Christ und Politik

Die Debatte um Parteipolitik und Christsein und Verantwortung des Christen für Gesellschaft und Kulturkreis wurde hier auf Facebook schon x-Mal geführt. Zur Erinnerung:
1. Staaten, die mit Bibel und Evangelium regieren wollen, wird es nie geben! Und wenn so eine Chimäre als Regierung oder als demokratisches Parteiensystem oder als Monarchie dennoch irgendwie „entstehen“ sollte, ist das Gebilde dann nie (!) christlich, sd. eher anti-christlich vom Wesen her. Biblisch-christlich strukturierte Staatsregierungen darf es nämlich irdisch nicht geben! Christen in der Politik und in Regierungen, das JA! Aber irdisch darf es keine christlich-theokratischen Regierungsstrukturen geben, das NEIN, NIE!
2. Strikt an der Bibel orientierte politische Parteien kann es daher schlechterdings nicht geben, nur politische Parteien, die mit einer bestimmten Schnittmenge das christlich-biblische Ethos des menschlichen Zusammenlebens teilen. Mehr geht nicht! Daher muss mir als Christ in einer Demokratie nicht alles an einer politischen Partei oder Regierung gefallen, bevor ich mein Wahlrecht ausübe. Eine Partei und Regierungen sind nie Gemeinde Christi, sd. nur je eine irdische Entität, um den Rahmen zu bilden, als Christ in einem Staat und Kulturkreis gut leben zu können. Gibt es solche Vorteile der Demokratie für Christen nicht, müssen sie sich in anderen Gesellschaftsformen zurechtfinden (vgl. Paulus und Petrus und die Gemeinden unter Nero usw.).
3. Weil 1. und 2. wahr und stimmig sind, werden politische Parteien und staatliche Regierungen keine ethischen und sozialen Überzeugungen teilen können, die exklusiv und nur die Gemeinde Jesu auszeichnen. Wäre das möglich, müssten dazu säkulare politische Strukturen und Systeme aus Menschen bestehen, die mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden, die gläubig wären, und die aus Wiedergeborenen bestehen. Das aber gibt es nicht, es sei denn als Blendwerk des Teufels. Man kann nämlich keine erlösten Strukturen mit unerlösten Menschen aufbauen. Parteien und Regierungen können daher nur ganz grob abbilden, was Gottes Ethos verlangt. Daher darf man diesen Ethos exklusiv unter Wiedergeborenen auch von keiner einzigen Partei einer Demokratie oder Republik erwarten, da sie diese Richtlinien Gottes nicht teilen können. Sie könnten es schlicht und einfach NICHT!
4. Daher sind alle Parteien und Regierungen nie gemeinde-ähnlich! Das wäre unmöglich (… oder teuflisch)! Also brauchen wir als Christen diese hohen Kriterien auch von keiner Partei zu erwarten, dass sie so agieren und handeln müsste, bevor ich sie demokratisch wähle. Das wäre Utopie! Die real existierenden politischen Parteien sind und bleiben immer weltlich. Sie können nichts anderes sein. Manche von ihnen teilen mehr oder weniger christliche Werte, das ja, die in Politik und Gesetzgebung umgesetzt werden, andere tun das aber nicht, weil sie einer anderen Weltanschauung folgen. So what? Christen leben in allen Gesellschaften und politischen Systemen so, dass dem Evangelium möglichst kein selbstverschuldeter Schade entsteht und die Gemeinden unbehelligt ihr Christsein bekennen und ausleben können.
5. Wer nun sein demokratisch verbrieftes Wahlrecht als Christ nutzt (was jeder tun sollte – die Obrigkeit nach Röm. 13 gestattet uns als Staatsbürger das auszuüben!), der wägt die Parteiprogramme ab und wählt dasjenige irdische System, das die besten Möglichkeiten bietet ,, als Christengemeinde ein friedvolles, freies und unbedrängtes Leben zu gestalten, ggfs. mit allen dazugehörigen kulturellen Vorzügen (Gesetzgebung, Bildung, Wohlstand, Schutz usw.). Alle Parteien sind inhaltlich suboptimal ausgerichtet. Also wählt man die Partei, die die Anliegen des christlichen Glaubens fördert, zumindest sie nicht behindert, relativiert oder zerstört. Wir wählen als Christen aber immer nur Vertreter eines irdischen, unvollkommenen Systems, bilden dabei weder das „Reich Gottes“, noch die Gemeinde Jesu Christi!!! Diese Einsicht befreit und macht gelassen. Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl!
6. Aus diesen genannten Gründen können Politiker nicht wie Christen leben, versiegelt mit dem heiligen Geist, zu einem geheiligten Leben befähigt, es sei denn sie wären Christen. Die meisten sind es nicht. Wieso also müssen diese Parteienvertreter und Regierenden leben, als wären sie Christen? Sie können das ja gar nicht tun, in keiner Partei. Sonst wäre das Christsein nur eine antrainierbare moralische Religion. Wieso erwarten wir von säkularen, unerlösten Menschen, dass sie leben wie es dem christlichen Ethos entspricht? Absurde Erwartungen, die keiner erfüllen kann. Wenn Politiker mithilfe des Primus Usus Legis einigermaßen nach den Geboten Gottes zu leben bemüht sind, ist das gut. Erwarten darf man das aber nicht. Also, in allen Parteien werden unerlöste Menschen zur Wahl stehen, die die Gebote Gottes nicht befolgen. Etwas anderes darf man nicht erwarten. Wer das anders sieht, kennt das Wesen des Christseins nicht, das nicht durch moralische Aktionen besteht, sd. ein neuer Mensch ist (Gal. 2,18-20).
Viel Freiheit und Gelassenheit beim Wählen an der kommenden Bundestagswahl! Christen haben die volle Freiheit dazu, mit Vernunft und geeichtem Gewissen, wählen zu gehen.  Berthold Schwarz
https://www.facebook.com/berthold.schwarz.5