Staatliche Umerziehung 5.0

Wir leben in einem vollkommen freien Land. Jeder darf tun und denken war er bzw. sie will. Zumindestens solange, wie man weitgehend mit dem gesellschaftlich verordneten Mainstream übereinstimmt.
Schon seit Jahren wird uns auf allen Kanälen vermittelt, wie angesagt, vernünftig, zeitgemäß und umweltfreundlich es ist, vegetarisch oder vegan zu essen. Und doch haben das einige immer noch nicht begriffen. Deshalb fordert aktuell die Chefin des Umweltbundesamts, Krautzberger, die Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte um 12% zu erhöhen. Vorgeblich, um die Umweltziele der Bundesregierung besser erreichen zu können. Demnach werden bei der Tierhaltung viel mehr Gase frei, die zur Klimaerwärmung beitragen könnten als beim Anbau von Soja oder Äpfeln.
Gleichzeitig hofft die Chefin des Umweltbundesamtes aber auch darauf, dass die Konsumenten weiterhin viel Fleisch essen. Denn Krautzberger wirbt für ihre Idee mit einem Hinweis auf die durch eine Fleischsteuer zusätzlich einzunehmenden Milliarden. Die aber dürften wohl nur dann fließen, wenn weiterhin Fleisch und Milch gekauft werden. Also so ganz durchdacht schein das Konzept noch nicht zu sein. Entweder hat man weniger klimaschädliche Gase oder man will die Steuermilliarden.
Vielleicht sollte man hier vom Umgang mit den Zigaretten lernen und das Grillfleisch künftig mit abschreckenden Bildern versehen; beispielsweise von Hähnchen im engen Zuchtkäfig oder von verödeten Landschaften. Man könnte auch über einen verpflichtenden Aufdruck nachdenken: „Du bist schuld daran!“, „Fleischesser sind Mörder!“ oder so ähnlich.
Konsequenter Weise sollte man dann darüber nachdenken, auch Eis, Gummibärchen und Kartoffelchips mit dem erhöhten Steuersatz von 19% zu verkaufen. Denn schließlich entstehen den Krankenkassen durch den Konsum dieser Lebensmittel jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen könnte man doch die Sanierung der Straßen bezahlen; für die bisher ja nur dreimal geblecht wurde. Außerdem hätte man kaum fettleibige Kinder und weniger Menschen mit Diabetes oder erhöhtem Blutdruck. Gleichzeitig wäre es doch auch möglich, Holzheizern die KFZ- Steuer zu erlassen, bzw. Vegetarier früher in Rente zu schicken, da sie in ihrem Leben vermutlich weniger Krankentage geltend gemacht haben.
Wenn man mich fragen würde, hätte ich noch einige kreative Vorschläge für eine pädagogische Verkomplizierung des Steuerwesens. Ganz bequem kann man so nebenher noch positive Schlagzeilen generieren und für seine Weltanschauung werben. Je nach persönlichen Vorlieben könnte man schließlich auch erwägen, christliche Freizeiten steuerfrei zu stellen. Immerhin wird dadurch die seelische Ausgeglichenheit der Teilnehmer gefördert und damit ihre Arbeitsfähigkeit. Außerdem sind die meisten christlichen Freizeiten ziemlich klimaneutral, weil sie selten am anderen Ende der Welt stattfinden.
Bestimmt fallen meinen Lesern auch noch weitere gute Vorschläge ein, wie man mit Steuerpolitik das Denken und Handeln der Deutschen noch besser in die gewünschte Richtung lenken kann. – Und bis zum nächsten, dann vielleicht teureren Grillfest, dauert es ja vermutlich noch etwas. Michael Kotsch https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/892124874260625