5. These: Gegen die Selbstsicherheit schwärmerischer Scheinchristlichkeit.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß auch wiedergeborene Christen noch im Schatten einer gottfeindlichen Welt und der eigenen Sünde leben, und daß deswegen jeder Hochmut und jede Selbstsicherheit der Wirklichkeit christlichen Daseins widersprechen müssen. Der Christ lebt nicht aus dem Haben, sondern aus dem immer wieder neu zu empfangenden Leben mit Gott durch Christus, seinen Heiland.
Der Apostel Paulus schreibt :»Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute, finde ich nicht.« (Rom. 7,18-19) Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als sei christliche Existenz frei von Sündenwirklichkeit, Kampf und Anfechtung, und als sei Christsein ein Besitz, der Vergebung, Kreuz, Leid und immer neue Aufrichtung durch Christus ausschließen könne. Scheinchristentum der Unbegnadeten ist der Ausdruck der Heuchelei, Verkennung der Gerechtigkeit Gottes, und sie zerstört jenes Leben, das allein aus der Gnade Gottes existieren kann und diese immer wieder neu erfahren muß.
Luther bekennt:»Das christliche Leben besteht nicht im Sein, sondern im Werden, nicht im Sieg, sondern im Kampf, nicht in Gerechtigkeit, sondern in Gerechtsprechung.«. . . »Ein heiliger oder gläubiger Mensch empfindet wohl in sich das Übermaß der Sünden. Sie werden ihm aber um des Glaubens willen nicht zugerechnet«… »Fühlest du keine Sünde mehr, so bist du gewiß in Sünden ganz tot.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 95 – 96
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