1.Petrus 4,11 Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt. Übt jemand einen praktischen Dienst aus, soll er die Kraft in Anspruch nehmen, die Gott ihm dafür gibt. Jede einzelne Gabe soll mit der Hilfe von Jesus Christus so eingesetzt werden, dass Gott geehrt wird. Ihm gehören der Ruhm und die Macht für immer und ewig. Amen

Die einen sollen also „reden“, der oder die andere „dienen“ (im engeren Wortsinn), was soziale Fürsorge wie alle möglichen Arbeiten innerhalb der Gemeinde vom Putzen des Versammlungsraums bis zur Rechnungsführung einschliessen kann.
Die beiden großen Kategorien geistlicher Gaben sind die Gabe des Redens und die des Dienens. Wenn jemand redet, dient er durch sein Predigen und Lehren, durch Weisheit, Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen. Und diejenigen, die reden, dürfen nicht menschliche Meinungen weitergeben, sondern nur die Aussprüche Gottes, wie sie in der Schrift geoffenbart sind (vgl. Apg 7,38; Röm 3,2).
Alle christliche Verkündigung ist Verkündigung des biblischen Wortes, nicht nur als Nachsprechen – das auch, zum Beispiel in der Seelsorge oder an Krankenbetten -, sondern auch und gerade als Hineinsprechen in die jeweilige geschichtliche Situation. Nie gegen den biblischen Wortlaut, aber aktualisiert in der Vollmacht des Geistes. Menschenwort wird zu Gottes Wort durch a) die unbedingte Bindung an die Bibel, b) das ständige Hören auf das Treiben des Geistes Gottes, c) das genaue Hinhören auf die »Welt« und d) die demütige Bitte um Vollmacht.
Petrus schließt diesen Abschnitt mit einem gefüllten Lobpreis Gottes ab. An die Erwähnung des Namens Christi schließt Petrus eine doxologische Formel an: „Sein ist die Ehre und Gewalt (kratos, „Macht“) von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“. Der Ruhm und die Ehre des christlichen Dienstes gebühren in jedem Fall Jesus Christus. Gott, wie er sich in Christus offenbart hat, steht allein im Rampenlicht, nicht die redenden und dienenden Menschen. Das ist nicht nur ein Wunsch, sondern eine Feststellung, zu der man nur „Amen“ sagen kann, wie es J.S. Bach getan hat, wenn er seine Komposition immer mit dem „Soli Deo Gloria“ markiert hat: „Gott allein die Ehre“.

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