„Innocence of Muslims“

Seit Tagen werden Christen in islamischen Ländern getötet weil ein Mann im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen will. Im Sommer 2012 veröffentlichte der Ägypter Sam Bacile (Pseudonym für Nakoula Basseley Nakoula) seinen 13-minütigen, antiislamischen Video im Internet. Auf Umwegen gelangte der Film „Innocence of Muslims“ („Die Unschuld der Muslime“) an einen ägyptischen Fernsehsender, der Teile davon ausstrahlte. Seitdem nutzen gewaltbereite Muslime das Video als Vorwand um gegen westliche Diplomaten und einheimische Christen vorzugehen. In Ägypten, Tunesien, Libyen, Afghanistan, Pakistan, dem Jemen, Sudan und Indonesien wurden seitdem rund 20 Menschen ermordet.
Für die amerikanischen Behörden ist Nakoula kein Unbekannter. Wegen Bankbetrugs und Steuervergehen wurde der 55-jährige vor drei Jahren zu 21 Monaten Haft und einer Geldstrafe in Höhe von knapp 800.000 Dollar verurteilt.
Auch der anti-islamische Pastor Terry Jones aus Florida, der durch seine angedrohte Verbrennung eines Koran zu einem gewalttätigen Protest in arabischen Ländern beigetragen hatte, steht in Kontakt mit Sam Bacile alias Nakoula.
Nakoula gibt an, er habe den Film aus Ärger über die Gewalt von radikalen Muslimen gedreht. Doch genau diese Gewalt facht er durch seine Aktion an. Offensichtlich wird kein gewaltbereiter Muslim durch einen solchen Film eines Besseren belehrt. Unentschiedene Muslime hingegen fühlen sich angegriffen und geben islamischen Scharfmachern recht, die in ihrer Propaganda behaupten, der Westen wolle den Islam verspotten und Muslime vernichten. Die Situation der Christen in islamischen Ländern verschärft sich durch solche Aktionen noch einmal.
Es besteht kaum eine Aussicht, dass durch „Die Unschuld der Muslime“ irgendetwas Positives bewirkt wird: Säkulare Europäer ärgern sich über „gläubige“ Christen, die vorgeblich den religiösen Frieden stören, gewaltbereite Muslime haben einen weiteren Grund, um gegen ihre christlichen Landsleute vorzugehen, friedlichere Muslime werden fanatisiert und der christliche Glaube wird erneut mit Negativschlagzeilen in Verbindung gebracht. Es ist wohl eine Illusion zu meinen, dass durch solch ein Video ein einziger gewaltbereiter Muslim von seinem Weg abgebracht wird. Aber Christen müssen leiden und sterben, weil jemand meint, seinen Ärger über gewaltbereite Muslime am besten durch polemischen Spott gegenüber Mohammed und dem Islam zum Ausdruck zu bringen.
Das religiös begründete Gewalt in vielen islamischen Ländern ein echtes Problem ist, hat mit solcher bewussten Provokation nur wenig zu tun. Hier wird offensichtlich kein Problem behoben, sondern nur noch verschärft. Michael Kotsch

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