2. These: Gegen den verstandenen Gott der mündigen Gesellschaft.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gott ein allmächtiger Gott ist, den menschlicher Verstand und menschliches Gefühl nicht erfassen und ergründen kann. Das wahre Vertrauen in Gott gründet sich nicht auf eine Berechenbarkeit Gottes, sondern auf ein Vertrauen, das alle Möglichkeiten des Verstehens überschreitet.
Der Apostel Paulus schreibt:», lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren?« (Rom. 9,20-21)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als müsse und könne nach den Maßstäben von Mündigkeit und Humanität ein der Gesellschaft akzeptables Gottesbild aufgerichtet werden, als könne und müsse, je nach dem Urteil von Zeit und Zeitgeist, ein neuer oder anderer Weg zu Gott gesucht werden, als der eine, den der dreieinige Gott in der Bibel geoffenbart hat.
Luther bekennt:»Die Vernunft kann ihr Licht hochhalten und rühmen, auch klug in weltlichen, vergänglichen Sachen damit sein, aber sie klettere beileibe damit nicht hinauf in den Himmel, oder man frage sie ja nicht um Rat in Sachen, die die Seligkeit belangen. Denn da ist die Weltunvernunft ganz starr-blind, bleibt auch in der Finsternis, leuchtet und scheint in Ewigkeit nicht. Aber das einzige Licht ist Christus allein: Er kann und will raten und helfen.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 94-95