1Petrus 1,2 die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden!

In Vers 1 haben wir die irdische Stellung der Gläubigen, an die Petrus schreibt, gesehen, in Vers 2 sehen wir nun ihre geistliche.
Mit diesen Worten legt Petrus das theologische Fundament für sein seelsorgerliches Schreiben. Gott der Vater hat die Adressaten in seiner Gnade erwählt, und „Gott der Geist“ hat sie durch das sühnende Blut „ausersehen“ „Ausersehen“ bedeutet soviel wie „sorgen für“, „achten auf“. Derselbe Begriff ist in 1. Petr 1,20 für Christus gebraucht, der bereits vor der Schöpfung der Welt vom Vater „ausersehen“ wurde. Doch der Vater kannte nicht nur die Zukunft seines Sohnes; er kannte ihn selbst ganz und gar. So wie Christus hat Gott auch alle die „ausersehen“, auf die er (aus Gnade, nicht wegen ihrer Verdienste) geblickt hat. Einst konnte sich allerdings nur das Volk Israel als „auserwählt“ betrachten und diesen Ehrentitel für sich in Anspruch nehmen. Es ist nicht verwunderlich, daß diejenigen, die von Gott ausersehen wurden, Fremdlinge (parepidemois; das Wort drückt sowohl eine fremde Nationalität als auch das Vorübergehende der weltlichen Zugehörigkeit der Christen aus; vgl. 1. Petr 2,11) in der Welt sind.
Die Erwählten sind durch die Heiligung des Geistes für den Dienst Gottes ausgesondert, um seine Wahl und seinen Willen zu verwirklichen. Das Resultat des Wirkens des Geistes ist Gehorsam und … Besprengung mit dem Blut Jesu Christi. „Gehorsam“ (hypakoen, von hypakouo, „hören auf jemand, Gehör geben“) bezeichnet die Pflicht des Menschen, sich dem Wort Gottes zu unterwerfen (vgl. 2. Mose 24,7; Röm 1,5; Röm 15,18; Röm 16,26). Wer in Gehorsam lebt, ist durch Christi Blut gereinigt und damit von der Welt „abgesondert“ (vgl. 1. Joh 1,7.9). Die „Besprengung mit dem Blut“ erinnert an den priesterlichen Dienst in der Stiftshütte im Alten Testament (3. Mose 7, 14; 3. Mose 14,7.16.51; 3. Mose 16,14 – 15; vgl. Hebr 9,13; Hebr 12,24). Dabei war vorausgesetzt, daß diejenigen, die das Opfer darbrachten, gehorsam waren. Der einzige Anlaß in der Bibel, bei dem auch Menschen „mit Blut besprengt“ wurden, war die Stiftung des mosaischen Bundes (2. Mose 24,8). In kürzester Formulierung fasst Petrus das ganze Heilsgeschehen so zusammen. Nun grüßt er in derselben gefüllten Kürze: „Gott gebe euch viel Gnade und Frieden“, griechisch prägnanter noch: „Gnade und Friede möge euch immer reichlicher zuteil werden“. „Gnade“ bezeichnet das ganze Heilshandeln Gottes, der uns begnadigt hat. „Gnade“ meint den Gunsterweis des Herrschers, der sich von seinem erhöhten Thron herabbeugt und sich dem Bittsteller huldvoll zuwendet. Im neuen Bund ist dieser Friede Person geworden: „Er ist unser Friede“ (Eph 2,14).

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