Verkaufsoffener Sonntag

In Berlin durften seit 2006 die Geschäfte an zehn Sonntagen im Jahr zwischen 13:00 und 20:00 Uhr geöffnet haben, darunter auch an den vier Adventssonntagen. Gegen dieses Gesetz hatten die beiden christlichen Großkirchen vor dem höchsten deutschen Gericht geklagt und Recht bekommen, wonach die gesetzliche Ladenöffnung gegen die Religionsfreiheit der Amtskirche verstoßen habe.
Die Beschäftigten des Einzelhandels als Angehörige der christlichen Mehrheitskultur hätten forthin nicht mehr die Möglichkeit gehabt, Adventssonntage gemäß des christlichen Lebensprinzips gestalten zu können. Nämlich am Nachmittag Zeit für Gemeinschaft in der Familie oder in der Gemeinde, für Singen, Vorlesen oder Nachdenken zu haben. (siehe http://www.welt.de/politik/deutschland/article5390863/Freier-Sonntag-hilft-Religion-mehr-als-Minarettstopp.html)
Dieses Urteil und seine Begründung ist ebenso verlogen, wie die Weihnachtszeit, die wir gestern mit Flamme Nummer 1 eingeläutet haben. Die Kirche wird wohl kaum so naiv gewesen sein, die Verkäufer als treue Kirchgänger vermutet zu haben, die es zu schützen gilt. Vielmehr wird das Motiv darin bestanden haben, schwindenden Mitgliederzahlen entgegenzuwirken. Natürlich nicht mit geistlichen Inhalten, sondern traditionell mit Politischen.
Es soll also ein Rahmen erhalten bleiben, in dem Familienidylle erlebt werden kann. Fragt sich nur, mit welcher Familie. Das gezeichnete Bild entspricht einem Klischee aus grauer Vorzeit, was die Augen vor der alljährlichen Adventskomik verschließt, die regelmäßig im üblichen Schwiegerwahnsinn an Heilig Abend gipfelt.
Doch keimt im Angesicht dieser Familienohnmacht Hoffnung auf, wo uns doch mit dem Haupt der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) Frau Käßmann und der Familienministerin Frau Köhler lebendige Vorbilder gesetzt sind. Schließlich verkörpern sie als treue Ehebrecherin bzw. ledige und kinderlose Emanze den Prototypen einer liebevollen Mutter und Ehefrau. Gestehe dir selbst ein, dass du nicht weißt, warum Weihnachten ein Fest der Freude sein soll, dass es auch keine Familie gäbe, mit der du diese Freude teilen könntest.
Das Problem liegt darin: Dein Jesus wird von Jahr zu Jahr nicht älter. Er bleibt ein Baby in Windeln gewickelt. Er hat das Sprechen nie gelernt, nichtmal stubenrein ist er geworden. Mit so einem Jesus könnte ich auch wenig anfangen.
Nachdem Jesus herangewachsen war, sagte er Folgendes über sich:
Der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorene zu retten!“ (Matthäus 18,11)
Das klingt nicht nach verschlafenem Engelschor. Hier redet jemand, der sich einer Mission verschrieben hat und sich dafür die Ärmel hochkrempelt. Und die Bibel bezeugt uns, dass es nicht dabei geblieben ist. Jesus ließ sich schlachten wie ein Lamm, um diesen Auftrag zu erfüllen. Weihnachten setzt somit den Ausgang eines Heldenepos, von dem alle anderen kopiert worden sind.
Wende dich ab von deinen Idolen und kehre um zu dem Original. Lass Jesus erwachsen werden. Lass Ihn dir sagen: „Ich bin für dich gekommen, um dich zu retten!“ Hansi

 

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