Freizeit ist langweilig!?

Die meisten Menschen hoffen und leben auf das Wochenende hin, denn da haben sie Zeit für Dinge, die sonst auf der Strecke bleiben. Auch am Abend, nach getaner Arbeit, freuen sich viele darauf, endlich frei entscheiden und tun zu können, was sie „wirklich“ wollen.
Wer ganz in seinem Beruf aufgeht, erlebt das schon den ganzen Tag. Für denjenigen hätte die Freizeit wohl ehe r einen therapeutischen Wert; einmal etwas ganz anderes zu machen, sich zu bewegen, statt zu sitzen, intensiv nachzudenken statt körperlich tätig zu sein – zum Beispiel.
Freizeit kann und muss man wahrscheinlich immer von zwei Seiten aus betrachten. Freizeit ist immer eine freie Zeit von etwas und für etwas. Einfach nur Freizeit ist häufig Langeweile, Qual oder gar Strafe, wie bei dem staatlichen Freiheitsentzug (Gefängnis). Man hat Freizeit, aber im Übermaß. „Freizeit“ meint zumeist „frei von äußeren Verpflichtungen“, von fremden Erwartungen, von Anspannung, von finanziellen Erwägungen. Freizeit meint aber auch frei für Entspannung, Abenteuer, Gemeinschaft, Arbeiten oder Nachdenken in berufsfremden Bereichen. Freizeit wird nur dann ersehnt, wenn sie irgendetwas beinhaltet, das positiv gewertet wird, was einen subjektiv bereichert.
Freizeit kann auch zum Stress werden, wenn man die Zeit zu eng verplant, sich einem eigenen Erfolgsdruck unterwirft, oder dem was „Freude“ cool finden. Dann geht es auch in der Freizeit mehr darum, Erwartungen zu entsprechen, auf die Art und Weise lustig zu sein, die in meinem Milieu gerade angesagt ist oder das zu tun was „man“ eben so in der Freizeit tut – möglichst in der „richtigen“ Kleidung und mit allen anderen „richtigen“ Accessoires. Die eigentlich erstrebte Freizeit und Freiheit wird doch wieder zur gesellschaftlich und kulturell genormten Unfreiheit – manchmal auch ohne es zu merken. Man funktioniert eben, so wie im Beruf, nur in einem anderen Zusammenhang mit anderen Regeln, die aber genau so starr ein können.
Für den Christen ist Freizeit auch Freizeit mit Gott. Gott ist nicht nur relevant im Beruf und während der „religiösen Pflichten“ in der Gemeinde, sonder auch in der Freizeit, die zwischenzeitlich für viele Menschen einen großen Teil ihres Tages ausfüllt. Echte Freizeit und Freiheit kann tatsächlich besonders intensiv in der freien und ungenormten Begegnung mit Gott geschehen. Das schafft Ausgleich, gibt Ruhe und Orientierung. https://www.facebook.com/michael.kotsch.9

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