Das Lachen der Erlösten – Warum Glaube und Humor zusammengehören

Welche Verbindung zwischen Glauben und Humor besteht, das beschreibt Dr. Stephan Holthaus bereits im Vorwort: „Gerade weil viele den Glauben nicht mit Humor verbinden, musste dieses Buch einmal geschrieben werden. Denn ich bin davon überzeugt, dass der Glaube sehr viel mit Humor zu tun hat, ja dass richtig verstandener Humor sogar eine Frucht des Glaubens ist. Wer glaubt, kann befreit lachen. Wer Christus gefunden hat, dem gelingt es, zu der äußeren Welt und den Problemen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, innerlich auf Distanz gehen.“ Gerade die populäre Beschäftigung mit der Brücke zwischen Glaube und Humor macht das Buch zu einem Geschenk. Wenn Holthaus behauptet, Humor sei eine Art zu leben und eine Lebenseinstellung, so beschreibt er eine Parallele, die Theologen immer wieder vom Glauben behaupten. Humorvolle Menschen seien dauerhaft witzig und humorvoll, denn Humor präge und forme den Charakter. Humorvolle Zeitgenossen nähmen die Dinge nicht so wichtig. Holthaus erinnert an das alttestamentliche Buch der Sprüche, in dem steht: „Ein fröhlicher Mensch lebt gesund; wer aber ständig niedergeschlagen ist, wird krank und kraftlos.“ Wer Gott sehe, dem würden weltliche Dinge klein, der könne über sich selbst lachen. Gott hat Humor. Wenn Holthaus mutmaßt, der Grund für die Freudlosigkeit vieler Christen sei möglicherweise, „dass uns diese Ewigkeitsperspektive verloren gegangen ist“, wagt er einen mutigen Blick auf die Dynamik der menschlichen Psyche. Als Gegengewicht erinnert Holthaus an „Humorvolles in biblischen Geschichten“. Und man wird feststellen, welch reichhaltige Fundgrube die Heilige Schrift für den Humor sein kann. Weniger Erkenntnisse findet man in der Kirchengeschichte. Erwähnenswert erscheint lediglich der „risus paschalis“, das Ostergelächter. Dieser Brauch sei Jahrhunderte lang üblich gewesen und habe die Heiterkeit und Seligkeit des Glaubens über den Sieg Jesu aus. Wir lachen, weil Jesus Christus die Macht der Finsternis besiegt hat. Halleluja.“ Holthaus schaut kritisch auf die Humorlosigkeit vieler Kirchenväter. Bei der Einschätzung des Verhältnisses von Humor und Selbsteinschätzung blickt Holthaus auf Karl Barth zurück. Barth soll behauptet haben, Humor sei das Gegenteil von aller Selbstbestaunung und Selbstbelobigung. Holthaus: „Da Humor Distanz zu allen Dingen, auch zum eigenen Ich, beinhaltet, führt er zur richtigen Selbsteinschätzung und bewahrt uns vor Selbstüberschätzung.“ Er spricht an anderer Stelle auch eine deutliche Sprache. Die humorlose Frömmigkeit fanatischer und orthodoxer Kreise habe nicht mit der Ernsthaftigkeit des Glaubens und der Ehrfurcht vor Gott zu tun, sondern mit dem Autoritätsgehabe von scheinbar Unfehlbaren. „Da solche Menschen alles richtig machen, können und brauchen sie nicht über sich selbst zu lachen.“ Es lohnt sich, der Einladung und Ermutigung von Stephan Holthaus näher zu kommen. Unsere Gottesdienste würden einladender, wenn wir die kantigen Gesichtszüge der Heiligen eintauschen würden gegen die weichen Linien der lachenden Erlösten. Es wäre gut, wenn man dies dem Gottesdiensten und den Gemeinderatssitzungen anmerken würde, dass Glaube und Humor keine Gegensätze sind. Ganz im Gegenteil: Der Christ kann als befreiter Mensch über den Dingen des Alltags stehen und gerade dadurch humorvoll sein. Echter Humor ist deshalb mehr als nur bloßer Spaß; er ist Ausdruck der Erlösung von den Zwängen der Welt und wirkt stets heilsam und befreiend. Ein motivierendes Buch!

Stephan Holthaus: Das Lachen der Erlösten – Warum Glaube und Humor zusammengehören, Brunnen-Verlag, Basel 2002, 128 Seiten, 9.80 Euro.

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