1.Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist, und mein Sohn Markus.

Den historischen Belegen zufolge hielt sich Petrus in den letzten Jahren seines Lebens in Rom auf. Babylon mag also ein Deckname für Rom sein, den der Apostel benutzte, um die römische Gemeinde und sich selbst vor der neronischen Verfolgung zu schützen. (Es gibt allerdings auch die These, daß er tatsächlich aus Babylon am Euphrat schrieb.) Im eigentlichen alten Babylon gab es tatsächlich zur Zeit des NT noch eine beachtliche jüdische Gemeinde, und es wäre an sich denkbar, daß Petrus dort Missionsdienst getan hat.
Die „mit euch auserwählt“ oder „Miterwählte“ wird eine Christengemeinde bezeichnen. Schon im AT ist Israel als „Braut“ gesehen (Jer 2, 2), und im NT wird die Gemeinde die „auserwählte Herrin“ genannt (2 Jo 1). Auch an 2 Kor. 11, 2 wäre zu erinnern, wo Paulus den Korinthern schreibt, er eifere mit göttlicher Leidenschaft um sie, da er sie doch einem einzigen Manne verlobt habe, um sie schließlich „als reine Jungfrau dem (kommenden) Messias zuzuführen.“ So entspricht es biblischem Sprachgebrauch, daß von der Gemeinde wie von einer weiblichen Einzelperson gesprochen wird. Da der Brief an die „auserwählten“ Fremdlinge von Kleinasien geht, ist es sinnvoll, wenn Petrus die Gemeinde des Abfassungsortes „die Mitauserwählte“ nennt.
Den Grüßen des Apostels schließt sich auch sein Sohn im Glauben, Markus, an. Die Beifügung „und mein Sohn Markus“ ist wohl übertragen zu verstehen, so dass Markus als „geistlicher“ Sohn des Apostels bezeichnet wird. Gemeint ist der Johannes Markus aus Apostelgeschichte 12,12. Er war der Cousin von Barnabas und begleitete Paulus und ihn nach Antiochia und Zypern (12,25; 13,4-5). Später verließ er sie in Perge (13,13), was Paulus veranlasste, ihn auf seiner zweiten Missionsreise nicht mitzunehmen (15,36-41). Zu einem späteren Zeitpunkt war Johannes Markus wieder nützlich für Paulus (2Tim 4,11). Markus war auch der Verfasser des Evangeliums, das seinen Namen trägt.

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