Johannes 1,3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 4

Der Prolog des Johannesevangelium Teil 4
Vers 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
Der Prolog wendet sich nun der Schöpfungstätigkeit des Wortes zu. Das Griech. betont das Handeln des Wortes („durch“ griech.:dia ) und schließt im weiteren jede Möglichkeit einer Schöpfung ohne dieses Wort aus.
Gesagt wird hier also: Alle stehen unter dem Anspruch des Logos, jeder Mensch – ob er es wahrhaben will oder nicht.
Diese positive Aussage wird durch die Verneinung „ohne dasselbe ward auch nicht eines, das geworden ist“ betont. Alle Dinge, groß und klein, ob Lebewesen oder nicht, geistlich oder materiell – alles, was geworden ist, ist durch das Wort geworden. Die Personen der Gottheit werden hier automatisch durch die Wortformen ausgeschlossen, von denen gesagt werden kann, dass sie waren, aber nicht „wurden“. Mit der Schöpfung wird nicht nur bezeugt, dass es einen Schöpfer gibt, sondern durch ihr Ausmaß auch die Größe des Schöpfers offenbart. „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk. Ein Tag berichtet es dem anderen und eine Nacht meldet der anderen die Kunde davon.“ (Ps. 19,1-2, Röm. 1,20)
Die Erschaffung der materiellen Dinge ist ein Werk des LOGOS. In Kolosser 1, 16 und in Hebräer 1, 2 begegnen wir demselben Gedanken: Der Sohn hat bei der Schöpfung die gleiche Funktion, die der Bauunternehmer beim Hausbau dem Bauherrn gegenüber hat. Christus ist das Medium, durch das sich die Gottheit ausdrückt und vermittelt.
Die dritte Zeile dieses Abschnitts lehrt uns etwas über die Handlungsweise des LOGOS. In der Übersetzung dieser Zeile findet man in einigen Bibelausgaben eine interessante Interpunktion: der Vers wird erst nach dem Satzteil „…. was gemacht ist“ getrennt, und dies ergibt beim Lesen dann einen besseren Zusammenhang. Was diese letzte Aussage aber so besonders bedeutungsvoll macht, ist der Zeitwechsel: „Und ohne das selbe kam nichts ins Sein, nicht ein Ding, das ist und existiert“ Das griechische Wort gegonen, das in den letzten sieben Worten vorkommt, ist in der Zeitform Gegenwart geschrieben, und das bedeutet, daß diese Aussage eine Entwicklung beschreibt, die‘ durch eine bestimmbare Handlung in Bewegung gesetzt wurde. Die Welt in ihrer Gesamtheit verdankt ihren Ursprung allein Gott – durch die Vermittlung und Mitwirkung des LOGOS.
Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney
Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias
Multimedia Bibel
Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet
Brockhaus Kommentar zur Bibel III
Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor
www.soundwords.de


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