1. Petrus 3, 18 Denn auch Christus hat „einmal“ für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

Von allen Seiten her dringt Petrus immer wieder zum selben Zentrum vor, weil er  jedes Wort von dorther bekommt. Er hat zu reden von dem, was ein mal geschah am Karfreitag und Ostermorgen, in einer Einzigartigkeit, die sich nie und nirgends wiederholt, aber gerade so vollgültig für alle Zeiten und alle Räume den Zugang zu Gott wieder aufgetan hat.
Christus hat … für die Sünden gelitten (vgl. 1. Petr 2,21.24). Die Wendung „für die Sünden“, wird in der Septuaginta für das Sühnopfer gebraucht.
Daß sein Sühnopfer ein für allemal gilt, ist eine ganz bedeutsame Aussage. Sie macht den grundlegenden Unterschied zwischen den Tieropfern des Alten Bundes und dem Opfer deutlich, das den Neuen Bund begründet. Während die Opfer des Alten Bundes ständig wiederholt werden mußten und dabei doch nicht imstande waren, die Sünden wirklich wegzunehmen (Hbr 10, 11), ist das Opfer Christi einmalig, endgültig, ewig wirksam, indem es die Sünde der ganzen Welt für immer getilgt hat. Deshalb heißt es hier: um der Sünden willen (vgl. auch Gal 1, 4; Rö 4, 25).
Die Opfer des Alten Bundes waren „Hilfen auf Zeit“, Jesu Opfer ist „Hilfe für die Ewigkeit“.
Das Stellvertretende am Tode Christi zeigt sich in der Wendung „der Gerechte für die Ungerechten“. Christus, der „Gerechte“, ist in einzigartiger Weise dafür qualifiziert, anstelle der „Ungerechten“ zu sterben. Das göttliche Ziel, das durch Christi Opfertod erreicht wurde, war die Versöhnung der Menschen (damit er euch zu Gott führte).
Um uns zu Gott zu führen – das ist das Ziel seines Opfers. Dadurch gibt es für Sünder wirklich Zugang zu Gott. Was alle Religionen ersehnen und doch niemals erreicht haben noch jemals erreichen können, nämlich einen Weg zu Gott zu finden, – eben dies, ist in Jesus, dem Gekreuzigten, Wirklichkeit geworden.
Petrus schließt seine Aussagen zum Erlösungswerk Christi mit dem Hinweis auf seine Auferweckung. Auch wenn Christus nach dem Fleisch tot war, so ist er doch lebendig gemacht nach dem Geist. „Nach dem Geist“ gibt ein einziges griechisches Wort, pneumati, wieder, das vielleicht auf die dritte Person der Trinität als wirkende Kraft in der Auferstehung Christi deutet. Es kann aber auch Christi menschlicher Geist im Gegensatz zu seinem menschlichen Körper gemeint sein (vgl. 1. Petr 4,6).
Zusammenfassung
Jesus hat sich in dreifacher Weise des Grundproblems des gebrochenen Verhältnisses des Menschen zu Gott angenommen: a. Er hat das vollkommene Sündopfer dargebracht (vgl. Hebr 9,11-14; 10,1-10) und damit die Forderungen des Gesetzes erfüllt; b. Er hat das vom Gesetz für Sünder geforderte Todesurteil an sich vollstrecken lassen (vgl. 2Kor 5,21; Rom 6,23); c. Damit hat er die durch die Sünde verursachte Kluft zwischen Mensch und Gott überbrückt.

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