Donald Trump

Hillary Clinton hat in den wichtigsten Direktdebatten gegen Donald Trump gesiegt – und trotzdem verloren. Trump hat sich mit verbalen Aussetzern diskreditiert – und trotzdem gewonnen. Was ist da passiert? Clinton sei mit einer „grösseren Macht“ konfrontiert gewesen, analysiert der Historiker Allan J. Lichtman. Er hat Trumps Wahl vorausgesagt. Sein Prognosemodell basierte auf Analysen der in den vergangenen Wahlen jeweils unterlegenen Partei. Lichtman sagt, Clinton habe nichts falsch gemacht. Trump habe nicht wegen sich und seiner Kampagne gewonnen, sondern trotz allem.
Viele Amerikaner sehen sich als Verlierer von Globalisierung und Welthandel. Mit Trumps Wahl verpassten sie dem politisch-medialen Establishment einen Denkzettel. Die NZZ bezeichnete seine Wahl als „gewaltigen Weckruf“. Menschen suchten Politiker und Parteien, die ihnen Sicherheit und Vertrauen vermitteln.
Viele Christen wählten Trump, weil sie ihre Anliegen von den Republikanern besser vertreten sehen. Sie vergleichen Trump mit Figuren wie Kyros oder Nebukadnezar. Dazu nehmen sie aber eine Verkürzung des Evangeliums in Kauf: Abtreibung ist durchaus Sünde, aber Rassismus und Frauenfeindlichkeit sind es eben auch! Geht es um Gemeindeleiter, um Bischöfe, dann fordert die Bibel nicht zuerst Fachkenntnis, sondern Integrität: von gutem Ruf, in der Beziehung treu, besonnen, verantwortungsbewusst, freundlich, rücksichtsvoll. Sollten wir von einem Staatspräsidenten viel weniger erwarten?
Was war das jetzt? Ist dem Allmächtigen mit Trumps Wahl in einem entscheidenden Moment der Weltgeschichte ein Unfall passiert? Im alttestamentlichen Israel wollte das Volk Könige. Es bekam sie. Doch über allem stand und steht Gott. „Er bestimmt den Wechsel der Zeiten, er setzt Könige ab und setzt Könige ein“, steht im Buch Daniel. Und er wird die Weltgeschichte zu Ende schreiben. Wir sollen uns auf Gott, nicht auf Menschen verlassen. Psalm 146 ist wegweisend. Ja, wir wollen uns die Erkenntnisse der Reformatoren neu verinnerlichen – allein Gnade, allein Glaube, allein Christus, allein die Schrift und alles zur Ehre Gottes. Um dann zu verstehen, dass es unser Auftrag ist, die Hoffnung und Kraft des Evangeliums zu verkündigen und jesusgemäss zu handeln: Arme, Gefangene, Blinde und Zerschlagene in die Freiheit zu entlassen. Trump hin oder her. Rolf Hoeneisen
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