Johannes 1,9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Johannes 1,9 Der Prolog des Johannesevangelium Teil 10

Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Johannes 1,9
Zunächst wird die Feststellung von Vers 4f. wiederholt: Zugleich wird seine universale Bedeutung, wiewohl sie in den vorangehenden Sätzen schon angedeutet war, erneut nachdrücklich hervorgehoben. Die bisherige Beschränkung auf Israel wird aufgehoben.
Die Verse 9-13 wendet sich wieder dem wahrhaftigen Lichte zu und die zu erwartende Wirkung die das Licht auslöst.
Das Wort „wahr“(alethinos) erscheint hier zum erstenmal. Unter 28 Stellen, an denen es im N.T. vorkommt, gehören 23 Johannes an; 9 im Evangelium, 4 im ersten Brief, 10 in der Offenbarung.
Es bedeutet eher den Gegensatz zur Zweitrangigkeit als zur Unrichtigkeit, es stellt also eher seine Originalität als seine Richtigkeit heraus. In Kap. 17, 3 wird dieses Wort auf Gott bezogen, wo der Hauptakzent der Aussage auch wieder auf dem endgültigen und maßgeblichen Charakter des Wesens Gottes liegt und nicht so sehr auf der Glaubwürdigkeit seiner Person. Wir haben es hier mit einem Licht zu tun, das das einzige existierende Original ist; alle anderen Lichter sind billige Kopien. Dieses Licht ist Realität, alles andere ist Illusion; allein vom LOGOS geht geistliche Erleuchtung aus. Die Richtlinien und Gebote Christi, die im Hauptteil des Evangeliums besprochen werden, sind eigentlich nicht mehr als Detaillierungen des Grundsatzes, daß Christus die Quelle allen Lichtes ist.
Das “wahre Licht“ sollte mit dem “wahren Brot“ ( 6,32); Dem “wahren Weinstock“(15,1) und “der Wahrheit“ 14,6 in Verbindung gebracht werden. Das „“wahre Licht“ und „“das wahre Brot“ sind die Gegenstücke zum Licht und zum Brot im Heiligtum der Stiftshütte, während sich das Licht der Herrlichkeit und der goldene Krug mit dem Manna im Allerheiligsten befanden.
Das griechische Verb photizein, das hier steht und das mit „erleuchtet “ übersetzt wird, ist doppeldeutig. Es kann sowohl „ erleuchten“ wie „beleuchten“ bedeuten. Man hat oft übersetzt: „ Das wahre Licht, das jeden, Menschen erleuchtet“; aber die hellenistische Vorstellung vom Licht als einem inneren Licht, an dem alle Menschen Anteil haben, ist unvereinbar mit V.5, wo ja gesagt war, dass die Finsternis das Licht nicht ergriffen hat. Vielmehr hat das Verbum photizein in V.9 die Bedeutung „beleuchten“, „bescheinen“,“ ins Licht stellen“, wie Joh.3,19-21 zeigt.
Christus erleuchtet alle Menschen. Das bedeutet nicht, daß er sich allen offenbart, daß alle gerettet werden, oder auch nur, daß allen eine innere Erleuchtung zuteil wird. Es besagt lediglich, daß Christus, das Licht, jedem Menschen leuchtet (photizei), ihm die Augen für seine Sünde und das kommende Gericht öffnet (Joh 3,18 – 21; Joh 9,39 – 41; Joh. 16,8 – 11) und ihn rettet, wenn er Christus annimmt.

Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney, Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias, Multimedia Bibel, Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet, Brockhaus Kommentar zur Bibel III, Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading, Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor, www.soundwords.de,http://www.sinnvoll-leben.de/home/predev.htm, Der Eingang des Johannesevangeliums (Kapitel 1, V. 1 – 18).In Meditationen ausgelegt Dr. F. A. Philippi, Professor der Theologie zu Rostock, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Siegfried Schulz, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Herman Strathmann, Das Evangelium nach Johannes ausgelegt für Bibelleser von D. Adolf Schlatter http://www.jugendkreis-gemmingen.de/Download/Dateien/Handouts/2008-01_Einleitung_Johannesevangelium.pdf, William Barclay Johannesevangelium Band 1

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