch nur zum geringsten Verständnis rechter und gesunder Lehre gelangen, wenn er nicht Schüler der Schrift wird.“
(Johannes Calvin, 1509-1564)
Immer wieder, in allen Jahrhunderten wurde Christsein professionalisiert. Die „normalen“ Menschen können sich beruhigt zurücklehnen und ihren Alltagsgeschäften nachgehen, während sich die „Spezialisten“ stellvertretend für alle anderen der Frage nach Gott widmen. Für die großen Kirchen wurde das zeitweilig auch zu einem einträglichen Geschäft. Man ließ sich die Vermittlung eines guten Gewissens oder die Zusage der himmlischen Herrlichkeit gut bezahlen. Außerdem schmeichelte es ungemein dem Ego, wenn man über einen wichtigen Bereich der Realität sozusagen alleine bestimmen konnte.
In der Gegenwart, in der es für alles und jedes eine Bescheinigung braucht, erwartet man das natürlich auch von einem Pfarrer und Theologen. Der soll seine Aufgabe ebenso professionell erledigen wie der Arzt oder Automechaniker. In der zumeist akademischen Ausbildung an deutschen Universitäten muss sich der Theologe in erster Linie mit den Annahmen der Gesellschaftswissenschaften und den verschiedenen Meinungen einflussreicher Professoren beschäftigen. Die persönliche Beziehung des Studenten zu Gott, seine Bekehrung oder sein Umgang mit der Bibel sind Privatangelegenheit, so wird vermittelt. Deshalb gibt es immer mehr vollamtliche Theologen, die zwar alle erforderlichen Scheine und Diplome besitzen, aber kaum eigene Glaubensfestigkeit. Dabei sind es gerade die Charaktereigenschaften und die Stabilität des Glaubens die in der Bibel Als entscheidende Qualifikationen für ein geistliches Leitungsamt genannt werden.
Calvin hat zweifellos vollkommen Recht, wenn er fordert, dass ein geistlicher Lehrer oder gemeindlicher Theologe vor allem Vorbild sein muss in seinem Umgang mit Gott und seinem Wort. Denn die Bibel will nicht in erster Linie das theologische Wissen erweitern, sondern das Leben verändern und die Beziehung zu Gott stärken. Nach den Reformatoren forderten deshalb auch die Väter des Pietismus eine Erneuerung der theologischen Ausbildung, hin zu mehr Glaubwürdigkeit und persönlicher Glaubenspraxis.
„Ein Ältester aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels.“ (1.Timotheus 3, 2-7) Michael Kotsch

Wunscherfüllung

„Nur solche Gebete werden erhört, die in Übereinstimmung mit dem geoffenbarten Willen Gottes sind.“
(Hudson Taylor, 1832-1905)
Ganz besonders am Ende des einen und am Beginn des neuen Jahres wird überall Bilanz gezogen. Mehr oder weniger erfreut bzw. frustriert schaut man auf die Ereignisse der vergangenen Monate zurück. Je nach Persönlichkeit und Lebensphase dominiert beim Blick auf das kommende Jahr die Freude oder der Frust.
Natürlich ist es sehr empfehlenswert, gelegentlich Resümee zu ziehen. Nur so kann man verhindern, eigene Fehler immer und immer zu wiederholen. Die Erinnerung ans vergangene Jahr kann bei Christen auch zu einer berechtigten Pause der Dankbarkeit führen. Jeder, der nur einige Minuten nachdenkt, wird sich dann an einiges erinnern, was ihm von Gott geschenkt wurde: Momente des Glücks, Gesundheit, Freunde, materielle Güter, Urlaub, eine Wohnung, gutes Essen, Vergebung, Verständnis, Trost usw. Ganz sicher ist das Jahresende ein geeigneter Zeitpunkt, um sich an all das zu erinnern, was Gott geschenkt hat und ihn dann „Danke“ dafür zu sagen.
Auch Probleme, Schmerzen und Fehler hat das vergangene Jahr für viele Menschen mit sich gebracht. Es hilft nur wenig das vorschnell zu verdrängen. Jetzt, am Ende des Jahres, ist die Zeit alles Leiden an Gott abzugeben, der alleine wirklich helfen kann zu tragen und zu trösten. Schuld und Fehler aber verschwinden auch nicht einfach von selbst. Sie müssen eingesehen und vergeben werden. Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt sich dieser unangenehmen Aufgabe zu stellen, um entlastet ins neue Jahr zu starten.
Bei allen Vorhaben, Wünschen und Planungen für die Zukunft, sollten Christen nie den Willen Gottes aus dem Blick verlieren. Gott ist nicht einfach eine immer nur alles absegnende Energie, die dauerhaften Erfolg allen verspricht, die sich das so wünschen. Natürlich kann man Gott um alles bitten, auch um egoistische, lediglich genussorientierte oder sogar sündige Vorhaben. Gott hat aber auch seinen eigenen Plan für jeden Menschen und unverrückbare Maßstäbe, die letztlich über richtig und falsch entscheiden; ganz unabhängig davon ob wir uns dabei gut fühlen oder nicht. Christen sollten das neue Jahr mit Gott planen, nach seinem Willen fragen und sich vornehmen, auch dementsprechend zu handeln, selbst wenn es mal schwer oder unangenehm wird. Ganz sicher hört Gott jedes Gebet, aber er erfüllt nicht alle Bitten, in der Weise wie man es sich vielleicht wünschen würde. Michael Kotsch