Wir sollen nicht nur schöne Worte machen

Wir sollen nicht nur schöne Worte machen, Pläne schmieden und beten wie jener Landpfarrer, an den sich eine obdachlose Frau um Hilfe wandte und der ihr, da er sehr beschäftigt war und sich nicht anders zu helfen wußte, die zweifellos ernstgemeinte Antwort gab, er werde für sie beten. Sie schrieb darüber später:
Ich war hungrig, und Du hast gegen den Hunger in der Welt demonstriert.
Ich war gefangen, und Du hast Dich in Deiner Kapelle verkrochen, um für meine Befreiung zu beten.
Ich war nackt, und Du hattest moralische Skrupel bei meinem Anblick.
Ich war krank, und Du knietest nieder und danktest Gott für Deine Gesundheit.
Ich war obdachlos, und Du hast mich der Obhut Gottes anbefohlen.
Ich war einsam, und Du hast mich allein gelassen, um für mich zu beten.
Du wirkst so heilig, so verbunden mit Gott, aber ich bin immer noch hungrig – und einsam – und friere.
Wer begriffen hat, wie Gott den Menschen sieht, der ist bereit, sich für die Befreiung der Menschen von allem, was sie erniedrigt und gefangen hält, einzusetzen, sei es im geistlichen oder im sozialen Bereich. Dabei ist klar, daß einem Menschen erst dann wirklich geholfen ist, wenn er das Heil in Jesus Christus angenommen hat.
John Stott, Christsein in den Brennpunkten unserer Zeit, Bd. 1 Seite 37