Das Abendmahl

Das Abendmahl ist   durch Jesus Christus eingesetzt worden in der Nacht, da Er verraten wurde. Die Synoptiker berichten darüber in Mt 26,26-30; Mk 14,22-26; Lk 22,19-20. Johannes erwähnt das Mahl nicht. Manche meinen zwar, in Joh 6 einen Hinweis auf das Abendmahl zu finden. Dieser Abschnitt hat aber keine Beziehung zum Abendmahl. Die Symbole, auch Elemente oder Zeichen genannt, sind Brot und Wein. Beide werden von allen Teilnehmern genommen. Interessant sind dabei die Worte Jesu. Beim Brot sagt er nur: „Nehmet, esset!“ – aber beim Kelch: „Trinket alle daraus!“

Mt 26,27 „Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;“
Mk 14,23 „Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus.“
a) Die Bedeutung des Abendmahls
(1) Symbolisches Mahl
Das Abendmahl ist eine Verkündigung des Todes Jesu Christi durch Wort und Zeichen.
1.Kor 11,26 „Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“
Diese Zeichen symbolisieren den Leib und das Blut Jesu Christi.
Lk 22,19-20 „Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“
Die symbolische Bedeutung wird noch unterstrichen durch die Handlung des Essens und Trinkens. Diese weist auf unsere innige Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus hin.
1.Kor 10,16 „Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?“
Ferner sehen wir in dem einen Brot die Gemeinschaft der Gläubigen dargestellt.
1.Kor 10,17 „Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“
(2) Gedächtnismahl
1.Kor 11,24-25 „dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“
Lk 22,19 „Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“
Zweck des Abendmahls ist es, sich an das stellvertretende Leiden Jesu Christi zu erinnern. Wir „gedenken“ (schauen zurück) der Heilstat auf Golgatha. Wir wollen aber nicht nur dessen gedenken, was Er uns gegeben hat, sondern auch, was Er uns bedeutet. Jedes Geschenk erinnert an den Geber, jede Stiftung an den Stifter. Beachten wir, daß es sich um ein Gedächtnismahl handelt, also nicht um eine Gnadenvermittlung (etwa Sündenvergebung). Wie das Passafest auf den Kreuzestod Jesu vorausschauend hinwies, so schaut das Abendmahl auf ihn zurück. Das eine ist eine AT-Stiftung, das andere eine NT-Stiftung.
Lk 22,7-20 s.d. letztes Passa – erstes Abendmahl
(3) Herrenmahl – Tisch des Herrn
1.Kor 11,20 „Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn.“
1.Kor 10,21 „Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister.“
Das Abendmahl wurde vom Herrn selbst eingesetzt. Es ist Seine Stiftung und Seine Einladung.
(4) Gemeinschaftsmahl
Hier meinen wir zunächst die Gemeinschaft mit Jesus Christus.
1.Kor 10,16 „Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?“
Darum ist es so wichtig, daß wir keine Gemeinschaft mit dem Teufel haben.
1.Kor 10,21 „Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister.“
Neben der Gemeinschaft mit unserem Herrn wird auch die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander im Abendmahl zum Ausdruck gebracht. Sooft vom Abendmahl die Rede ist, sehen wir eine Mehrzahl von Teilnehmern.
1.Kor 10,17 „Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“
Im Symbol des Brotes wird nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch die Einheit der Gläubigen betont.
(5) Verkündigungsmahl
1.Kor 11,26 „Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“
In der Abendmahlsfeier verkündigen die Zeichen (Brot und Wein) sowie die gesprochenen Worte den Tod Jesu Christi.
(6) Selbstprüfungsmahl
1.Kor 11,28 „Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke ausdiesem Kelch.“ Es handelt sich hier um eine Selbstprüfung.
Was kommt aber bei einer solchen Prüfung heraus? Je tiefer diese Selbstprüfung ist, desto bedürftiger werden wir des Erlösungswerkes Jesu Christi. Aber eben dies wird durch das Abendmahl symbolisiert. So sind wir gerade durch das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit würdig geworden, am Mahl teilzunehmen. Mit einem dankbaren Herzen werden wir dann die Zeichen Seiner Liebe genießen.
(7) Dankesmahl
1.Kor 11,24 „dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“
Der Herr dankte für die Symbole und damit für Seinen eigenen Leib. Er brach ihn selbst:
Joh 10,18 „Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe die Macht, es zu lassen und habe Macht, es wieder zunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.“
Hebr 9,14 „um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!“ Wir danken für den Opfertod Jesu Christi. Das erste Abendmahl schloß mit einem Lobgesang (Ps 113 – 118).
Mt 26,30 „Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.“
So sollte auch heute die Abendmahlsfeier eine Lob – und Dankfeier sein.
(8) Gerichtsmahl
1.Kor 11,29 „Denn wer so ißt und trinkt, daß er den Leib des Herrn nicht achtet, der ißt und trinkt sich selber zum Gericht.“
Was heißt unwürdig? Wir werden aufgefordert, uns selbst zu prüfen. Wenn sich unser Herz dem göttlichen Licht verschließt oder aber der Buße keinen Raum gibt, lehnen wir damit das Blut Jesu zur Vergebung ab ( – wir brauchen es nicht). Dann sollten wir auch das Abendmahl nicht genießen, weil es ja auf das Blut des Herrn hinweist.
Zum Gerichtsmahl wird es also dann, wenn es seine symbolische Bedeutung durch Verstockung meines Herzens verloren hat.
(9) Mahl der Liebe
Was für das letzte Passamahl unseres Herrn galt, kann auch für das Abendmahl gelten:
Lk 22,15 „Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide.“
Der Herr, auf den das Mahl hinweist, freut sich und sehnt sich, mit uns Tischgemeinschaft zu haben.
(10) Hoffnungsmahl
Mt 26,29 „Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.“
Offb 19,9 „Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.“
Jede Abendmahlsfeier ist ein Hinweis auf das große kommende Abendmahl in der Herrlichkeit. Wie muß der Herr sich danach sehnen.
Lk 12,37 „Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen.“
Mögen doch auch unsere Abendmahlsfeiern wieder neu durchdrungen werden von dieser biblischen Bedeutung.
b) Die Bedingungen zur Teilnahme am Abendmahl
Wer ist zur Teilnahme am Abendmahl berechtigt? Welche Rolle spielen Glaube, Alter, Heiligung oder Taufe?
Die Schrift zeigt drei Bedingungen:
(1) Wiedergeburt
Schon aus der Bedeutung des Abendmahls wird ersichtlich, daß nur Kinder Gottes, die durch den Kreuzestod Jesu Christi Vergebung ihrer Schuld erlangt haben, am Mahl teilnehmen können. Nur auf sie trifft die symbolische Bedeutung des Mahles zu:
1.Kor 10,17 „Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“
1.Kor 11,24-25 „dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“
(2) Heiligung
In 1.Kor 10 und 11 weist Paulus auf verschiedene Mißstände warnend hin.
1.Kor 10,14 „Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst.“
1.Kor 10,20-21 „Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister.“
1.Kor 11,18+22+27 „Zum ersten höre ich: Wenn ihr in der Gemeinde zusammen- kommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich’s. […] Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht. […] Wer nun unwürdig von dem Brot ißt oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.“
Bedingung zur Teilnahme am Abendmahl ist nicht die Vollkommenheit, sondern die Bereitschaft, in der Heiligung zu leben. Die Richtung, unser Bestreben muß stimmen!
(3) Selbstprüfung
1.Kor 11,28+31 „Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. […] Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet.“
Vor dem Genuß des Abendmahls werden wir aufgefordert, uns selber zu prüfen und zu richten. Dies geschieht nicht mit dem Ziel, nicht am Abendmahl teilzunehmen, sondern vielmehr, würdig daran teilzunehmen.
http://www.theo-notizen.de/theo/Gem_7.htm

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