Ein Dichter kam vom Rhein.

Das Leben und Leiden Heinrich Heines, notiert von einem Dichter, der wie Heine mit den Waffen des Wortes für Menschlichkeit und Toleranz kämpft. Den eigenen sowjetischen Erfahrungshorizont vor Augen schuf Lew Kopelew mit seiner Romanbiographie -Ein Dichter kam vom Rhein- eine außergewöhnlich schwungvolle Lebensbeschreibung und ein Dokument der Völkerverständigung.

Lew Kopelew zitiert aus Heines Briefen, vollzieht die Entstehung seiner Gedichte nach, die Herausbildung des hoffenden Heine, des spottenden, des verachtenden, des höhnischen, des humorvollen Heine – er lässt uns erleben, wen Heine liebte, warum, und wie viel ihm Worte bedeuteten. Sein Exil, seine Geldsorgen, seine Heimatsehnsucht,… der Glaube an ein Deutschland der Dichter und Denker, sein Leben, das in der Matratzengruft endete – der letzte Satz seines Lebens. Die Menschen, die ihn begleiteten, die ihn liebten und hassten, verfolgten und fürchteten – dies alles ist in dem Buch, und zwar so erlebt, dass man mit Heine lacht und bangt und hasst und hofft, dass man an seinen Lippen hängt, wenn er diskutiert und schreibt und denkt – dass man sich fühlt, als wäre man er, als wäre man dabei. Mehr als nur eine Biographie.
Über den Autor
1912 in Kiew geboren, wurde Lew Kopelew in jungen Jahren zum überzeugten Kommunisten. Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte er als Propagandaoffizier für die Befreiung der Sowjetunion von Nazi-Deutschland. Weil er sich beim Einmarsch der sowjetischen Truppen in Ostpreußen für eine menschenwürdige Behandlung der deutschen Bevölkerung einsetzte, wurde er trotz seiner Tapferkeit und seiner militärischen Verdienste zu zehn Jahren Lager verurteilt. In dieser Zeit lernte er Alexander Solschenizyn kennen, der ihn in seinem berühmten Buch „Im ersten Kreis der Hölle“ zu einem seiner Helden (Lew Rubin) machte. Nach seiner Freilassung (1954) und Rehabilitierung (1956) konnte Lew Kopelew als Literaturwissenschaftler und Germanist arbeiten und veröffentlichen; zunehmend setzte er sich für Andersdenkende ein – so für Solschenizyn und Andrej Sacharow – und protestierte entschieden gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“. Dadurch geriet er mit der sowjetischen Obrigkeit in scharfen Konflikt. In den sechziger Jahren begegnete er erstmals Heinrich Böll. Aus dieser Begegnung wurde eine außergewöhnlich tiefe und im positiven Sinne folgenreiche Freundschaft zweier Menschen, die sich im Krieg als Feinde gegenüber gestanden hatten.
Lew Kopelew starb am 18. Juni 1997 starb in Köln. Seine Urne wurde nach Moskau überführt, wo die Asche auf dem Donskoi-Friedhof neben seiner Frau Raissa Orlowa beigesetzt wurde.
Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch (Januar 1986) # ISBN-10: 3423103043 # ISBN-13: 978-3423103046

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