„Salz der Erde“ und „Licht der Welt“

»Jesus fortert uns dazu auf, weitreichenden Einfluss auszuüben („Salz der Erde“ und „Licht der Welt“). Damit das überhaupt möglich wird, müssen wir „in der Welt“ zu finden sein – am Arbeitsplatz, in unserer Nachbarschaft, bei Freunden und Verwandten. Es hilft nichts, sich in die „eleganten kirchlichen Salzlagerstätten“ John Stott

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Warum der Linksevangelikalismus scheitern wird.

Der Grundkonflikt den die Linksevangelikalen mit den Konservativen haben ist ein generationengetriebener Kulturkonflikt [Engstirnigkeit, Moralismus, Exklusion vs. OpenMindedness, Diversität, Inklusion] und so stand am Anfang der Geschichte der Linksevangelikalen in den 80ern und 90ern ein Generationenwechsel in eine Jugendkultur, die bereits seit den späten 60ern mit Sex&Drugs&Rock´n´Roll vom Neomarxismus der Frankfurter Schule ideologisch erobert wurde und mittlerweile komplett unter deren Hegemonie stand. Vieles lief über christliche Musik und christliche Subkultur … jedenfalls fühlte man sich irgendwann dem neu entdeckten sympathischen Stamm der Kulturlinken viel näher als dem alten Eltern- und Großeltern-Stamm der konservativen Evangelikalen mit ihrem Märschen für das Leben, ihrem Rumreiten auf der Sündhaftigkeit von Homosexualität, ihrer peinlichen Angst vor der sündhaften Welt (Harry Potter, Yoga, Drogen, Sex vor der Ehe etc.), ihrer verbohrten Ablehnung von sozialistischer Theorie und ihrer Sippenhaft im Umfeld erzreaktionärer Parteien wie PBC, Republikaner, CDU-CSU. Waren die ideologischen Fronten im letzten Jahrtausend noch halbwegs überschaubar so wurde es mit der Übernahme von Postmoderne und Queer-Theory als Leitstern-Disziplinen der linken Gesellschafts-Diskurse immer unübersichtlicher. Das linksevangelikale Pendant zum postmodernen Zeitgeist nannte sich „Emerging Church“ und begann in Deutschland erst in den Nuller-Jahren. Anfangs war es noch aufregend quasi als einen Akt der Rebellion eine ganz neue postmoderne Hermeneutik als Schlüssel zur Dekonstruktion einer noch aus Kindheitstagen bekannten übermächtigen biblischen Wahrheit anzuwenden. Doch die Produktzyklen der Popkultur führen nach ein paar Jahren automatisch zur Übersättigung … man braucht neue Kicks! Noch läßt der Red-Letter-Christozentrismus eines Siggi Zimmermann und die Transformations-Theologie eines Tobias Faix den linksevangelikalen Groupies wohlige Schauer über den Rücken laufen. Aber es ziehen sich dunkle Wolken am Horizont zusammen.
Um es kurz zu machen: Die Linksevangelikalen haben eigentlich immer nur das was in den linken Diskursen gerade en vogue war in ihre rebellische Theologenwelt übernommen. Das heißt wenn die Linke Höhenflüge hatte wie Ende der 90er und Anfang der Nullerjahre, dann haben davon auch die Linksevangelikalen profitiert. Wenn es aber bergab geht mit der Leuchtkraft der Gesellschaftshegemonie der Linken sinkt auch der Stern der Linksevangelikalen.
Und dies passiert gerade: Die Ideologie des ideologiekritischen Postmodernismus bildet die Basis heutiger Protestkulturen, untergräbt jedoch die Glaubwürdigkeit der Linken, befeuert gleichzeitig die rechtsidentitären Bewegungen und droht uns in eine tribalistische, prä-moderne Ära zurückzuwerfen [ich verweise hier auf den ausgezeichneten ins Deutsche übertragenen auf novo-argumente erschienenen Artikel von Helen Pluckrose -> http://bit.ly/2qsAGHi ]
Genau dies ist das linksevangelikale Szenario: 1. Wahrheitsrelativierung: Der pluralistische Erneuerer und Held der Linksevangelikalen Michael Diener will Menschen, die „ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben“ in evangelikalen Gemeinden mitarbeiten lassen und muß dann natürlich konsequenterweise auch völkisch denkende PEGIDA-Christen, die ihren Standpunkt geistlich für sich geklärt haben mitarbeiten lassen. Oder wie ich es in den letzten Monaten immer formuliert habe: „Wie hilfreich wäre es für eine Generation postfaktischer postmoderner Linksevangelikaler wenn sie ihren Kulturkampf gegen einen ebenfalls postfaktischen christlichen PEGIDA-Fundamentalismus noch auf autoritativen biblischen common ground führen könnte … jetzt wo es so richtig drauf ankäme?“
2. Querfront und Identitätspolitik: Die Transformationstheologie ist ja everybodies darling im Moment: Junge Evangelikale GEGEN US-Imperialismus, Globalisierung, Kapitalismus, Neoliberalismus, FÜR die Erhaltung von Vielfalt in unseren urbanen Kulturen [Anti-Gentrifizierung] und auch bezogen auf ganze Völker, dessen autochtonen Kulturen durch Globalisierung und Kapitalismus zerstört werden … so jetzt kommts: GANZ GENAU SO argumentiert heute auch die Neue Rechte, die AFD und vor allem, ganz genauso argumentiert die reaktionärphilosophische nouvelle vage der IDENTITÄREN … Wenn Du mal hören willst wie diese Botschaft als Bombe mitten in den Reihen vollkommen selbstsicherer Linksevangelikaler hochgeht, so empfehle ich Dir den emergent-Podcast #90 „Was will die Neue Rechte? – Teil 1“ [ http://bit.ly/2rshc41 ] ganz bis zum Ende anzuhören. Fazit: Die postmoderne Identätspolitik ist der Wegbereiter der postfaktischen neuen Rechten.
Zum Siggi-Zimmer-Christozentrismus: Es gibt nichts neues unter der Sonne! Schon mal was von den „Red Letter Christians“ gehört? All das war schon Anfang des letzten Jahrhunderts da. Wenn Du eine Bonhoeffer-Biographie liest, kannst Du sehen wie eine ganze Generation junger amerikanischer Theologen mit der liberalen Theologie das Christentum mit der „Vernunft“ versöhnen wollte, nach dem zweiten Weltkrieg sollte dies auch in Deutschland passieren. Junge enthusiastische Theologen wollten das Volk mit der befreienden Botschaft der liberalen Theologie wieder ganz neu für das Christentum begeistern … und was ist das Ergebnis? Eine evangelische Kirche, die dadurch heute keinen Zugriff mehr auf ihre spirituellen Kraftquellen hat, die vom Heiligen Geist verlassen wurde und sich von der biblischen Wahrheit entfremdet hat. Eine evangelische Kirche, die nur noch Politik von der Kanzel predigt. Keiner braucht das und so wird es auch dem linksevangelikalen Aufbruch Deiner Generation gehen. Einfach weil Gott das nicht segnen wird: Der Weg des Thorsten Hebel, der Weg der Kraftlosigkeit und der Depression und der Irrgarten der Skepsis und des völligen Verlusts des Glaubens ist Eure Zukunft!
Daher lade ich Dich ein umzukehren und dabei mitzuhelfen die evangelikalen Denominationen wieder aus der Hegemonie der Liberalen Theologie der Linksevangelikalen zurückzuerobern. Wie das geht, verrät Dir Al Mohler von den Südlichen Baptisten, die uns das in den 90ern vorexerziert haben -> https://www.bibelundbekenntnis.de/…/reformation-heute…/
https://www.facebook.com/profile.php?id=100010083101468&hc_ref=NEWSFEED&fref=nf

HEINRICH BÖLL Was halten Sie vom Christentum?

Ich frage mich vieles, vor allem das eine: Wie ist es möglich, dass 800 Millionen Christen diese Welt so wenig zu verändern vermögen, eine Welt des Terrors, der Unterdrückung, der Angst? – ”In der Welt habt ihr Angst”, hat Christus gesagt, ”seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” Ich spüre, sehe und höre, merke so wenig davon, dass die Christen die Welt überwunden, von der Angst befreit hätten; von der Angst im Wirtschaftsdschungel, wo die Bestien lauern, von der Angst der Juden, der Angst der Neger, der Angst der Kinder, Kranken. Eine christliche Welt müsste eine Welt ohne Angst sein, und unsere Welt ist nicht christlich, so lange die Angst nicht geringer wird, sondern wächst; nicht die Angst vor dem Tode, sondern die Angst vor dem Leben und den Menschen, vor den Mächten und Umständen, Angst vor dem Hunger und der Folter, Angst vor dem Krieg. […] Die Christen haben die Welt nicht überwunden, sie lassen sich auf sie ein und werden von ihr überwunden. […] Doch die andere Vorstellung ist noch weit gespenstischer: wie diese Welt aussähe, hätte sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweggeschoben […] Ich überlasse es jedem einzelnen, sich den Alptraum einer heidnischen Welt vorzustellen oder eine Welt, in der Gottlosigkeit konsequent praktiziert würde: den Menschen in die Hände des Menschen fallen zu lassen. Nirgendwo im Evangelium finde ich eine Rechtfertigung für Unterdrückung, Mord, Gewalt; ein Christ, der sich ihrer schuldig macht, ist schuldig. Unter Christen ist Barmherzigkeit wenigstens möglich, und hin und wieder gibt es sie: Christen; und wo einer auftritt, gerät die Welt in Erstaunen. 800 Millionen Menschen auf dieser Welt haben die Möglichkeit, die Welt in Erstaunen zu setzen. Vielleicht machen einige von dieser Möglichkeit Gebrauch. Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen. […] Ich glaube an Christus, und ich glaube, dass 800 Millionen Christen auf dieser Erde das Antlitz dieser Erde verändern könnten. Und ich empfehle es der Nachdenklichkeit und Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte. Ich glaube, dass eine Welt ohne Christus selbst die Atheisten zu Adventisten machen würde.
Aus: H. Böll, Eine Welt ohne Christus, in: K. Deschner (Hrsg.) Was halten Sie vom Christentum?

Evangelisation ist für die soziale Umgestaltung einer Gesellschaft unabdingbar

„Evangelisation ist für die soziale Umgestaltung einer Gesellschaft unabdingbar. Soziale Verantwortung im christlichen Sinne hängt davon ab, ob es sozial verantwortliche Christen gibt. Und sozial verantwortliche Christen sind eine Folge von Evangelisation. Wenn der Heilige Geist uns verändert, entwickeln wir ein soziales Gewissen, und wir bekommen die Vision und den Mut dafür, die Gesellschaft zu verändern.“
John Stott © Christus, die Bibel und wir  /  ISBN 978-3-930868-09-4

Humor in der Predigt

C.H. Spurgeon wurde oft dafür kritisiert Späße und Humor von der Kanzel zu bringen. Bestimmte Kirchenmänner versuchten ihn deswegen immer wieder, ihn unter Druck zu setzen. Spurgeon sagte dazu: „Wenn ihr nur wüssten, wie viel ich davon zurückhalte, dann würdet ihr mich wirklich verurteilen. …. Diese Prediger halten es für weniger kriminell, eine halbe Stunde tiefen Schlaf zu verursachen, als einen kurzes Gelächter.“

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GEZ: Fickt euch!

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland ist gebührenfinanziert. Für Bürger ab 18 Jahren gilt: eine Wohnung – ein Beitrag, nämlich derzeit 17,50 Euro im Monat. Dafür bekommen wir dann Nachrichtensendungen, Sport, Helene Fischer, ein paar Filme und ganz viele „wunderbare“ Quiz-Sendungen in HD geliefert.
Ich möchte jetzt nicht darüber diskutieren, ob so eine Finanzierung nützlich ist oder nicht. Ich selbst bin da hin und hergerissen. Einerseits möchte ich keine Verhältnisse wie etwa in Italien, andererseits gehen mir die öffentlich-rechtlichen Sendungen mit einigen Formaten ziemlich auf die Nerven. (Außerdem sind die Mitarbeiter ziemlich teuer.) Darüber können wir vielleicht auch mal diskutieren.
Jetzt geht es mir um’s Informieren. Ich sehe nämlich eine Grenze überschritten, wenn ich mit meinen Gebühren TV-Formate finanzieren muss, die weit über die Grundversorgung der Bevölkerung hinausgehen. Das ist für mich der Fall, wenn sich Sendungen quasi als Erziehungsratgeber in die Kinderzimmer einschleichen.
Nicht alle Eltern werden mitbekommen haben, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland inzwischen eine Internet-Plattform ins Leben gerufen hat, die vor allem junge Leute erreichen soll. Die Formate der Plattform sind nicht über Kabel oder Satellit zu empfangen, sondern ausschließlich über das Internet. Es geht um „funk“.
funk schreibt:
Die Formate von funk richten sich nicht an eine Gruppe, sondern an viele verschiedene. Zuerst einmal wird zwischen vier Altersgruppen unterschieden: 14- bis 16-Jährige, 17- bis 19-Jährige, 20- bis 24-Jährige und 25- bis 29-Jährige. Denn das Leben mit 29 ist eben ganz anders als das Leben mit 14. Dazu kommen unterschiedliche Interessen und Lebenswelten.
funk will Menschen unter 30 eine Stimme geben, ihnen die Möglichkeit bieten, sich zu orientieren, zu informieren und zu unterhalten. Das zeigt sich in der Themenwahl, aber auch in der Unterstützung junger, talentierter MedienmacherInnen, die die Gesichter von funk sind. Die NutzerInnen von funk bestimmen die Formate mit. Sie werden bei der Entwicklung einbezogenen und beeinflussen durch ihr Feedback die weiteren Entwicklungen.
Dafür werden jährlich bis zu 45 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, zunächst bis 2020.
Soweit, so gut. Ich finde so etwas nicht grundsätzlich verwerflich und habe unter funk auch einige interessante und lustige Beiträge gefunden. Einige Angebote sind allerdings wirklich schräg. Sehr speziell ist beispielsweise das Format „Fickt euch!“. Während früher die jungen Leute die Bravo kaufen mussten, um an die Tipps von Dr. Sommer zu kommen, werden über „Fickt euch!“ die Aufklärungsvideos frei nach Hause geliefert. Die GEZ-Sender machen also der Bravo Konkurrenz. Der normale Haushalt bezahlt es.
Wer es mir nicht glaubt, kann sich hier selbst überzeugen. Mal ein paar Themen aus dem Jugendformat:
Bin ich schwul?
Sexting, so geht es richtig.
Analsex – Das müsst ihr beachten!
Mein Sexleben als Single.
Selbstbefriedigung ist super!
Na klar, unter den verschiedenen Formaten gibt’s noch viele andere Themen im Angebot, z.B. „Feminismus für alle“.
http://theoblog.de/gez-fickt-euch/30088/comment-page-1/#comment-74535

Warum Evangelisation so wichtig?

John Stott  wurde immer wieder gefragt: „Warum ist Ihnen denn die Evangelisation so wichtig? Ist denn nicht heute vor allem dies dran, gegen weltweite Nöte und gegen weltweite Ungerechtigkeit etwas zu tun? Hören Sie denn nicht das Schreien der Verhungernden?“ – „Doch, das tue ich“, antwortete John Stott, „aber Gottes Geist hat mir auch die Not derer vor Augen gestellt, die ohne einen Erlöser ewig in Gott-Ferne bleiben! Ich bekomme das Schreien dieser Verlorenen nicht aus den Ohren!“ – „Der Geist wird euch in alle Wahrheit leiten!“

Schon bald ist das Leben vorbei

Vor wenigen Tagen starb Emma Morano aus Pallanza am Lago Maggiore. Ich kannte sie nicht, weshalb sich meine Trauer in Grenzen hält. Und überhaupt hatte sie nicht viele Freude, zumindest nicht mehr. Bekannt geworden ist sie in erster Linie aufgrund ihres Alters. Für rund ein Jahr war die 1899 geborene Italienerin der älteste lebende Mensch der Welt. Ein besonderes Rezept fürs Älterwerden kannte sie nicht. Weder aß sie nur vegetarisch noch betrieb sie außerordentlich viel Sport. Ihr Leben war eher hart und von schmerzhaften Einschnitten gekennzeichnet. Ihr erstes Kind starb schon nach wenigen Monaten. Ihr Mann schlug sie regelmäßig, ehe sie sich von ihm trennte. Sie wuchs auf in einer Zeit der Monarchien, lange vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, der ersten Mondlandung und der Erfindung des Computers. Nun ist sie tot.
Sterben muss jeder! Das gehört bekanntlich zu den Dingen, die absolut sicher sind. Allerdings sind die wenigsten Menschen wirklich auf ihr Ende vorbereitet. Die meisten versuchen jeden Gedanken an ihre eigene Sterblichkeit möglichst effektiv zu verdrängen. Sie denken an Personen, die noch viel älter sind als sie. Sie machen detaillierte Pläne für die weitere Zukunft, als ob das auch deren Umsetzung garantieren würde. Mit jedem Jahr ernähren sich gesünder und verwenden immer mehr Stunden ihres Lebens auf Sport und Arztbesuche. Sie vermeiden Berührungen mit dem Thema Tod und mit leidenden, sterbenden Menschen. – Verdrängung oder Flucht sind in Hinsicht auf den Tod aber keine wirklich weiterführenden Reaktionen.
Tatsächlich ist der Tod kein punktuelles Ereignis, sondern ein Prozess. Für manche beginnt das Jahre vor dem eigentlichen Ende. Andere sind zwar lange körperlich fit, geistig aber lange schon nicht mehr von dieser Welt. In gewisser Weise beginnt der Tod bereits mit der Geburt, spätestens jedoch mit der deutlichen Verlangsamung der biologischen Erneuerungsprozesse ab dem 20.Lebensjahr. Wenn dann irgendwann das Herz stehenbleibt, dauert es noch Stunden ehe der ganze Körper wirklich tot ist.
Der Tod ist unheimlich, weil er einen einzigartigen Einschnitt bildet und unumkehrbar ist. Auch der Trost antiker Philosophen, dass man vom Tod keine Angst haben müsse, weil man ja nicht mehr da sei, wenn von einem Besitz ergreife, kann nicht wirklich trösten. – Sterben ist schwierig, zweifellos. Meistens ist es mit Schmerzen, Verlust und Ungewissheit verbunden. Vieles für das man gelebt und gekämpft hat wird spätestens jetzt weitgehend bedeutungslos. Dazu kommt häufig die Ungewissheit ob und wenn ja, wie es nach dem Tod weitergeht.
Christen wissen, dass mit dem Tod nicht alles zuende ist, sondern dass sie schlussendlich die Ewigkeit bei Gott verbringen werden. Das ist eine durchaus schöne Perspektive. Für Christen ist der Tod keine Strafe, sondern eigentlich der Übergang in eine bessere Welt, ohne Alter, Krankheit, Egoismus, Betrug, Gier und Leid. – Wer bisher dem Tod nur auszuweichen versuchte, sollte sich Zeit nehmen, ernsthaft über Leben und Tod nachzudenken, sowie sich den biblischen Informationen über eine nachirdischen Existenz und ein göttliches Gericht zu stellen.
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90, 12)  Michael Kotsch

Afghanische Christin vor den Augen ihrer Kinder erstochen

Ein zufällig anwesender Polizeibeamter und Passanten konnten den mutmaßlichen Täter überwältigen. Foto: picture-alliance/R. Goldmann

Prien (idea) – Trauer und Bestürzung hat der gewaltsame Tod einer afghanischen Christin in Prien am Chiemsee ausgelöst. Opfer ist die 38-jährige Farima S., die vor sechs Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland geflüchtet war. Ein 29-jähriger afghanischer Asylbewerber stach die vierfache Mutter am Abend des 29. April vor einem Supermarkt mit einem Messer nieder. Sie starb wenig später im Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei konnten ein zufällig anwesender Polizeibeamter, der nicht im Dienst war, und Passanten den mutmaßlichen Täter überwältigen. Herbeigerufene Polizisten nahmen ihn fest. Zwei Kinder des Opfers – fünf und elf Jahre alt –, die die Tat mitansehen mussten, wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut und bis auf weiteres in Obhut genommen. Über das Motiv des Täters könne man noch nichts sagen, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Es werde noch ermittelt. Einen religiösen Hintergrund könne man nicht ausschließen. Der Täter wurde auf richterlichen Beschluss in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht. Laut dem Polizeisprecher gibt es Hinweise, dass der Afghane „psychisch auffällig“ sei. Ein ärztliches Schnellgutachten solle eine Klärung bringen. Davon hänge ab, ob der Mann in der Psychiatrie bleibt oder in Untersuchungshaft kommt.

Schwester der Getöteten: „Sie musste sterben, weil sie Christin wurde“

Die Schwester des Opfers, Somi A., ist überzeugt, dass Farima wegen ihres christlichen Glaubens getötet wurde. „BILD“ zitiert sie mit den Worten: „Meine Schwester musste sterben, weil sie Christin wurde.“ Der Täter sei wütend gewesen, „weil er abgeschoben werden sollte. Er wusste, dass meine Schwester Christin war. Er hat sie auf dem Weg zur Kirche gesehen.“ Laut der 31-Jährigen hat ihre Schwester sich vor acht Jahren evangelisch taufen lassen. Ein Pastor habe sie bei einer Reise in den Iran vom christlichen Glauben überzeugt. Ein Bericht des Oberbayerischen Volksblatts (Rosenheim) nennt als mögliches Tatmotiv auch Eifersucht. Nach dessen Recherchen hatte die Afghanin seit zwei Wochen einen neuen Freund – einen Deutschen. Ihre Einkäufe seien für ein gemeinsames Essen bestimmt gewesen. Von ihrem Ex-Mann – dem Vater ihrer Kinder – soll die Frau schon länger geschieden gewesen sein, so die Zeitung.

Evangelischer Pfarrer: Die Tat hat nichts mit Religion zu tun

Der evangelische Priener Gemeindepfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth warnte vor voreiligen Schlüssen. Er ist der Ansicht, dass die Tat mit Religion nichts zu tun hat. Der Täter sei ein „psychisch extrem kranker Mensch“, sagte Wackerbarth gegenüber idea. Er habe möglicherweise „im Wahn“ gehandelt. Der ökumenische „Begleiterkreis“, der sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzt, hatte dem Pfarrer zufolge Kontakt zu dem Afghanen. Wackerbarth wird am 4. Mai die Trauerfeier für Farima S. leiten. Er hatte im vergangenen Jahr ihre beiden jüngsten Kinder getauft. Die Christin habe auch regelmäßig eine afghanisch-christliche Gemeinde in München besucht. Wackerbarths Kollege Mirko Hoppe sagte idea, dass die Frau manchmal auch in den evangelischen Gottesdienst in Prien gekommen sei. Sie hatte nach seinen Worten eine sehr positive Ausstrahlung und war sehr engagiert. So habe sie bei einem „Fest der Nationen“ in Prien mitgewirkt. In der rund 10.000 Einwohner zählenden Stadt leben Bürger aus fast 70 Staaten.

Schuldbekenntnis der FeG-Bundesleitung zum Nationalsozialismus im Wortlaut:

„Wir als Freie evangelische Gemeinden haben während des Hitler-Regimes versagt. Politische Abstinenz, ein falsches Obrigkeitsverständnis und sicher auch Angst haben uns schweigen lassen. Mit dem gettohaften Leben als Gemeindebund wollten wir einen Freiraum für gemeindliches Leben bewahren, aber dieser Freiraum kann das Unrecht nicht aufwiegen, an dem wir durch unser Stillschweigen mitgewirkt haben. Wie viele Juden und andere Menschen wurden bestialisch ermordet?! Das von uns (Deutschen) ausgegangene Leid sprengt jedes Vorstellungsvermögen. Wir haben gesündigt‘, betet Daniel angesichts der Schuld seines Volkes (Dan. 9,15). Aber zu der Schuld, die wir als Deutsche auf uns geladen haben, kommt die Schuld als Männer und Frauen, deren Leben Christus gehört.
Salz und Licht der Welt werden solche Leute im NT genannt (Mt. 5,13-14). Als solche hätten wir gegen das Unrecht aufstehen müssen. Wir haben es nicht getan. Wir haben gesündigt und sind schuldig.
Wir leben von Vergebung. Wir vertrauen darauf, dass Gott sie uns schenkt. Wir können angesichts der Geschichte nur vertrauen, dass er vergibt und mit uns weitermacht. Weil wir das erfahren haben, erfüllt uns Hoffnung. Unsere Hoffnung liegt in Jesus Christus und der erneuernden, Leben rettenden und schaffenden Kraft dieser Vergebung.“
Die Bundesleitung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden
Deutschland, Dietzhölztal-Ewersbach, 20. September 2014