1. Petrus 2, 21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen;

Beruft der Heilige Geist einen Menschen aus der Finsternis ins Licht, wird dieser zu einem Feind der Welt (Joh 15,18-19; 1Jo 3,13) und zu einer Zielscheibe von ungerechten Angriffen, wenn er Christus gehorsam sein will. Paulus sagte Timotheus: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden“ (2Tim 3,12; vgl. Mk 10,30; Joh 15,20; 16,33).
Martyn Lloyd-Jones veranschaulichte den Wert der christlichen Unterordnung unter Gottes Absichten – die Strenge von Disziplin und die Prüfungen des alltäglichen Lebens – wie folgt: Wir sind wie der Schuljunge, der gerne gewissen Dingen aus dem Weg gehen und vor Problemen und Prüfungen davonlaufen würde. Aber wir danken Gott, dass er uns durch die Prüfungen des Lebens bringt, weil er großes Interesse an uns hat und weiß, was gut für uns ist. Er lehrt uns das Einmaleins und die Grundbegriffe der Grammatik. Viele Dinge, die für uns Prüfungen darstellen, sind nötig, damit wir eines Tages ohne Flecken oder Runzeln sind. (The Miracle of Grace [Nachdruck; Grand Rapids: Baker, 1986], S. 39)
Das Wort, das hier für „Vorbild“ benutzt worden ist, enthält den Gedanken an ein Vorlagenbuch mit meisterlicher Schönschrift. Im Altertum lernten Kinder schreiben, indem sie die Buchstaben des Alphabets nachzeichneten. Christus ist das Vorbild oder Muster, nach dem die Gläubigen ihr Leben nachzeichnen. Dadurch folgen sie seinen Fußstapfen nach. Ichnesin (Fußstapfen) kann auch „Spuren“ oder „Fährten“ bedeuten. Wie für ihn gilt auch für die Gläubigen, dass die Fußstapfen oft entlang ungerechter Leidenswege führen.
Nachfolge ist nicht einfach Imitation. Wie der Bub getrost hinter dem starken Rücken seines Vaters hergeht, wenn dieser ihm den Weg durch den hohen Schnee bahnt, so darf die Gemeinde getrost in den Fussstapfen dessen wandern, der „alles in dem Streite“ ist, hinein in all die praktischen Entscheidungen ihres Lebens, wo sie in rechter „Weltlichkeit“, nicht von der Welt her, aber in der Welt leben wird.
Was haben wir doch für einen Herrn! Andere Herren lassen die Knechte für sich leiden. Hier leidet der Herr für seine Knechte.

Eingesehene Literatur:

Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1972 TVZ Theologischer Verlag Zürich

Züricher Bibelkommentare NT 15 Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1998

Der erste Brief des Petrus erklärt von Uwe Holmer Wuppertaler Studienbibel Taschenbuch – Sonderausgabe 1983

Der 1. Brief des Petrus John F. MacArthur

William MacDonald Kommentar zum Neuen Testament

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