Selbstüberwindung

Echte und überflüssige Berater, Coachs, Therapeuten oder Gurus geben einem heute fast immer selbe Mantra: „Mach wozu Du List hast!“ oder anders ausgedrückt: „Du weißt am besten, was für Dich gut ist!“ – Natürlich hört sich das ziemlich gut an, denn wer will sich schon von jemand anders sagen lassen, was in einer bestimmten Situation dran ist oder wovon man besser die Finger lassen sollte. Viele Menschen fragen zwar nach der Meinung anderer, suchen in Wirklichkeit aber nur eine begeisterte Zustimmung. – Ok, dann gilt heute also: „Du bist absolut toll! Alles was Du machst und willst ist absolut Hammer!“ – Damit sind die meisten bestens zufrieden und die Freundschaft ist erst einmal garantiert. Nur stimmt dieser Zuspruch eben nicht immer.
Manchmal hat man keinen wirklichen Durchblick. Dann rät einem das Gefühl genau zu der falschen Entscheidung. Oftmals ist das Richtige eben auch mit Mühe, unangenehmer Selbsterkenntnis oder Überwindung der eigenen Trägheit verbunden.
Wahrscheinlich gibt es kaum ein erstrebenswertes Ziel, dass nicht auch etwas kostet. Ohne ein gewisses Maß an Selbstüberwindung bekommt man höchstens kurzfristige Befriedigungen: billige Komplimente bei lauter Musik und Alkohol; relativ schnelle Erfolge beim Zocken am Computer; Angebereien oder billige Witze, Leute abzocken für den eigenen Vorteil usw.
Echt lohnenswerte Ziele kosten Selbstüberwindung: Die Überwindung im Sport nicht aufzugeben, auch wenn die Muskeln schmerzen und die Leistung nur langsam steigt. Die Überwindung sich mit einem neuen Instrument immer wieder zum Üben hinzusetzen, auch wenn ein Musikstück selbst nach 10 Stunden noch nicht konzertreif ist. Die Selbstüberwindung, sich in einer Partnerschaft auf die Eigenarten und Fehler des Anderen einzustellen, auch wenn sie nerven. Die Selbstüberwindung eigene Bequemlichkeit zurückzustellen, um sich Zeit für Gott und für andere Menschen zu nehmen, auch wenn man gerade keinerlei Lust dazu hat. – Gut das Gott Kraft gibt um das Unangenehme tun zu können!
„Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.“ (Epheser 6, 13) Michael Kotsch