1.Petrus 5,10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Der Ring schließt sich. Das ist das „Thema“ des ganzen Briefes, mit dem er begonnen, unter dem er geschrieben ist und mit dem er jetzt schliessen wird: der Gott aller Gnade. Wer Gott sagt, der sagt: alle Gnade, ganze Gnade Wie wenig verstehen wir oft, was Gnade ist, und wie groß die Gnade Gottes ist. Gnade setzt voraus, dass wir Sünder sind. Wenn wir keine Sünder wären, dann hätten wir nicht Gnade nötig, sondern Gerechtigkeit.
Der euch berufen hat macht deutlich: das neue Leben beginnt nicht mit dem Tun des Menschen, sondern mit Gottes Berufung. Die Berufung aber zielt hin auf unser Teilhaben an seiner ewigen Herrlichkeit. „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was in keines Menschen Herz gekommen ist“, das „hat Gott bereitet denen, die ihn lieben“ (1 Ko 2, 9).
Petrus liefert eine präzise Beschreibung dieses irdischen Heiligungsprozesses durch Gott anhand von vier nahezu synonymen Begriffen: aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. All diese Worte beinhalten Stärke und Festigkeit, die Gott allen Gläubigen im geistlichen Kampf geben will (1Kor 15,58; 16,13; Eph 6,10; 2Tim 2,1).
„Herrlichkeit“ ist also nicht nur, nicht einmal primär unser individuelles Glück, sondern endgültige Heilung einer abgespaltenen Welt.
Gott selbst ist nicht Zuschauer oder Schiedsrichter im Kampf der Christen, sondern Bundesgenosse und machtvoller Helfer im Streit. Er bleibt auch inmitten des Kampfes „der Gott aller Gnade“. So wie am Anfang des Christenweges Gottes wirksamer Anruf stand, so ist von Anfang an das Ziel dieses Weges im Auge, das dieses innerzeitliche Zwischenstadium („kurze Zeit“, vgl. 1,6) der Leiden übergreift. Gott aber wird auch auf diesem Wege selbst den Bedrängten zu Hilfe kommen und ihnen Kraft verleihen.

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