Mittelalterliches Weltbild

15. August 2010

Das angebliche "mittelalterliche" Weltbild

Wer kennt es nicht: Jenes Bild im Stile eine Holzschnitts aus dem 16. Jahrhundert, mit dem man bis heute meint, das es das Weltbild des “finsteren Mittelalters” realistisch darstelle?
In wie vielen Büchern macht man sich durch dieses vermeintlich aus dem Mittelalter stammende Bild über die damalige Zeit und die angeblich “wissenschaftsfeindliche” Kirche lustig?
Wenige wissen jedoch, daß dieses Bild keineswegs aus dem Mittelalter, sondern aus der Neuzeit stammt!
Es erschien vielmehr erstmals im Jahre 1888 (!) in dem Buch “L’Atmosphère. Météorologie populaire” des Franzosen Camille Flammarion.
In der Folge wurde (und wird bis heute!) allerdings immer wieder suggeriert, jener Holzschnitt aus dem 19. Jahrhundert stamme aus mittelalterlicher Zeit und stelle das damalige Weltbild dar.
Die irrige moderne Annahme, daß die mittelalterliche Christenheit an eine Erdscheibe geglaubt habe, wird allerdings von der “Historical Society of Britain” als weitestverbreiteter historischer Irrtum bezeichnet. http://www.stmichael-online.de/weltbild.htm

1Petrus 1,24 Denn „alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 1Petrus 1,25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“ (Jesaja 40,6-8). Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.

14. August 2010

Petrus verwendet hier eine höchst anschauliche Illustration aus Jesaja 40 und legt sie den Gläubigen vor, die durch die souveräne Hand Gottes wie Samen zerstreut worden waren. Die kurze und übergangsmäßige Eigenschaft des natürlichen Lebens wird hier als verdorrendes Gras dargestellt. Dieses Leben ist einem kurzen Tag zu vergleichen. In Ps 90,6 heiß es: “Morgens blüht es und sproßt auf; am Abend wird es abgemäht und verdorrt”. Die gleichen Winde und Regen sowie die versengende Hitze legen sich über den guten wie auch den fleischlichen Samen.
Mit dem Ausdruck alles Fleisch sind alle Menschen gemeint. „Fleisch“ bezeichnet den natürlichen Menschen. Wie groß erscheint der Mensch mit seiner Macht und Weisheit, mit seiner Kultur und Wissenschaft! Und doch ist das alles nur „Fleisch“, auch in seinen schönsten und edelsten Blüten. Und dessen Schicksal ist gekennzeichnet durch die Worte: verdorrt ist das Gras und die Blume ist abgefallen. Die Vergangenheitsform besagt: Das ist nicht nur Vorhersage der Zukunft, sondern millionenfache Erfahrung. Diesen Beitrag weiterlesen »

Up in the Air

11. August 2010

Ryan Bingham ist immer unterwegs:
Wenn Fliegen Freiheit ist, dann ist Ryan Bingham ein sehr freier Mensch. Man könnte ihn aber auch für zwangsneurotisch halten. Der Zwang, allen Zwängen zu entfliehen, hat ihn fest im Griff. Seine Horrorvorstellung ist es, mehr als vierzig Tage im Jahr in seiner Wohnung verbringen zu müssen.
322 Tage, verkündet er stolz, hat er vergangenes Jahr im Hotel verbracht. Kein Wunder, dass sein eigenes Apartment in Omaha, Nebraska, aussieht wie ein Motelzimmer vielleicht nur dürftiger eingerichtet. Nur der Begrüßungstext im Fernseher fehlt. Dafür stehen ein paar Schnapsfläschchen aus einer Hotel-Minibar im ansonsten leeren Kühlschrank. Dafür versteht er sich unterwegs auf Luxus, Upgraden lautet sein Zauberwort, ob in Sachen Hotel, Mietauto oder Flugzeug.
Dieser rastlose Mann im grauen Anzug, liebt das Reisen – als Selbstzweck. Er liebt das Surren der Räder seines Rollkoffers auf den polierten Flughafenböden, er liebt den Blick aus dem Flugzeugfenster aus 10.000 Meter Höhe, er liebt es, in der Masse der Mitreisenden zu verschwinden. Und das immergleiche Dienstleistungslächeln der Stewardessen, die kalte Pracht der Airport-Hotels, die kurzen Absacker an der Bar, die flüchtigen Abenteuer – eventuell – mit einer Hotelbekanntschaft.. Schlange stehen und warten muss er nur selten, denn Bingham besitzt alle wichtigen Vielfliegerkarten, die Lizenz zum Vordrängeln. Nicht mehr lange, und sein Konto bei American Airlines wird zehn Millionen Meilen betragen. Nur sechs andere haben diesen Status vor ihm erreicht. “Es waren schon mehr Menschen auf dem Mond”, sagt Bingham.
Ryan Bingham ist ein Nomade des frühen 21. Jahrhunderts, auf Effizienz gedrillt. Diesen Beitrag weiterlesen »

The Book of Eli

2. August 2010

Nach einer Katastrophe, die fast alles Leben auf Erden ausgelöscht hat, bahnt sich im Jahr 2044 ein einsamer Wanderer seinen Weg auf zerstörten Freeways und durch kalte Ruinen. Die Umgebung ist feindselig, überall könnten marodierende Banden zuschlagen und ein Schluck Wasser oder ein paar Schuhe entscheiden, wer unter Jägern und Gejagten den nächsten Tag erlebt. Der Name des Wanderers ist Eli (Denzel Washington). Obwohl er nicht weiß, ob es tatsächlich irgendwo noch Hoffnung für die Zivilisation gibt, ist er unterwegs nach Westen. Im Gepäck ein mysteriöses Buch, das auch von anderen manisch begehrt und von Eli mit seinem Leben geschützt wird. In einer zerfallenen Stadt, in der das Gesetz des Stärkeren herrscht, trifft Eli auf den despotischen Carnegie (Gary Oldman), der seinem Geheimnis bald auf die Schliche kommt. Zwar kann sich Eli zunächst der Waffengewalt von Carnegies Schergen erwehren und mit Hilfe der jungen Solara (Mila Kunis) flüchten. Doch beim nächsten Wiedertreffen der Kontrahenten wird Eli nicht nur seines Besitzes beraubt, sondern auch mit einem Bauchschuß zum Sterben zurückgelassen. Carnegie scheint sein Ziel erreicht zu haben.
Mit einem ausgesprochenen Gespür für Tempo enthüllt der Film jedoch nach und nach einige Informationen, die vor allem in der Aussage gipfeln, die meisten Menschen hätten in der Bibel die Ursachen des Krieges gesehen. Deswegen haben sie versucht, alle Exemplare zu verbrennen.
Der Zustand der Welt straft indes dreißig Jahre später die Einschätzung eindrücklich Lügen: Ohne die Bibel, ohne den Glauben an eine transzendente Welt sind die Menschen zu Bestien geworden. Das Außerordentliche an „The Book of Eli“ liegt gerade darin, dass nicht irgendwelche Gutmenschen in der Lage sind, die menschliche Zivilisation wiederherzustellen. Dafür benötigt der Mensch etwas, was über seine Kräfte und Fähigkeit hinausgeht. Und das findet er nur in der Bibel. Deswegen wandert Eli seit 30 Jahren ohne Unterlass in Richtung Westen. Denn hier, in der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz, wird der Kern einer neuen Zivilisation aufgebaut. Dass das Regisseurduo es damit ernst meint, beweisen viele Aussagen von „The Book of Eli“, nicht zuletzt Elis Lebensweisheit, die er der Bibel entnommen hat: Dass es im Leben darauf ankommt, mehr für andere zu tun als für sich selbst. Ebenso ernst zu nehmen sind denn auch die Worte des Apostels Paulus („Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten“), die am Ende des Filmes als Zusammenfassung von Elis Leben stehen. Angesichts der nachdenkenswerten Ansätze, die „The Book of Eli“ bietet, befremdet es allerdings um so mehr, dass sich Allen und Albert Hughes einer übermäßigen, über weite Strecken allzu realistischen „Martial Arts“-Gewalt bedienen, die bei vielen Zuschauern eher Widerwillen erzeugt.
Das besondere am Film ist allerdings, dass er das Thema Religion unmissverständlich ins Zentrum rückt, dabei aber keine klaren Positionen bezieht, sondern die verschiedenen Aspekte nur antippt und die Interpretation weitgehend offen lässt.
Wer allerdings hofft, eine besonders realitätsbezogene Handlung zu sehen oder gar den Film als Grundlage für Glaubensfragen und -diskussionen erwartet, wird – eher enttäuscht sein. Ich meine allerdings, dass der Film diesen Anspruch auch gar hat oder nicht vermitteln möchte.
Originaltitel: The Book of Eli
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Albert Hughes, Allen Hughes
Buch: Gary Whitta
Darsteller: Denzel Wahsington, Mila Kunis, Gary Oldman, Jennifer Beals, Malcolm McDowell, Michael Gambon, Ray Stevenson, Tom Waits

Friedens-Kind: Der Bericht vom Wandel einer Dschungelkultur grausamer Tücke

31. Juli 2010

Don Richardson war als Anthropologe und Missionar zum Stamm der Sawi in Neuguinea gekommen. Sein Ziel war es, die christliche Botschaft unter diesem Stamm zu verkündigen, der noch fast im Steinzeitalter lebte. Aber die christliche Botschaft Stieße mit den ungewöhnlichen Moralvorstellungen der Stammesleute zusammen, und so vergingen mehrere Jahre der Enttäuschung und Erfolglosigkeit.
Die christlichen Werte von Liebe und Vergebung sprachen nämlich die Sawis nicht an, denn für sie war Verrat die höchste Tugend. Sie sahen keinen Grund, warum sie ihre grausamen Gewohnheiten und auch den Kannibalismus aufgeben sollten. Als Richardson ihnen die Geschichte von Jesus erzählte, interessierten sie sich nur für eine einzige Tatsache: die Geschichte vom Verrat des Judas! Für die Sawis war Judas ein echter Held; listig war er in den inneren Kreis der Vertrauten Jesu gekommen und hatte ihn dann verraten.
Jeder Versuch Richardsons, den Sawis von Christus zu erzählen, schlug fehl. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie geht es uns denn heute?

29. Juli 2010

Gerade habe ich im Internet eine kleine Statistik gefunden, die dabei helfen kann, das eigene Ergehen realistischer einzuschätzen:

* Wenn Du Essen im Kühlschrank, Kleidung am Leib, ein Dach über’m Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, dann bist Du reicher als 75% der Weltbevölkerung.
* Wenn Du Geld auf der Bank, in Deinem Geldbeutel und dazu einige Rücklagen hast, gehörst Du bereits zu den 8% der Vermögensten dieser Welt.
* Wenn Du heute mehr Gesundheit als Krankheit verspürst, bist Du weitaus besser dran als die mehreren Millionen Menschen, die diesen Tag nicht überleben werden.
* Wenn Du nie die Gefahr eines Krieges, die Qual einer Haft oder die Marter von starken Schmerzen oder Hunger erfahren hast, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen, die das erleben und leiden.
* Wenn Du diese Zeilen lesen konntest, bist Du privilegierter als die drei Milliarden Menschen, die überhaupt nicht lesen können.

Ich würde dem noch hinzufügen:

* Wenn Du das Evangelium von Jesus Christus kennst, dann freue Dich und sei getrost. Denn wie immer Du dann die oben stehenden Fragen beantwortest, ob Du arm bist oder vermögend, glücklich oder deprimiert, gesund oder krank, gebildet oder nicht – Du gehörst zu Christus, der Dich liebt, sich selbst für Dich geopfert hat und Dich durchträgt!

PS: Natürlich haben diese fünf Punkte oben ihre Grenzen. Denn hier wird übersehen, dass Leid eine sehr subjektive Erfahrung ist, und dass auch ein vermögender, gesunder, freier und gebildeter Mensch unendlich leiden kann. Umso mehr gilt auch dann der sechste Punkt! Dennoch können diese fünf Punkte helfen, unsere Sicht etwas zurecht zu rücken.
http://www.nachfolgeblog.de/?p=3644#comments

Mit dem Trost, mit dem wir selber von Gott getröstet werden, können wir andere trösten

28. Juli 2010

2.Korinther 1,3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet!
Eine junge Witwe wird nach schwerer Krankheit gefragt: „Was hat dir geholfen, dein Leid zu verkraften, und dich bewahrt, bitter zu werden?“ Ihre Antwort lautet: „Ich besuche im Dorf regelmäßig eine gelähmte Frau. Sie freut sich, wenn ich zu ihr komme!“ Getröstet werden und Trost weitergeben steht in einer überraschenden, segensreichen Wechselwirkung. So entdeckt Paulus dankbar das »Gute« in der Trübsal, die menschlich gesehen nur negativ zu bewerten wäre. »Mit dem Trost, mit dem wir selber von Gott getröstet werden, können wir andere trösten.« Auch wenn Gott dies in jeder nur denkbaren Trübsal schenken kann, dürfen wir die spezielle Wortbedeutung nicht außer Acht lassen. Der hier verwendete Begriff Trübsal, Drangsal oder Bedrängnis meint in der Regel das Leiden um des Herrn Jesus Christus willen (vgl. Mt. 24,9; Apg.14,22). Hier spricht der Apostel, der als Zeuge von Jesus dieses Leiden vielfach erlebt hat und nicht daran zerbrochen ist, weil er den göttlichen Trost erfahren hat. Für ihn ist es Anlass, von der Nachfolge nicht abzuraten, sondern weiterhin einzuladen. Unser Herr ist darin konkurrenzlos, selbst Böses zum Guten zu wenden. »Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen« (1. Mose 50,20; vgl. Rö. 8,28). In einem Brief las ich: „Es mag sein, dass du von Menschen enttäuscht und ungerecht behandelt wurdest, von deinen Versuchungen und Versäumnissen gequält wirst, von den Ereignissen in der Welt verwirrt bist. Gott ist es nicht, weil er sowohl die äußeren wie auch die inneren Verhältnisse der Welt mit ruhiger und fester Hand leitet! Du bist Gegenstand seiner unendlichen Fürsorge und seiner tiefen Anteilnahme. Übe dich in der heiteren Gelassenheit des Glaubens, sodass andere fragen: Wie kommt’s, dass du so zufrieden bist?“
2. Korinther 1,3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet!
1,4 In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so daß wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens zu leiden haben. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat.
1. Thessalonicherbrief 5,14 Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann.
5,15 Seht zu, daß keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann.
5,16 Seid allezeit fröhlich,
5,17 betet ohne Unterlaß,
5,18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

Denn sie sollen getröstet werden „Glückselig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“ (Matthäus 5,4)

26. Juli 2010

Jesus spricht in unserem Text nicht nur von der anfänglichen Traurigkeit, die der Buße und der Bekehrung vorangeht, sondern auch von der Traurigkeit unseres täglichen Christenlebens, denn Er gebraucht hier die Gegenwartsform. Wir lesen nicht: „Glückselig, der du mal traurig warst, als du deine Sünde erkannt hast und dich dann bekehrt und den Trost der Vergebung erlebt hast.“ Sondern Christus sagt: „Selig sind, die da Leid tragen“ (Luther Übersetzung). Der Herr Jesus spricht von einer gegenwärtigen, und wenn wir alle Texte der Schrift zusammennehmen, können wir auch sagen: andauernden Erfahrung der Traurigkeit. Tägliche Traurigkeit … Nun meinen vielleicht einige: „Aber Christsein ist doch Freude, Fröhlichkeit, Jubel, Heiterkeit!“ Dem stimme ich zu. Aber es ist auch Traurigkeit. Christen sind nämlich nach der Mitteilung der Bibel Heilige und Sünder zugleich. Da gibt es einerseits eine Riesenfreude, daß wir durch den Glauben an Jesus Christus durch Seine Gerechtigkeit, die Er uns unverdient geschenkt hat, gerecht geworden sind. „So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1). Und wir haben wirklich Grund, glücklich zu sein, weil wir aus dieser geschenkten Gerechtigkeit leben dürfen, die uns Christus übereignet hat. Wir durften Ihm unsere Schuld übergeben, und zur Belohnung für unsere Sünde erhielten wir Seine Gerechtigkeit. Das ist wunderbar! Andererseits ist Christsein aber auch Traurigkeit. Denn die Bibel sagt, daß wir nicht nur gerecht sind, sondern daß wir auch Sünder sind. Paulus ermahnt uns und sagt: „Lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht“ (Hebräer 12,1). Wir sind zwar jeden Tag neu erschüttert über unsere Sünde und unsere Schuld, über die Verunreinigung unserer Gedankenwelt, über die Unvollkommenheit unseres christlichen Lebens und manchmal auch definitiv über den Rückfall in eine Leidenschaft, die uns viele Jahre unseres Lebens angeklebt hat. Das macht wirklich traurig. Aber der Trost besteht darin, daß der Herr kommt und durch Sein Wort sagt: „Auch wenn es so desolat mit dir ist – wir schaffen das. Ich schaffe es mit dir! Es ist gut, daß du traurig bist und merkst, du alleine schaffst es nicht. Es ist gut, daß du dich an Mich hängst. Weil du das tust, wirst du sehen, Ich bringe dich durch. Ich laß dich nicht eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel; ihr habt nicht gewollt!“ (Lukas 13,34). Jesus ist auch ein Trauernder gewesen. Und so sind auch Seine wahren Kinder voller Kummer über den Unglauben dieser Welt und über die Unehre, die ihrem Gott und Heiland angetan wird. Ich glaube, wir sollten uns mehr von diesem Kummer, von dieser göttlichen Traurigkeit wünschen, mehr von dieser Solidarität mit unserem hocherhobenen Haupt. Wir sind Seine Glieder. Und wenn das Haupt geschlagen wird, leidet dann nicht der ganze Leib? Müssen wir nicht Schmerzen haben, wenn man das Haupt schlägt? Hier ist so eine Oberflächlichkeit unter der Christenheit eingezogen, daß uns das alles gar nicht mehr tangiert? Die Hauptsache, wir haben unser tägliches Leben und unsere kleinen und großen Freuden. Es gibt ein Trauern, von dem Jesus sagt: „Glückselig sind die, die trauern.“ Ihre Traurigkeit aber wird nicht für immer bleiben, sie sollen getröstet werden. Sie sind glücklich zu preisen, denn ihr Weinen soll in Freude verwandelt werden, wenn unser Herr Jesus Christus wiederkommt als Herr aller Herren und als König aller Könige. Das wird ein Tag sein! Vielleicht hast du auch eine große Traurigkeit über die gottlosen Wege deiner Angehörigen. Aber seufze nicht darüber, daß du so traurig bist. Ich glaube, das hat dir Gott durch den Heiligen Geist in dein Herz gegeben. Er hat in deine Seele den Geist der Gnade des Gebets ausgegossen, ein Seufzen vom Himmel über den Kanal deines Herzens hin zu denen, die verloren sind. Und du darfst wissen, daß du getröstet werden wirst, denn das Seufzen und das Traurigsein in deiner Seele kommen nicht aus deiner Emotion, sondern vom Heiligen Geist. Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden. Der Herr Jesus Christus hat gesagt: „Es ist gut, daß ihr traurig seid.“ Freut euch, daß ihr traurig seid. Denn die Traurigkeit nach dem Willen Gottes schafft eine Reue, die nicht gereut. Sie schafft einen Trost in dieser Zeit und in Ewigkeit.

Widerwärtiger Dünkel

24. Juli 2010

Die Heilsbedeutung des Todes Jesu darf nicht verwässert werden
Offen gestanden: Er widert mich inzwischen nur noch an – dieser zeitgeistbeflissene Dünkel all jener Theologinnen und Theologen, die dem Kreuzestod Jesu den überlieferten Tiefensinn rationalistisch absprechen. Dieses arrogante Kaputtreden der überkommenen Heilsbotschaft, das sich über den Glauben der Väter und Mütter der letzten beiden Jahrtausende so erhaben dünkt, dass es ihn nur noch verabschieden möchte. Dieses Kokettieren mit der intellektuellen Redlichkeit, die Andersdenkenden in Theologie und Kirche zumindest indirekt abgesprochen wird, aber mit merkwürdigen Alternativen zum Ganz- und Heilwerden des Menschen oft kompatibel genug zu sein scheint.
Dieses doktrinäre Drängen nach Entmythologisierung ohne hinreichende Anzeichen dafür, die Sinn-Dimension des angeblich zu Streichenden überhaupt angemessen erfasst und durchdrungen zu haben. Solcher Mangel wäre so lange keine Schuld, als er eine Ahnung von sich selbst hätte. Weil er sich aber verkennt und für lauter Fülle hält, deren Köstlichkeit er auch anderen aufzudrängen habe, darum wird er schuldig an dem Glauben, den er kraftspendend weiterzugeben hätte, schuldig an der Kirche, deren Kerntradition er leichtsinnig verrät, ja, schuldig am Gekreuzigten, dessen Lebenshingabe er nicht mehr nötig zu haben meint. Werner Thiede

http://zeitzeichen.net/streit-ueber-das-suehnopfer/

Christopher Hitchens hat Speiseröhrenkrebs

21. Juli 2010

“Der Herr ist kein Hirte” heißt Hitchens´ wohl bekanntestes Buch.
Jetzt hat Christopher Hitchens Speiseröhrenkrebs.
Im August 2008 ließ sich der Autor und Journalist Christopher Hitchens von einem Arzt bestätigen, dass er – 59, übergewichtig, geschätzte 15000 Zigaretten im Jahr. Das Herr Hitchens auch ziemlich viel Alkohol trinkt, ist kein Geheimnis.
Und Hitchens? Der hat im Mai den berühmten Proust-Fragebogen ausgefüllt und “Wie möchten Sie sterben?” beantwortet mit: “entweder streitend oder vortragend”. Jetzt entschuldigte er sich in seinem Blog: Leider habe er wegen der Chemotherapie Vortragstermine absagen müssen. Vielleicht ist Gott ja nachtragend.

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2868214_Times-Mager-Der-Atheist.html

Zur Person: Christopher Hitchens
Journalist (Vanity Fair, Wallstreet Journal)
ehemaliger Trotzkist
„God is not great“ erreichte Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste

Hitchens Religionskritik
Krieg zwischen Christen in Nordirland
Massaker in Bosnien-Herzegowina und Kroatien

Todesdrohung des Ayatollah Khomeini gegen den iranischen Schriftsteller Salman Rushdie („Die Satanischen Verse“)Attentate vom 11. September 2001Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche
Genitalverstümmelungen
Islam untersagt Impfungen gegen Polio

Zeugen Jehovas erlauben keine Bluttransfusionen

Mormonen verheiraten ihre Töchter bevorzugt mit Verwandten
Hitchens Kritik am christlichen Glauben
1. Er stellt die Ursprünge des Menschen und des Universums völlig falsch dar,
2. er verbindet infolge dieses Irrtums ein Höchstmaß an Unterwürfigkeit mit einem Höchstmaß an Ichbezogenheit,
3. er ist Folge und Ursache einer gefährlichen sexuellen Repression,
4. er fußt auf Wunschdenken.
Hitchens Weltbild
Notwendigkeit einer neuen Aufklärung; Vernunft ersetzt Religion
Unser Dasein ist zufällig, ein Abfallprodukt biologischer und geschichtlicher Prozesse.
Anstelle des christlichen Glaubens setzt Hitchens auf „die tröstende Wirkung der Philosophie“
Studium guter Literatur (Shakespeare, Dostojewski und Tolstoi) löst die Lektüre heiliger Texte ab
Mit zunehmenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen erweist sich Religion als überflüssig
Kritische Würdigung
Zutreffend benennt Hitchens Schwachpunkte in der Geschichte und der heutigen Praxis des christlichen Glaubens
Allerdings trifft seine Kritik Entstellungen des Glaubens und nicht den christlichen Glauben oder gar Gott selbst
Nirgendwo wird so sehr Selbstkritik betrieben wie in der Bibel
Es fehlt ein überzeugender Gegenentwurf
Hitchens gibt keine Antworten auf die entscheidenden Fragen des Lebens: Woher beziehe ich meine Hoffnung? Was kommt nach dem Tod?
Fazit
1. Es gibt für Christen keinen Grund, die neue Atheismuswelle zu fürchten.
2. Geboten ist es, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.
3. Die Diskussion um den Atheismus bietet die Chance den christlichen Glauben ins Gespräch zu bringen.
4. Christen sollten dabei freundlich und gelassen bleiben.
5. Der Herr bleibt der Hirte!