1. Petrus 2, 25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Unser Vers ist ein Mischzitat. In Anlehnung an Hesekiel 34,11.23 und Jesaja 53,6 beschreibt Petrus noch einmal diesen radikalen Wandel vom Sünder zum Gerechtfertigten. Der Ausdruck wie Schafe, die in die Irre gehen beschreibt bildhaft das eigensinnige, ziellose, gefährliche und hilflose Umherwandern von verlorenen Sündern, die Jesus als »wie Schafe, die keinen Hirten haben« bezeichnet (Mt 9,36).
Wie nüchtern beschreibt doch die Bibel den Zustand des „alten“ Menschen, der sich doch so klug und überlegen vorkommt! „Nun“ – das ist die Wende. „Ihr seid bekehrt“ (wörtlich „ihr habt euch umgewendet“) meint: Wir konnten in der Jesusbegegnung unseren eigenen, verderblichen Weg verlassen, die radikale Kehrtwendung vollziehen und sind nun bei dem »Hirten und Bischof« (wörtlich „dem Aufseher“), der unsere „Seelen“, unsere ganze Person zum und ins Heil führt..
Christus ist nicht nur das Vorbild und der Retter, er führt und beschützt auch die Verirrten (wie die irrenden Schafe), die von ihm fortgelaufen sind, dann aber zu dem Hirten und Bischof (episkopon) ihrer Seelen umkehrten, d. h. bekehrt wurden. Die Titel „Hirte“ und „Bischof“ versinnbildlichen die unvergleichliche Führung und Fürsorge, die Christus denen angedeihen läßt, die sich ihm anvertrauen (vgl. Hes 34,11 – 16).

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