Wunscherfüllung

„Nur solche Gebete werden erhört, die in Übereinstimmung mit dem geoffenbarten Willen Gottes sind.“
(Hudson Taylor, 1832-1905)
Ganz besonders am Ende des einen und am Beginn des neuen Jahres wird überall Bilanz gezogen. Mehr oder weniger erfreut bzw. frustriert schaut man auf die Ereignisse der vergangenen Monate zurück. Je nach Persönlichkeit und Lebensphase dominiert beim Blick auf das kommende Jahr die Freude oder der Frust.
Natürlich ist es sehr empfehlenswert, gelegentlich Resümee zu ziehen. Nur so kann man verhindern, eigene Fehler immer und immer zu wiederholen. Die Erinnerung ans vergangene Jahr kann bei Christen auch zu einer berechtigten Pause der Dankbarkeit führen. Jeder, der nur einige Minuten nachdenkt, wird sich dann an einiges erinnern, was ihm von Gott geschenkt wurde: Momente des Glücks, Gesundheit, Freunde, materielle Güter, Urlaub, eine Wohnung, gutes Essen, Vergebung, Verständnis, Trost usw. Ganz sicher ist das Jahresende ein geeigneter Zeitpunkt, um sich an all das zu erinnern, was Gott geschenkt hat und ihn dann „Danke“ dafür zu sagen.
Auch Probleme, Schmerzen und Fehler hat das vergangene Jahr für viele Menschen mit sich gebracht. Es hilft nur wenig das vorschnell zu verdrängen. Jetzt, am Ende des Jahres, ist die Zeit alles Leiden an Gott abzugeben, der alleine wirklich helfen kann zu tragen und zu trösten. Schuld und Fehler aber verschwinden auch nicht einfach von selbst. Sie müssen eingesehen und vergeben werden. Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt sich dieser unangenehmen Aufgabe zu stellen, um entlastet ins neue Jahr zu starten.
Bei allen Vorhaben, Wünschen und Planungen für die Zukunft, sollten Christen nie den Willen Gottes aus dem Blick verlieren. Gott ist nicht einfach eine immer nur alles absegnende Energie, die dauerhaften Erfolg allen verspricht, die sich das so wünschen. Natürlich kann man Gott um alles bitten, auch um egoistische, lediglich genussorientierte oder sogar sündige Vorhaben. Gott hat aber auch seinen eigenen Plan für jeden Menschen und unverrückbare Maßstäbe, die letztlich über richtig und falsch entscheiden; ganz unabhängig davon ob wir uns dabei gut fühlen oder nicht. Christen sollten das neue Jahr mit Gott planen, nach seinem Willen fragen und sich vornehmen, auch dementsprechend zu handeln, selbst wenn es mal schwer oder unangenehm wird. Ganz sicher hört Gott jedes Gebet, aber er erfüllt nicht alle Bitten, in der Weise wie man es sich vielleicht wünschen würde. Michael Kotsch