Johannes 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen Der Prolog des Johannesevangelium Teil 6

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen Johannes 1,5
Der Prolog des Johannesevangelium Teil 6
Genau an diesem Punkt finden wir in dem Prolog auch die ersten Anzeichen des erwähnten Konfliktes. Dramatisch ist jedenfalls, was uns Vers 5 zu sagen hat: Äußerlich ist zunächst klar, dass Johannes auf das Geschehen des ersten Schöpfungstages Bezug nimmt. Licht und Finsternis treten auch dort auseinander. Hört man nun tiefer in die Geschichte der Auslegung von 1. Mose 1 hinein, dann macht man die Beobachtung, dass »Licht« und »Finsternis« vom AT und vom Judentum keineswegs nur in einem äußeren Sinne verstanden wurden. Vielmehr bringen diese Begriffe grundsätzliche Sphären und Positionen zum Ausdruck. Das zeigt uns beispielsweise Jesaja 45,7: Der »Ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil.
Die Auswirkungen des göttlichen Lebens werden der Welt durch das LOGOS offenbart, aber die Welt ist nicht empfänglich dafür. Oder mit anderen Worten: Obwohl die Welt dieses Licht nicht auslöschen kann, kann sie es wohl verdunkeln. Der fortwährende Widerstand des Lichtes gegen die Dunkelheit und die Unfähigkeit der Dunkelheit, mit ihren Mächten des Hasses und des Unglaubens zu siegen, ist das Generalthema des Johannes- Evangeliums.
Wir haben es hier mit einem Licht zu tun, das das einzige existierende Original ist; alle anderen Lichter sind billige Kopien. Dieses Licht ist Realität, alles andere ist Illusion; allein vom LOGOS geht geistliche Erleuchtung aus. Die Richtlinien und Gebote Christi, die im Hauptteil des Evangeliums besprochen werden, sind eigentlich nicht mehr als Detaillierungen des Grundsatzes, daß Christus die Quelle allen Lichtes ist.
Das letzte Wort von Johannes 1,5 lässt sich verschieden übersetzen:
a) begriffen,
b) ergriffen = überwältigt. Im Fall a) fehlt der Finsternis das Verstehen Jesu; im Fall b) greift die Finsternis Jesus an, ohne ihn besiegen zu können. Denn Jesus ist ja »das Licht.
Dieser Vers sagt also in dichtester Form: Die Welt ohne Gott ist und bleibt Finsternis (1. Joh 5,19!), Jesus kommt als das rettende Licht in diese Welt, wird in den Kampf gegen die Finsternis gestellt und behält den Sieg. Keimhaft liegt in diesem Vers die ganze Geschichtsschreibung von der Geburt Jesu bis zu seiner Wiederkunft. Ja, in diesem Vers verzahnen sich Schöpfung und Geschichte im Begriff des »Lichtes«, das Jesus von Schöpfungsbeginn an war und noch in der Neuschöpfung sein wird (Offb 21,23).
In diesem Vers hat Johannes sein ganzes Evangelium zusammengefaßt: Das Licht wird in das Reich der Finsternis kommen; Satan, der Herrscher dieses Reiches, und seine Untertanen werden sich dem Licht widersetzen, doch sie werden seiner Macht nichts anhaben können; das Wort wird gegen alle Widerstände siegen.

Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney
Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias
Multimedia Bibel
Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet
Brockhaus Kommentar zur Bibel III
Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor
www.soundwords.de
http://www.sinnvoll-leben.de/home/predev.htm


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