1. Petrus 5,2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund;

Mit wenigen Worten bringt Petrus geistliche Leitung auf den Punkt, indem er das Bild des Hirten und seiner Herde aufgreift. Bevor er ins Detail geht, stellt er eins klar: Es ist Gottes Herde, die geleitet wird. Und weil die Herde (sprich die Gemeinschaft der Christen) Gottes Besitz ist, bringt das das Leitungsamt eine große Verantwortung mit sich.
Hirte sein bedeutet nicht nur, den lieben langen Tag im Gras zu sitzen und Flöte zu spielen. Hirten müssen auf die ihnen anvertraute Herde aufpassen. Wer nur seine Schokoladenseite präsentiert, kann eigentlich kein Vorbild sein. Höchstens ein Idealbild, an dem alle scheitern, er selbst einbegriffen. Vorbilder sein, auch vorbildlich leiten, können wir dann, wenn wir nicht aus den Augen verlieren, dass die Gemeinde immer eine Gemeinschaft von Sünderinnen und Sündern ist.
Mit scharf kontrastierenden Mitteln macht Petrus klar, aus welchen Motiven heraus und in welcher Weise das Amt des Bischofs oder Ältesten verwaltet werden muß. Der Älteste muß aus freiem Antrieb und nicht aus dem Gefühl äußeren Drucks handeln: Nicht gezwungen, sondern freiwillig. Soziale oder finanzielle Beweggründe dürfen nicht an die Stelle des reinen Wunsches treten, Gottes Willen zu erfüllen und ihm engagiert zu dienen: Nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund (vgl. 1. Tim 3,8; Tit 1,7.11). Ein Hirte, der aus falschen Motiven heraus für seine Herde sorgt, „bringt nur sein eigenes Schäfchen ins Trockne“ und läßt die Herde verderben (Hes 34,2 – 3).

Ein Gedanke zu “1. Petrus 5,2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund;

  1. Je mehr ich über Stellen im AT und NT nachdenke, die sich mit Hirte-Sein beschäftigen, umso mehr entdecke ich den massiven unterschied, zwischen Hirten, wie sie Gott gemäß die Herde leiten und den modernen Führungskonzepten und dem Leitungsverständnis in der Welt, das leider auch immer wieder in Gemeinden Einzug hält. Aber Gottes Hirtenkonzept orientiert sich nicht an Methoden und Erfolgsstrategien, sondern an Gottes Wesen selbst, der sich hingegeben hat und bereit war, sich völlig unter seiner Stellung zu begeben, wie es in Philipper 2 geschrieben ist. Solch Hirtendienst motiviert von innen heraus und braucht keinen äußeren Druck.

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