Johannes 1,15 Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 16

Noch Schärfer als V6-8 durchbricht V15 den Zusammenhang. Obwohl V16 eng an V14 anknüpft. Dieser Vers ist eine zusammenfassende Vorwegnahme des Täuferzeugnisses das in 1,25ff ausführlich dargestellt wird. Die Verse 15 und 16 nennen uns gewissermaßen zwei Zeugen für die Einzigartigkeit Jesu: den Täufer und den Jüngerkreis Jesu.
“Johannes“
Man hat in dem Zeugnis des Johannes zwei Perioden zu unterscheiden: die erste vor der Taufe Jesu, die andere nach derselben. Vor der Taufe verkündigte er den Messias nach seinen höheren Prädikaten als herannahend, er kannte aber das messianische Individuum noch nicht; nach der Taufe konnte er auf Jesum hinweisen und sagen: dieser war`s von dem ich jene Präexistenz aussagte. Also von diesem zweiten Stadium seines Zeugnisses ist hier die Rede.
Auffallenderweise wird Johannes in jedem der großen Abschnitte dieses Kapitels mit seinem Zeugnis eingeführt. Vorher war es die abstrakte Offenbarung des Lichtes. Hier ist es Seine gegenwärtige Gegenüberstellung mit der Welt, auf die das Zeugnis sich bezieht.
“gibt Zeugnis von ihm und ruft“
Wieder wird Johannes das Wort des Täufers wichtig.
Auf das “Zeugnis des Johannes“ haben die Verse 7ff. aufmerksam gemacht. Hier fällt auf, dass zuerst in der Gegenwart formuliert wird: „gibt Zeugnis“ Die Gegenwartsform besagt, dass der Täufer bis heute ein wichtiger Zeuge für Jesus geblieben ist.
Das Präsens zeugt (Zeugnis) wird gewöhnlich aus dem bleibenden Wert dieses Zeugnisses erklärt; aber vielleicht kommt es eher daher, dass der Verfasser sich lebhaft in den Augenblick versetzt, wo er dieses geheimnisvolle Wort aus einem solchen Mund hörte; es ist ihm, als hörte er es noch.
Die Fortsetzung geschieht in der Vergangenheitsform und macht dadurch deutlich, dass der Täufer in einem bestimmten Augenblick der Geschichte wirklich so gehandelt hat.
Doch warum sagt der Evangelist, er habe „gerufen?“ Wörtlich heißt es: Er hat geschrien und sagt.“ Dieses „Schreien“ ist der Ausdruck der vollen, das ganze Herz erfüllenden Gewißheit. Nicht nur in zaghaften leisen Andeutungen sondern „laut“ und klar hat es der Täufer bezeugt. Wie in Johannes 7,37; Joh 12,44 und Römer 9,27 meint „rufen“ die vollmächtige Erklärung in der Öffentlichkeit (vgl. Spr 1,20; Spr. 8,1ff.; Spr. 9,3
„Dieser war es, von dem ich gesagt habe:“
Johannes der Täufer spricht. In Mt3, Mk.1 und Lk.3 finden wir das Zeugnis des Johannes vor der Taufe des Herrn, aber hier im Johannesevangelium spricht der Täufer nach der Taufe des Herrn. Im V.15 ruft er in Erinnerung, was er vor der Taufe gesagt hatte; damals wußte er um die Person, aber er kannte die Person selbst noch nicht (V. 31.33).
„denn er war eher als ich“
„denn er war eher als ich“ bezieht sich auf den Rang, auf die Ehre und Würde der Person, als dessen Vorläufer Johannes sich bezeichnete. Wo er hinzufügt “er war eher als ich “, bezieht er sich auf die Zeit, bis hin zur ewigen Präexistenz dessen, auf den Johannes hinweisen sollte. Kolosser 1.17 sag entsprechend: “Er ist vor allen“, wiewohl hier eine andere griechische Präposition (pro) gebraucht wird (statt protos). Wie weit dieses „eher“ reicht, das läßt Johannes noch unausgesprochen.

Verwendete Literatur
Das Johannesevangelium Teil 1 Rudolf Schnackenburg Vierte Auflage 1979
Das Neue Testament Deutsch Ulrich Wilckens Das Evangelium nach Johannes NTD Band 4
Regensburger Neues Testament Das Evangelium nach Johannes Übersetzt und erklärt von Alfred Wikenhauser
Multimedia Bibel Lutherbibel 1984
Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet,
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor,
Das Evangelium nach Johannes J. P. Lange
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading,
 http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=studybible&book=43

http://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=295#Joh.%201,10-13

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