Atheismus

Atheismus ist in neuer Zeit im Allgemein die Leugnung dessen, was man für den christlichen Gottesbegriff hielt, die Leugnung eines allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde, der diese Schöpfung weiter in Händen hält und am Jüngsten Tag über die Menschen Gericht halten wird, bei dem er die Guten von den Bösen unterscheiden wird, den Guten das Paradies, den Bösen die Hölle zuweisend. Gehen wir in die Begriffsgeschichte zurück, stoßen wir jedoch auf verwirrende Phänomene. So lautet der Vorwurf gegen die Christen, die sich ja der Verehrung der Staatsgötter und vor allem des vergöttlichten Kaisers widersetzten: Auch Sokrates, der in seiner existenziellen Tiefe das burleske Gewimmel im griechischen Götterhimmel nicht wirklich ernst nehmen konnte und als Philosoph auf dem Weg zum Glauben an einen einzigen Gott war, starb unter der Anklage des Atheismus. Wollte man mit unserem heutigen, weitgehend christlich geprägten Gottesbegriff die Frühzeiten der Menschheit sondieren, würde man eine beeindruckende Fülle von Atheismus finden. Denn wie sollte man damals Gott schon so sehen, wie wir ihn heute sehen? Andererseits bezeugt die gesamte Menschheitsgeschichte eine bunte Überfülle an Götter und Gottesglauben. Man muss also aufpassen, dass man nicht durch Begriffsmanipulation geistigen Imperialismus betreibt und so das Reich des Atheismus oder des Gottesglaubens unsachgemäß weit ausdehnt. Manfred Lütz Gott eine kleine Geschichte des Größten Seite44+45

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