1Petrus 1,24 Denn „alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 1Petrus 1,25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“ (Jesaja 40,6-8). Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.

Petrus verwendet hier eine höchst anschauliche Illustration aus Jesaja 40 und legt sie den Gläubigen vor, die durch die souveräne Hand Gottes wie Samen zerstreut worden waren. Die kurze und übergangsmäßige Eigenschaft des natürlichen Lebens wird hier als verdorrendes Gras dargestellt. Dieses Leben ist einem kurzen Tag zu vergleichen. In Ps 90,6 heiß es: „Morgens blüht es und sproßt auf; am Abend wird es abgemäht und verdorrt“. Die gleichen Winde und Regen sowie die versengende Hitze legen sich über den guten wie auch den fleischlichen Samen.
Mit dem Ausdruck alles Fleisch sind alle Menschen gemeint. „Fleisch“ bezeichnet den natürlichen Menschen. Wie groß erscheint der Mensch mit seiner Macht und Weisheit, mit seiner Kultur und Wissenschaft! Und doch ist das alles nur „Fleisch“, auch in seinen schönsten und edelsten Blüten. Und dessen Schicksal ist gekennzeichnet durch die Worte: verdorrt ist das Gras und die Blume ist abgefallen. Die Vergangenheitsform besagt: Das ist nicht nur Vorhersage der Zukunft, sondern millionenfache Erfahrung.
1Petrus 1,25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“ (Jesaja 40,6-8). Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.
So wie die Verheißung des Propheten sich bei der Heimkehr der nach Babylon verschleppten Juden als geschichtsmäßig und wahr erwies, während die Macht Babylons unterging, so wird sich das Evangelium an den Christen, die sich an ihm Festhalten, als wahr erweisen und das verheißene ewige Leben in Fülle schenken. Diese Feststellung gründet in der Überzeugung von der ewigen Gültigkeit der Worte Jesu: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte werden nicht vergehen« (Mk 13,31).
Hier wird Jes.40,8 zitiert. Dort heißt es: „das Wort Gottes“. Petrus wandelt es ab in „das Wort des Herrn“. Die Juden scheuten sich, den Namen Gottes, Jahwe, auszusprechen. Sie sagten dafür „Herr“ (hebr. adonaj, in der LXX; kyrios). Es war dann eine gewaltige Sache, daß die Urgemeinde ihr Bekenntnis zu Jesus in die Worte fasste: KYRIOS JESOUS, Herr ist Jesus. So identifizierte sie das Herr-Sein Jahwes mit dem Herr-Sein des Auferstandenen. Sie konnte das, weil Jesus es bezeugt hatte: Ich und der Vater sind eins (Joh.10,30). Das hatte sie in seiner Auferstehung und Erhöhung bestätigt gefunden (vgl. auch Philip.2, 6-11).
Für Wort steht hier im Griechisch nicht logos, sondern rhema = das unmittelbar Gesprochene, die Rede. Im NT ist es das vom lebendigen Gott gesprochene und damit zugleich auch wirkende Wort. So ist es das mich treffende, lebendige Wort des gegenwärtigen Herrn. Rhaema entspricht dem häufig in der Schrift vorkommenden Satz: Es geschah das Wort des Herrn. Es ist ein Gottesgeschehen, wenn dieses Wort als gute Botschaft verkündigt wird. Im Grie. steht hier euangelizesthai = evangelisier, eine Freudennachricht überbringen. Das ist aber das Wort, das an euch ergangen ist. Damals griff der lebendige Gott nach ihnen durch sein Wort, das an euch ergangen ist. Damals griff der lebendige Gott nach ihnen durch sein Wort und wirkte bei ihnen Wiedergeburt und ewiges Leben. Wer das erlebt hat, der kann die Brüder lieben. Leben aus Gott wirkt sich auch im Lieben, denn Gott ist Liebe (1Joh.4,8).

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