1.Petrus 4,9 Seid gastfrei untereinander ohne Murren.

„Echte Nächstenliebe ist ein glänzender Gastgeber“, schrieb der bekannte englische Prediger John Henry Jowett. In seinem äußerst empfehlenswerten Buch über die Briefe des Petrus schreibt er: Es gibt eine Liebe, die das Ausmaß eines Regenschirms hat. Es gibt ferner eine Liebe, deren Spannweite die eines großen Zeltes ist. Und drittens gibt es eine Liebe, deren Deckungsbereich der unermessliche Himmel ist. Die Absicht des Neuen Testamentes ist es, aus dem Regenschirm ein Zelt und aus dem Zelt das herrliche Dach des alles umfassenden Himmels zu machen. […] Wir wollen die Wände der Familienliebe ausdehnen, bis sie auch den Nachbarn einschließen; wir wollen sie ein Stück weiter ausdehnen, bis auch der Fremde darin Platz findet; wir wollen sie noch ein Stück weiter ausdehnen, bis auch der Feind darin umschlossen wird? Wann haben Sie zuletzt jemanden zu Gast gehabt, der einmal Ihr Feind war? Gastfreundschaft hat etwas ungeheuer Entwaffnendes an sich.
Das gr. Wort für Gastfreundschaft bedeutet „Liebe zu Fremden“. Liebe ist nicht nur eine emotionale Sache, sondern äußerst praktisch. Zur Zeit des Petrus gehörte es zur Liebe, sein Heim zu öffnen und für andere bedürftige Gläubige zu sorgen, wie z.B. Reiseprediger.
Nach dem mosaischen Gesetz sollten die Juden ihre Gastfreundschaft auch Fremden erweisen (2Mo 22,20; 5Mo 14,29; vgl. 1Mo 18,1-2). Jesus lobte Gläubige, die anderen Lebensmittel, Kleidung und Schutz gaben (Mt 25,35-40; vgl. Lk 14,12-14). Biblische Gastfreundschaft hat nichts mit dem Sprichwort gemein, das besagt, dass Fisch und Gäste nach drei Tagen stinken.
Gastfreundschaft soll von Herzen kommen; das wird durch den Ausdruck „ohne Murren“ gesagt. Das griechische Wort meint „murmeln“, betont also das untergründige „mürrisch sein, brummig sein, heimlich reden“. Das vergällt die Atmosphäre und stört die Liebe zutiefst, wenn die Gastfreundschaft nur widerwillig und unter Zwang geübt wird. Herzliche Gastfreundschaft ist Voraussetzung für das gesegnete Wachstum einer Gemeinde und wird im NT deshalb immer wieder betont (vgl. Röm 12,13; 1. Tim 3,2; Tit 1,8; Hebr 13,2).

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