1. Petrus 1,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.

Die große Ehre für die Propheten, Weissagungen aussprechen oder niederschreiben zu dürfen, machte es nicht unnötig oder nutzlos, diese Weissagungen ernsthaft zu untersuchen, damit sie etwas verständen von dem, was sie aus der Fülle Gottes hatten mitteilen dürfen. Ganz offensichtlich verstanden sie folgendes nicht: Die Identität der Person, die als Messias kommen würde. Die „Zeit“ seines Kommens. Sie wurden vom Geist Gottes inspiriert, um „die Leiden“ des Messias und „die Herrlichkeiten danach“ vorherzusagen. Doch sie verstanden nicht, daß diese beiden Vorgänge mindestens 1900 Jahre auseinander liegen würden. Wie man es oft dargestellt hat, sahen sie zwei Bergspitzen 1. Golgatha, wo Jesus gelitten hat, und 2. den Ölberg, auf dem er in Herrlichkeit wiederkehren wird. Doch sie konnten nicht das Tal dazwischen sehen, d.h., das gegenwärtige Zeitalter der Gnade, in dem wir uns befinden.
„und haben geforscht“
Der Text besagt: Sie schöpften alle Möglichkeiten aus, zu suchen und zu forschen. Sie suchten den von Gott festgesetzten Zeitpunkt (grie kairos ) und die näheren Umstände der Heilszeit zu erforschen. Die Zeitform (Partizip Präsens Mittelwort der Gegenwart) weist darauf hin, dass man es beständig, immerzu tat.
„auf welche und was für eine Zeit“

Wer wird es sein?“ und „Wann wird er kommen?“, lauteten die Fragen, nach deren Antwort die atl. Propheten suchten. Alles, was diese Zeit betrifft, war ihnen wichtig. Ihre Gedanken bewegten sich oft um das „Wann“ und das „Wie“ dieser ihnen Offenbarten Heilszeit.
„Zeit“
Die Frage nach der Qualität dieser Zeit war für sie also ebenso wichtig. Die näheren Umstände interessierten sie ebenfalls brennend. In dem „wie beschaffen“ steckt sicherlich auch die Frage nach den Voraussetzungen. Die Propheten verkündigten ihre Heilsverheißungen nicht aus ihrem eigenen Denken und Hoffen.
„der Geist Christi deutete“,
Der Geist Christi war schon in den Propheten des alten Bundes heilsvorbereitend wirksam und daraus ergibt sich die kontinuierliche heilsgeschichtliche Linie vom AT zum NT. Darum nennt Luther an dieser Stelle sogar das Alte Testament die eigentliche Schrift, zu der dann das Neue Testament die Erklärung gibt. Jedenfalls wird die Einheit beider Testamente unübersehbar deutlich.
Daß in diesem Vers 11 der Begriff christos beide Male im Sinn von „der Messias“ gebraucht wird, kann aus dem Zusammenhang geschlossen werden.
Der Geist Christi gibt die Verheißung des Heils und „deutete“ auf die Erfüllung („deuten“ im griechischen Wortsinn von „klarmachen, weithin sichtbar machen“). Dieser Geist war in den Propheten, und er gab ihnen weitreichende Erkenntnisse, nämlich „die Leiden, die über Christus kommen sollten“. Das ist also schon im AT deutlich vorausgesagt, dass der Sohn Gottes den Leidensweg gehen wird. Der auferstandene Christus schließt den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus das AT auf, indem er in ihre Trauer hineinsagt: „Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Und dann zieht er die Linie aus dem AT: „Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Lk
„und zuvor bezeugt hat“
Das griechische Wort für „zuvor bezeugt“ kommt im NT nur hier vor. Es bedeutet „nachdrücklich etwas sagen“, und spricht davon, dass das was gesagt wird, von großer Bedeutung ist, oder auch einen Gegensatz zu Meinungen und Wünschen ausdrückt.
„die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.“
Der Geist Christi hatte auch nicht nur von „dem Leiden Christi“ gesprochen, sondern von „den Leiden (Mehrzahl) die auf Christum kommen sollten“! Dass es Leiden gibt als Folge der Sünde, wussten alle. Aber dass  Jesus leiden musste, (Jes 42,1), das war schwer zu verstehen. Wir wissen, dass sogar die Jünger es trotz wiederholter Mitteilungen des Herrn (Lk 17,23; Lk 24,26; Lk 24,46) nicht glauben wollten, so dass sie völlig verwirrt waren, als der Herr gekreuzigt wurde. Wir haben gesehen, dass das Wort „Leiden“ ebenso wie das Wort „Herrlichkeiten“ im Griechischen in der Mehrzahl steht. Die Schrift spricht über mehrere Arten von Leiden und Herrlichkeiten in bezug auf den Herrn.
Bezeichnend ist, daß I Petr l,ll diese Zeit des Messias ( „Christus“ wird hier ohne Artikel und Eigenname gebraucht) doppelt bestimmt: als Zeit seiner Leiden und danach als Zeit seiner Herrlichkeiten. Die Leiden beinhalten die Passion Christi (vgl. 3,18; 4,1 ).

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