Johannes 1,8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 9

Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
Oyk een ekeinos to fos, all ina martyreesee peri toy footos.

Dieser Vers enthält einen Ton der Abwehr: Johannes wird als Zeuge abgegrenzt von dem Licht, das er zu bezeugen hat. Diese Feststellung muß für den Evangelisten von großer Bedeutung gewesen sein. Denn er unterstreicht sie nochmals in Vers 15: Der Täufer, so heißt es hier, bekennt sich zu Christus als dem ihm Überlegenen, weil Er aus der Ewigkeit kam.
Sein Leben und Zeugnis waren so deutlich, dass die Leute voller Erwartung waren “ und alle in ihrem Herzen wegen Johannes überlegten, ob er nicht etwa der Christus sei“(Lk.3, 15). Seine strikte Zurückweisung dieser Annahme erscheint nur im Johannesevangelium:“ Ich bin nicht der Christus“(1,20; 3,28). Während des irdischen Lebens des Herrn beanspruchte niemand, der Christus zu sein. Später aber würden viele Antichristen sich diesen Titel anmaßen, und in der letzten Zeit werden viele sagen “Ich bin der Christus“ und werden damit viele verführen (Mt.24, 5), und der Mensch der Sünde wird sich sogar als Gott ausgeben (2.Thess.2, 4). Wenn der Täufer nicht das Licht war, ist damit nicht gesagt, dass er überhaupt kein Licht gewesen sei (vgl. Joh 5,35). Es fehlt jede Spur einer Geringschätzung des Täufers; nichts wird von ihm berichtet, was einen Schatten auf ihn werfen (Mt.11.2-6) oder einen Gegensatz zu Jesus andeuteten könnte(Mt.11, 18f).
Es gibt Hinweise darauf, daß die Bewegung, die mit dem Täufer begann, nach seinem Tod und auch nach dem Tod und der Auferstehung Jesu weiterexistierte (Joh 4,1; vgl. Mk 6,29; Lk 5,33). Zwanzig Jahre nach Jesu Auferstehung (vgl. Apg 18,25; Apg 19,1 – 7) traf Paulus, als er nach Ephesus kam, dort etwa zwölf Jünger Johannes des Täufers, und noch heute gibt es im Gebiet südlich von Bagdad eine mandäische Sekte, die – obwohl sie dem Christentum feindlich gegenübersteht – nach eigener Aussage auf den Täufer zurückgeht.

Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney, Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias, Multimedia Bibel, Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet, Brockhaus Kommentar zur Bibel III, Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading, Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor, www.soundwords.de,http://www.sinnvoll-leben.de/home/predev.htm, Der Eingang des Johannesevangeliums (Kapitel 1, V. 1 – 18).In Meditationen ausgelegt Dr. F. A. Philippi, Professor der Theologie zu Rostock, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Siegfried Schulz, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Herman Strathmann, Das Evangelium nach Johannes ausgelegt für Bibelleser von D. Adolf Schlatter http://www.jugendkreis-gemmingen.de/Download/Dateien/Handouts/2008-01_Einleitung_Johannesevangelium.pdf, William Barclay Johannesevangelium Band 1

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