„American Sniper“ – Von der Begeisterung am Töten

Chris Kyle gilt als erfolgreichster US-Sniper im Irak-Krieg. 255 Menschen soll er mit präzisen Schüssen getötet haben. Im Jahr 2012 erschien ein autobiographischer Bericht über seinen Werdegang und seine Erlebnisse im Krieg. Zwischenzeitlich wurde seine Autobiographie „American Sniper“ verfilmt. Hollywood-Star Bradley Cooper spielt Kyle, wurde für seine Darbietung für den Oscar nominiert. Seine Tötungsstatistik kommentierte er in seiner Biographie: „Es war meine Aufgabe, zu schießen und ich bereue es nicht. Meine Schüsse haben Amerikanern das Leben gerettet.“
Interessant ist es schon, die Welt aus der Sicht eines amerikanischen Elitesoldaten zu betrachten. Sympathisch ist der Typ aber nicht, weder privat noch beruflich. Ja, er erledigt seinen Job, und das mit großer Präzision. Immer wieder schildert er, wie es ihm Spaß macht, andere Menschen zu erschießen. Es langweilt ihn geradezu, wenn er einmal nicht im Krieg ist oder wenn er einmal keinen Gegner töten kann. Seine Pausen verbringt Kyle mit Ballerspielen. Die Irakis in deren Land er vor allem kämpft, sind ihm vollkommen gleichgültig; mehr noch er verachtet sie und ihr Land. Seine Gegner sind für ihn „Teufel“ oder „Schurken“. Wenn Kyle zehn Irakis am Tag erschossen hat, freut ihn das sehr. Wenn Irakis einen seiner Kollegen getötet haben gerät er in unkontrollierte Wut. Seine Lösung für den Konflikt: Alle töten, die gegen Amerikaner sind. – Auch wenn er gegen Unschuldige vorgeht, bereitet Kyle das keine Kopfschmerzen.
Ist Kyle zuhause in den USA, dann liebt er es sich zu betrinken und in Kneipenschlägereien seine Überlegenheit zu demonstrieren. Wenn er jemandem dabei den Kiefer bricht, dann entschuldigt er sich mit der ihm antrainierten Aggressivität. Möglichst häufig ist er auf der Jagd, um Tiere zu erschießen.
Diese Autobiographie strotzt vor Gefühlskälte und ausgelebter Rücksichtslosigkeit. – Wenn das die Realität der amerikanischen Streitkräfte ist, dann muss man sich nicht wundern, dass sie in vielen Ländern der Welt verhasst sind. Hoffen wir, dass Soldaten mit solchen „Talenten“ immer nur für die „richtige“ Sache eingesetzt werden. – In der realen Welt gab und gibt es aber leider auf allen Seiten „erfolgreiche“ und sehr „effektive“ Mörder, die anderen Menschen mit Freude das Leben nehmen. Es geht ihnen nicht um das eigentliche Ziel, sondern um den Spaß des Mordens, ohne je dafür belangt zu werden.
Vielleicht ist das in Kyles Autobiographie beschriebene Verhalten aber auch die traurige Realität jedes Krieges, in denen es nirgend die „edlen Helden“ gibt, sondern nur die Gewinner, deren Mörder später gelobt und die Verlierer deren Mörder später verachtet werden.
Gott jedenfalls hat „keine Freude am Tod des Ungerechten“. (Hesekiel 18, 23) Dass es Krieg gibt ist eine traurige Wahrheit; und dass in Kriegen Menschen getötet werden auch. Christen sollten aber keinen Spaß am Töten haben, selbst als Soldaten. Wenn es dazu kommt, ist das Töten eher eine traurige Notwendigkeit. Michael Kotsch
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1140812286058548