1. Petrus 3, 14 Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht;

Eins ist jedenfalls klar: Der Glaube enthält keine „Unfallversicherung“.
Der Apostel macht keine falschen Versprechungen. Wenn Vers 13 auch die normale Reaktion aufzeigt, so kann doch der Fall eintreten, daß Gutestun Leiden einbringt.
Trotz der allgemeinen Grundregel, trotz Ihrer geradlinigen Lebensführung, trotz Ihres Gottvertrauens gibt es einfach Situationen, in denen Sie einstecken müssen. Und von dieser Ausnahme der Regel ist hier die Rede. Die optative Formulierung zeigt, „wenn ihr leiden solltet (päschoite)“, an, daß die Situation des Leidens nicht generell gegeben ist und sich auch wieder ändern kann, wenn Gott dies will (V. 17). In dieser Formulierung kommt zum Vorschein, daß Gott über das Maß des Leidens wacht, das den einzelnen Christen trifft. Gott wirkt in allem, das den Christen trifft, so mit, daß „ihm alles zum Guten gereichen muß“ (Röm 8,28). Darum sollen sich die Christen vor dem Schrecken, den ihre Gegner verbreiten, nicht fürchten (wörtlich: „Ihre Furcht, phobos, aber fürchtet nicht, me phobethete“; das Wortspiel, das im Anschluß an Jes 8,12 gebildet wurde, ist wohl so zu verstehen: ). Mit logischer Folgerichtigkeit schließt Vers 14 mit einem Zitat aus Jesaja 8,12, in dem es darum geht, daß man Gott fürchten muß und nicht die Menschen.
Das hier mit „selig“ übersetzte griechische Wort, makarioi (vgl. 1. Petr 4,14), gebraucht auch Jesus in der Bergpredigt (Mt 5,3 – 11). „Selig“ zu sein bedeutet nicht, „froh“, sondern vielmehr „bevorzugt“ zu sein.

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