Was ist Advent?

 

Die Frage scheint leicht zu beantworten: Im Advent bereiten wir uns auf Weihnachten vor. So mit ganz viel Deko, Shopping, Plätzchen backen, Christkindlmärkten etc.
Die Weihnachts- bzw. Christkindlmärkte ziehen nicht nur die Kinder auch alle Glühweinnasen an. Lichterketten an den Häusern, den Bäumen und allen Geschenkekrimskrams-glühbratwurstsüssigkeitenbuden, die ihrem unwiderstehlichen Glanz auch einen besonderen Duft zusetzen, den man nicht so schnell wieder los wird.
Er ähnelt in der Hartnäckigkeit dem Aschenbecherduft nach dem Kneipenbesuch. Aber es ist eine ganz besondere Mischung. Warum nur hat sie noch keiner auf Flaschen gezogen oder in Weissblechdosen gepresst? Vielleicht als Deospray unter Druck mit einem Treibmittel versehen? Dieser Duft nach Schokolade und Seife, nach Parfüm und Mandeln, nach Bratwurst, Glühwein, Christstollen und Zuckerwatte, nach Eierkuchen, Plätzchen und Kaffee, nach Tannenwäldchen und Plastebaum, nach Autoscouter und Schmierfett für das Riesenrad, nach Holz und Pommes und Fett und Bier. Ist das Advent?
Jeder 7. Mann und jede 20. Frau wissen einer Studie zufolge nicht, was Advent ist. (Focus 2005)
Advent heißt Ankunft. Adventus domini = Ankunft des Herrn.
Der Advent erinnert an das Kommen Gottes bei uns Menschen. Bethlehem, vor etwa 2000 Jahren: Gott kommt auf die Erde. Auf diese Besondere Ankunft bereiten sich Christen vor. Früher fasteten und beteten sie, verzichteten auf Feste. Denn Advent meint vor allem eine innere Ankunft. Der Dichter Angelus Silesius beschrieb das so: „Wird Christus tausend Mal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst verloren.“
Dass diese Zeit sich nicht in einer beschaulichen Stimmung erschöpft, machen viele Adventslieder deutlich. „O Heiland, reiß die Himmel auf“ wurde unter dem Eindruck der Hexenprozesse während des Dreißigjährigen Krieges geschrieben. Dort heißt es: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O Komm, ach komm vom höchsten Saal, komm tröst uns hier im Jammertal.“
Advent heißt: Ich darf singen! Im Herzen jubelt es, wenn ich die alten und neuen Adventslieder mitsumme oder laut singe. Die Engel haben gesungen und die Hirten in Bethlehem haben vielleicht mit gebrummt. Singen, dass Jesus kommt, prägt diese Zeit.