Johannes 1,12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, Der Prolog des Johannesevangelium Teil 13

Johannes 1,Vers 12) Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, Der Prolog des Johannesevangelium Teil 13
Ständig wiederholt der vierte Evangelist, daß es nur zwei Arten von Leben, gibt: Leben von unten und Leben von oben, Fleisch und Geist, natürliches Leben und Leben aus der Wiedergeburt, irdische Kindschaft und Gotteskindschaft.
Zum Einzelnen:
„So viele“, „Alle die“ bzw „Wieviele“
Die grammatische Konstruktion dieses Satzes dient zur Verdeutlichung der Tatsache, daß die Begriffe „Annahme“ und „Glaube“ absolut gleichwertig sind. Das Wort Glaube wird hier zum ersten Mal in diesem Hauptgedanken gebraucht, davor finden wir es nur in Vers 7, wo es das Hauptanliegen der Lehren Johannes des Täufers um- schreibt. Der Glaube an seinen Namen ist der Schlüssel, um das geoffenbarte Wort zu erfassen, das für uns in die Welt gekommen ist.
„So viele“, „Alle die“ bzw „Wieviele“ (griech.: hosoi)
Dieses Wort ist mit einem mathematischen Gleichheitszeitchen (=) vergleichbar. Auf beiden Seiten davon steht inhaltlich das gleiche, d.h. diejenigen, die Christus annehmen, sind exakt diejenigen, die das Vorrecht, die Vorrangstellung bzw. das Anrecht (griech.: EXOUSIA) bekommen, Gottes Kinder zu WERDEN. Diese Wortverwendung verdeutlicht, dass Menschen, die Christus angenommen haben, in eine Stellung versetzt werden, die sie – bevor sie Christus angenommen haben -NICHT hatten – nämlich die Gotteskindschaft.
Damit wir verstehen, was mit dem “Aufnehmen“ gemeint ist, gibt uns Johannes eine Erläuterung:… nämlich denen, die an seinen Namen glauben.
Der Unterschied in der Zeitform ist zu beachten: Das Wort „annahmen“ steht in der Vergangenheitsform, „glauben“ im Präsens. Das heißt, es beginnt mit einem einmaligen Glaubensakt und setzt sich fort, indem man beständig das Vertrauen auf ihn setzt.
„So viele“, „Alle die“ bzw „Wieviele“
Diese Aussage zeigt, dass keineswegs alle Menschen den Schritt zum Glauben wagen. Sie zeigt ferner, dass es keinen ererbten Glauben gibt, sondern die Entscheidung von jedem Einzelnen zu treffen ist.
Der letzte Satzteil fungiert als sog. Apposition, d.h. als Ergänzung zu „denen, die ihn aufnahmen“. Die Verwendung „an seinen Namen“ ist „pars pro toto“, d.h. der Name steht in Stellvertretung für die ganze Person des Herrn Jesus Christus – Er ist das Objekt des Glaubens. „An den Namen Jesu glauben“ heißt glauben, dass Jesus als Messias und Gottessohn unser Erlöser und der Vermittler des ewigen Lebens ist (vgl. Joh. 2,23; Joh. 20,31; Apg 4,12; 1. Joh 3,23; 1. Joh 5,13) und ihm deshalb nachfolgen. Ein Für- wahr- Halten genügt also nicht.
Glaube (PISTIS) ist eine Vertrauensbeziehung (PISTEUW: glauben, vertrauen) zur Person des Herrn Jesus. Das Zeitwort “glauben (pisteuw) bildet das Schwergewicht des Johannesevangeliums. Es kommt hier öfter vor als sonst irgendwo im NT.
Den Glaubenden gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden. Für Kinder steht tekna wie in 1Joh.3, 1+2. “Gab“ heißt natürlich nicht, dass dies nur in der Vergangenheit geschah. Der Sinn ist vielmehr der: Seit seinem irdischen Wirken und von da an durch die ganze Geschichte hindurch “gab“ Jesus solche “Vollmacht“ – auch heute und morgen! Für “Recht“ steht exousia, “Vollmacht, Gewalt“. “Vollmacht“ ist ein juristischer Begriff. Er hat Ähnlichkeit mit der “Prokura“. Dieser Begriff steht hier, weil wir nur durch Jesu Kreuzestod die Möglichkeit und das Recht bekommen, Gottes Kinder zu werden.

 

Verwendete Literatur
Bemerkungen Zum Johannesevangelium Thomas Jettel (z.T. nach Herbert Jantzen)
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney
Multimedia Bibel
Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading,


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